zur Navigation springen

Uetersener Nachrichten

04. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

Tag der unbezahlten Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

ProtestAuch Grundschullehrer wollen nach A13 besoldet werden / Aktion an der Birkenalleeschule

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ „Wenn nicht wir, wer denn...?“ „Ohne uns können die Sekundarstufen 1 und 2 einpacken!“ Landesweit sind Grundschullehrer derzeit nicht gut zu sprechen auf ihre Chefin. Britta Ernst, Ministerin für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein, verweigert dem Teil des Lehrkörpers, der ausschließlich in Grundschulen unterrichtet, die gängige Eingangsbesoldung von A13. Grundschullehrer werden vom Ministerium in der Besoldungsgruppe A12 geführt. Bei angestellten Lehrkräften erfolgt die Eingruppierung entsprechend.

Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind das monatlich 350 bis 450 Euro weniger.

Die Regierungskoalition diskriminiere die Grundschullehrer, heißt es von der GEW weiter. „Während zum 1. Dezember viele Grund- und Hauptschullehrkräfte an Gemeinschaftsschulen nach A13 befördert werden, schauen die Lehrkräfte an den Grundschulen weiterhin in die Röhre. Das ist ungerecht. Das ist ärgerlich. Das geht überhaupt nicht“, so die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke erboßt. Schließlich werde in der Grundschule bei den Kleinsten der Grundstein für gute Bildung gelegt.

Gestern war „Black Friday“. So benannte die Lehrergewerkschaft den Tag, von dem ab Grundschullehrer in Schleswig-Holstein im Vergleich mit der nach A13 besoldeten Lehrerschaft bis zum Jahresende ohne Bezahlung arbeiten.


Die Anforderungen wachsen kontinuierlich


„Die Arbeit an der Grundschule ist nicht weniger wert, nur weil die Kinder kleiner sind, die dort zur Schule gehen“, so die GEW-Vorsitzende. Die Anforderungen an die pädagogische Arbeit wüchsen kontinuierlich. Grundschullehrer weckten Freude am Lernen. Sie würden Kindern helfen, die Welt zu verstehen, hätten eine wissenschaftliche Ausbildung und bildeten Persönlichkeiten. Außerdem dauerten Ausbildung und Vorbereitungsdienst gleich lang. Mit 28 Pflichtstunden pro Woche hätten Grundschullehrkräfte die höchste Unterrichtsverpflichtung.


Lehrer kamen in Schwarz zum Unterricht


An der Uetersener Grundschule Birkenallee fühlen sich viele Lehrer ebenfalls vom Ministerium verschaukelt. So waren gestern, dem Black Friday entsprechend, mehrere Pädagogen ganz in Schwarz zum Unterricht erschienen. Damit folgten sie zugleich einem Aufruf der GEW.

Doch nicht nur die GEW macht Druck. Und manche Forderung, die derzeit zu hören ist, geht sogar noch weiter: Da der Erziehung und dem Lernen in der Grundschule eine viel höhere Bedeutung zukomme, müssten dort auch die am besten ausgebildeten Lehrer unterrichten. Und das müsste mit dem höchsten Gehalt honoriert werden, fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine andere große Lehrergewerkschaft. Dort wird sogar das Leistungsprinzip als Besoldungsgrundlage eingefordert. So sei es fragwürdig, dass sich die Bezahlung nicht in entsprechenden Schülerleistungen niederschlage. In Deutschland gelte das Senioritätsprinzip. Die Gehälter stiegen stetig mit zunehmendem Alter und seien nicht an die Leistung gekoppelt. In anderen europäischen Ländern würden nicht nur erweiterte Qualifikationen honoriert, sondern es schlügen dort auch viele Schulaktivitäten durch ein höheres Gehalt zu Buche.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Nov.2016 | 18:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen