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Uetersener Nachrichten

10. Dezember 2016 | 04:10 Uhr

Uetersen – Portugal und zurück

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

KünstlerportraitJörg Abke malt nach 17 Jahren an der Algarve jetzt im Kloster / Seine Biografie liest sich wie ein Buch

„So viele Ideen, wie ich habe, so alt kann ich nicht werden“, sagt der Maler Jörg Abke über sich, „ich habe bergeweise Ideen!“ Sein Leben lang verdiente Abke seinen Lebensunterhalt als Künstler: Mal als Schaufenstergestalter, mal als Grafiker, mal als Art-Direktor eines deutschsprachigen Magazins in Portugal, in der Werbung und als Maler. Nun lebt der Rentner im Klosterbezirk, in seinem Atelier entstehen täglich neue Aquarelle und Ölbilder.

Der gebürtige Wilhelmshavener hat früher schon in der Marsch gewohnt, „lange Zeit war ich mit einer Uetersenerin verheiratet“, erzählt er. In den 1990ern wanderte er nach Portugal aus, lange Jahre lebte und arbeitete er dort, und viele seiner heutigen Motive stammen noch aus dieser Zeit, zum Beispiel eine Straßenszene vor dem „Café Aliança“, dem bekanntesten Lokal in Faro Algarve. 2010 kehrte Abke nach Uetersen zurück und mietete sich in den Klostermauern ein. Seine Wohnung ist gleichzeitig sein Atelier, ein enger Gang an einer 800 Jahre alten Mauer führt zu seinem Arbeitsraum.

„Falschparker“, so heißt das große Ölgemälde im 50er Jahre-Stil, das an der Wand des Klostermalers hängt. Zu sehen ist eine Frau, die sich unter ihr liegengebliebenes Auto geschoben hat, daneben hält ein Cop auf dem Motorrad. „Um das Auto rostig aussehen zu lassen, habe ich es zunächst in schönstem Lack gemalt, dann mit echtem Rost bestrichen und den dann teils wieder abgeschliffen“, erklärt Abke den Spezialeffekt. Viele seiner Werke zeigen Amerika in den 50er und 60er Jahren. „Ich mag die Oldtimer gern, das sind schöne Motive“, erläutert er.

Auch heimatliche Szenen verewigt der Künstler gern, die Marsch ist darunter, die Rosenstadt Uetersen und viel Maritimes, denn Abke war als junger Mann bei der Marine. Mit Öl auf Holz hat er die verheerende Sturmflut von 1962 sowie die Schneekatastrophe 1978/79 dargestellt, „eingebaut sind kleine Fehler, ähnlich denen im Schmalfilm“, erläutert der Maler.

Das letzte Bild, das er verkaufte, ging an einen jungen Mann in Israel, es trägt den Titel „Die Klagemauer“. „Ich engagiere mich gegen Nazis und bin unter anderem Mitglied bei ‚Künstler gegen Rechts‘“, so Abke. Sein Interesse für seinen Ausbildungsberuf wurde übrigens in der Region geweckt. „Als Schüler habe ich einmal die Beig-Druckerei besucht und war begeistert von der riesigen Satzmaschine! Später habe ich dann Graphiker gelernt“, erinnert er sich. Derzeit hat Abke eine Anfrage einer Galerie aus Berlin, die seine Gemälde gern ausstellen möchte. „Das ist aber auch mit hohen Kosten für mich verbunden, ich habe mich noch nicht entschieden.“ Einige Impressionen seines Schaffens sind unter http://klostermaler-uetersen.jimdo.com zu finden. Über seine Website ist der Klostermaler auch erreichbar: „Wer meine Bilder sehen möchte, kann nach Anmeldung gerne vorbeikommen“.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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