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Uetersener Nachrichten

26. April 2017 | 23:37 Uhr

Vier folgenreiche Konzepte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sondersitzung im Bauausschuss Kaufinteressenten präsentierten, was sie auf dem Parkpaletten-Grundstück vorhaben

Die Parkpalette an der Klosterkoppel soll einer Neugestaltung des Geländes weichen. Was dort entstehen könnte, stellten Kaufinteressenten Politik, Verwaltung und interessierten Bürgern vor.

>Betzler Development/ Wohnungen: „Was braucht Ueteren?“, fragte Dr. Florian Betzler (Foto). Seine Antwort: Durch die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum soll die Stadt „Aufschwungimpulse“ erfahren, eine erhöhte Kaufkraft soll dem Aussterben der Innenstadt Einhalt gebieten. Der Ingenieur plant den Bau von 123 Wohnungen von durchschnittlich 70 Quadratmetern. Unter dem Motto „Grüne Mitte Uetersen“ stellt Betzler sich acht kleinteilige Mehrfamilienhäuser von dreieinhalb bis sechseinhalb Geschossen vor, eventuell mit Dachgärten, und zwischen den Häusern sind Freizeit- und Spielflächen vorgesehen. In den Erdgeschossen dreier Häuser würden Einzelhandelsflächen entstehen. Der Hamburger Unternehmer setzt auf moderne Architektur. „Wir bauen grundsätzlich barrierefrei, die Integration von Sozialwohnungen ist möglich, auf die Dächer kommen Solaranlagen“, so Betzler. Mit einem Parkhaus will er 310 kostenlose Parkplätze schaffen.

Der Ingenieur appellierte an die Politik, die Supermarktidee zu verwerfen. Denn das bringe ausschließlich einen Verdrängungswettbewerb, der für bereits ansässige Lebensmittelgeschäfte und Bäckereifilialen lebensbedrohlich sei. Sein Konzept bringe der Stadt nicht nur den Verkaufserlös, sondern auch Grundsteuer- und Grunderwerbssteuereinnahmen sowie eine enorme Kaufkraftsteigerung.
>May & Co./ Lebensmittelhandel: Ein höherer Wettbewerb zwischen Lebensmittelgeschäften ist für Jens Gerdes von May & Co. kein Problem. Das bestehende Nahversorgungscenter mit Edeka, Aldi und weiteren Geschäften liege außerhalb des Herzens von Uetersen. „Er trägt daher nicht wirklich zur Befruchtung bei“, meint Gerdes. Da die Firma das Gelände des alten Rewe-Markts bereits erworben hat, plant sie hier „eine größere Geschichte“: Auf insgesamt 9830 Quadratmetern würde ein Rewe mit großer Bedien- und Weintheke entstehen, in das gleiche Gebäude soll der Penny aus der Fußgängerzone verlegt werden. 92 Stellplätze können davor und 110 weitere auf dem Dach entstehen.

Michael Reibe von der CDU-Fraktion kritisierte, dass in diesem Fall das Penny-Ladengeschäft in der FuZo leer stünde. Doch Gerdes glaubt, auch dieser Standort würde durch die Nachbarschaft aufgewertet. Die Kombination aus Frische- und Discountmarkt ist für ihn zwingend notwendig. Sollte die Stadt zu seinen Ungunsten entscheiden, würde daher auf dem ehemaligen Rewe-Grundstück kein Lebensmittelhändler sondern Einzelhandel anderer Art angesiedelt.
>Procom Invest/ Einkaufen und Wohnen: Auf eine Kombination aus Lebensmittelladen und Wohnraum setzt Robert Eknigk, Projektentwickler bei Procom Invest. Ausgehend von der „prägenden Rundung des Grundstücks“ an der Klosterkoppel entwickelte er die Form des eingeschossigen Geschäfts mit einem Parkdeck darüber. Seitlich soll es eine Glasfassade mit Arkadengang erhalten.

Ein Betreiber steht noch nicht fest. Teils angrenzend, teils darüber soll ein viergeschossiges Wohnhaus mit 16 Wohnungen in verschiedenen Größen von bis zu 73 Quadratmetern liegen. Die unteren vier sollen Eigentums-, die restlichen Mietwohnungen werden. Eknigk möchte mit seinem Projekt „ein ergänzendes Angebot zur Innenstadt“ schaffen.

„Wo sind die restlichen 80 Parkplätze?“, wollte Sabine Lankau (BfB) wissen, denn die Vorgabe der Stadt sieht 200, Eknigks Entwurf aber nur 121 Stellplätze vor. Der Projektentwickler kann sich den Bau einer Tiefgarage vorstellen, wies aber auf Mobilitätsveränderungen in der Bevölkerung hin, „weg vom Individualverkehr“. Rolf Maßow (FDP) kritisierte, der Entwurf des Wohnhauses habe „den späten Charme der Siebziger Jahre“. Der Projektentwickler signalisierte hier Gesprächsbereitschaft mit der Stadt.

>AVWImmobilien/ Offenes Konzept: Seine urspüngliche Idee sei es gewesen, mit der Stadt zusammen ein Konzept zu erarbeiten, so Edward Martens (Foto), Vorstandsmitglied von AVW Immobilien. Auf Bitte der Verwaltung hin hat er nun ein vorläufiges, offenes Konzept erarbeitet. Dieses sieht 2400 Quadratmeter für einen Lebensmittelmarkt vor, weitere 600 für einen Drogeriemarkt, 1000 für ein Ärztehaus sowie 3000 für Wohnraum. Martens plant ein „Mehrgenerationenhaus mit Gemeinschaftsraum, barrierefrei“. Zudem sollen 200 Stellplätze auf dem Dach des Geschäfts entstehen, auf zwei Parkdecks. Architektonisch setzt der Unternehmer auf eine Kombination aus Putz und Klinker. Die SPD-Fraktion wollte wissen, ob die Firma Erfahrung mit der Schaffung von preisgebundenem Wohnraum habe, was Martens bejahte. In diesem Fall empfehle er eine Mischung aus geförderten und nicht preisgebundenen Wohnungen. Kritisiert wurde von den Ausschussmitgliedern die nicht ausreichend durchdachte Erschließung des Grundstücks.

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