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Uetersener Nachrichten

09. Dezember 2016 | 06:50 Uhr

Sparen auf dem Ökokonto

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Umweltausschuss Heidgrabener Politiker holten Infos von Landschaftsplanerinnen ein

Wie funktionieren eigentlich Ökokonten? Darüber informierten die Landschaftsarchitektinnen Ursula Zumholz und Margarita Borgmann-Voss den Heidgrabener Umweltausschuss. Um durch Baumaßnahmen zukünftig Eingriffe in die Natur vornehmen zu dürfen, geht die Gemeinde bereits jetzt auf die Suche nach möglichen Ausgleichsflächen.

Aktuell hat Heidgraben 1,5 Hektar Land auf seinem Ökokonto verbucht, für weitere 1,5 Hektar wurde ein Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt. Je nach Beschaffenheit des Landes werden der Gemeinde dafür Punkte gutgeschrieben. Welcher Biotop- und Nutzungstyp wie viele Punkte bringt, steht in einer Liste, die der schleswig-holsteinischen „Ökokonto- und Kompensationsverzeichnisverord-nung“ beigefügt ist. Wer auf seinen Flächen zusätzlich den Schutz gefährdeter Tierarten betreibt, erhält einen Zuschlag auf sein Ökokonto.
„Das funktioniert wie bei einem regulärem Konto, mit langfristiger Planung“, erläuterte die Norderstedter Landschaftsarchitektin Zumholz.

„Ich überlege mir, was ich in der nächsten Generation für Flächen brauche, und spare die Ökopunkte in Form von Ausgleichsflächen an.“ Steht dann ein Bauvorhaben an, wird auch dort geguckt, wie die überplante Fläche beschaffen ist, denn ökologisch hochwertige Flächen kosten mehr Punkte vom Ökokonto. „Wie lange haben wir noch Zeit, im Hamburger Speckgürtel Ausgleichsflächen zu finden?“, fragte René Götze vom Amt Moorrege. Die Sachverständigen erläuterten, dass die Ausgleichsflächen nicht in der gleichen Gemeinde liegen müssen. „Hamburg zum Beispiel hat große Flächen in Niedersachsen aufgekauft“, erzählte Margarita Borgmann-Voss, ebenfalls Landschaftsplanerin und Inhaberin des Hamburger Büros „Landschaft & Plan“. Ihre Kollegin Zumholz mahnte jedoch, Ökoflächen nach Nordfriesland zu verlegen, sei keine gute Idee für die Gemeinde. „Aktuell interessieren wir uns für ein Wald- und Wiesenstück, das eventuell für unser Konto infrage kommt“, so Frank Tesch, Vorsitzender des Ausschusses für Umweltschutz und Bauleitplanung.

„Wald untersteht zusätzlich dem Landeswaldgesetz“, erklärte Borgmann-Voss. Hier sei ein Fachgespräch vor Ort mit Naturschutzbehörde und Forstamt nötig. „Wenn der Wald als Ökokonto geführt werden soll, muss er ökomäßig aufwertbar sein“, so Borgmann-Voss.

Denn wie ein Blick auf die Verordnung zeigt, bringt Ackerland den Faktor 1,0 pro Quadratmeter, Wald jedoch maximal den Faktor 0,8, meist jedoch weniger oder überhaupt nichts. Der Umweltausschuss beschloss einstimmig, nach den Sommerferien eine Begehung des Terrains mit einer der Landschaftsplanerinnen und dem Förster durchzuführen. Diese stimmen dann die Punktevergabe mit der Unteren Naturschutzbehörde ab, sollte sich die Gemeinde für einen Kauf entscheiden.

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