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Uetersener Nachrichten

07. Dezember 2016 | 21:19 Uhr

Tag der Arbeit : Viel Neues bei Mai-Kundgebung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Gewerkschaften im Kreis Pinneberg organisieren in diesem Jahr in Elmshorn eine zentrale Kundgebung zum Tag der Arbeit am Sonntag, 1. Mai. „Das Motto lautet diesmal: ‚Zeit für Solidarität‘. Es ist sehr weit gefasst, aber es spiegelt auch den Zeitgeist wider“, sagte Jens Festersen, der im Kreis Pinneberg die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vertritt.

Derzeit gelte es, sich solidarisch für vieles einzusetzen, sagte Festersen. Im Bereich Arbeit seien etwa die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern und der Kampf gegen Altersarmut oder prekäre Arbeitsverhältnisse wichtige Themen, aber auch im Privaten müsse man derzeit Solidarität zeigen, etwa mit den Flüchtlingen, die ihre Heimat verloren haben und jetzt versuchen, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

„Der 1. Mai wird in Deutschland hauptsächlich als Feiertag betrachtet, dabei ist er als Tag der Arbeit sehr wichtig. Viele machen sich gar nicht bewusst, dass die Rechte der Arbeitnehmer nicht vom Himmel gefallen sind, sondern von solidarischen Arbeitergruppen durchgesetzt wurde“, sagte Michael Kahnert, der ebenfalls bei Verdi aktiv ist. Wie Solidarität innerhalb einer Gewerkschaft aussehen kann, beschrieb IG-Metall-Mitglied Wolfgang Stier: „Wir Gewerkschaftsrentner müssen für unsere Renten nicht mehr kämpfen, aber wir kämpfen für die Renten der jüngeren Generation.“ 30 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder sind laut Festersen nicht mehr aktiv im Arbeitsleben. „Das durchschnittliche Eintrittsalter liegt jenseits der 30. Die Menschen treten in eine Gewerkschaft ein, sobald sich ihr Leben gefestigt hat, sie ihre Ausbildung beendet haben und erstmals einen unbefristeten Arbeitsvertrag in den Händen halten“, sagte er. Umso wichtiger sei der solidarische Gedanke, bei dem ihre Interessen auch von älteren Arbeitnehmern vertreten werden.

Mit der Veranstaltung in Elmshorn, die um 10 Uhr beim Gewerkschaftshaus, Schulstraße 3, beginnt, sollen Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig Zusammenhalt für die Gesellschaft ist. „Wir haben dieses Jahr unser Programm ein wenig verändert, um auch Menschen zu erreichen, die bislang nichts mit dem 1. Mai zu tun hatten“, berichtete DGB-Kreisverbandsvorsitzender Peter Brandt. Ein Mittel, um dies zu erreichen, sei ein Wechsel beim Musikstil. „In diesem Jahr wird die E-Wave-Gruppe NRT auftreten und die Elmshorner hoffentlich wach und neugierig machen“, sagte er. Die Musikrichtung sei jedoch nicht die einzige Neuerung bei der Veranstaltung, sagte Brandt. „In den vergangenen Jahren haben sich bei der Kundgebung immer nur Gewerkschaften präsentiert, in diesem Jahr haben auch der Kinderschutzbund, der Weltladen und weitere Organisationen einen Stand auf dem Marktplatz“, berichtete er. Außerdem werde es ab etwa 11.20 Uhr eine Diskussionsrunde mit mehreren Betriebsratsvertretern aus dem Kreis Pinneberg geben, bei der diese über aktuelle Herausforderungen sprechen sollen, etwa über die Übernahme der Uetersener Maschinenfabrik Hatlapa durch den MacGregor Konzern.

Als sogenanntes Highlight der Kundgebung bezeichnete Brandt eine Rede des Hamburger Schauspielers Rolf Becker, der um 10.55 Uhr sprechen soll. „Rolf Becker ist ein sehr politischer Mensch und seit vielen Jahren in Gewerkschaften und in vielen anderen Bereichen aktiv. Ihm zuzuhören lohnt sich immer“, sagte Brandt.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 20:46 Uhr

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