zur Navigation springen

Uetersener Nachrichten

05. Dezember 2016 | 11:30 Uhr

Diskussion in Uetersen : Sicherheitsfragen bei der Polizei

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bürgermeister aus dem Uetersener Stationsbereich und MdL Barbara Ostmeier trafen sich mit den drei Polizeichefs.

Uetersen | Zum zweiten Mal trommelte Barbara Ostmeier Bürgermeister aus den Polizeistationsbereichen Uetersen, Tornesch, Moorrege, Haseldorf und Holm zusammen, um die Sicherheit in ländlichen Gemeinden zu analysieren. Der CDU-Landtagsabgeordneten ging es vor allem um die Ängste der Bürger vor einer vermeintlich zunehmenden Kriminalität. Von der Polizei stellten sich der Wedeler Revierchef Torsten Schmidt und sein Stellvertreter Frank Lassen sowie der Uetersener Stationsleiter Hans-Otto Crantz den Fragen der Gemeindechefs.

Mit ihrem Ruf nach mehr Polizei vor Ort rannten die Bürgermeister bei den Ordnungshütern offene Türen ein. Wegen personeller Engpässe seien derzeit nicht einmal verlässliche Dienstpläne möglich. Darunter leiden vor allem die Familien der Bediensteten, denn privates Pläneschmieden gehe so gar nicht, beklagten die Revier- und der Stationsleiter. Eine stärkere Verhinderung von Straftaten könne aber erst nach einem wirklich kräftigen Schub neuer Planstellen wirksam werden, räumten die Beamten ein. Dazu wünschten sich die Ordnungshüter auch mehr Praktikanten. Für die wäre allerdings bezahlbarer Wohnraum nötig. Dazu ein Wink mit dem Zaunpfahl: „In einigen Revieren stellen die Gemeinden Wohnungen zur Verfügung“, ließ Schmidt durchblicken.

Wartezeit muss in Kauf genommen werden

Energisch widersprachen die Beamten aber der weit verbreiteten Furcht, die Sicherheitslage verschlechtere sich, unter anderem wegen des Ausländerzuzugs. Dass dem nicht so ist, dokumentierten sie anschaulich mit statistischem Material. Und: „Alle unsere Pflichtaufgaben werden verlässlich und gut ausgeführt“, betonten die drei Beamten. Nur dass die Mitarbeiter auf Dauer nicht derart nahe am Limit ihrer Belastbarkeit arbeiten sollten. Das schade den Betroffenen gesundheitlich wie auch sozial und mache den Beruf insgesamt sehr unattraktiv.

Wenn keine unmittelbare Gefahr vorliege, könne zwischen einer Meldung und dem Eintreffen der Polizei schon mal einige Zeit verstreichen, räumten die Polizeisprecher ein. Als Beispiel nannten sie Anrufe wegen nächtlicher Ruhestörung. „Wenn anderswo gerade ein Einbrecher am Werk ist, dann fahren wir da natürlich zuerst hin“, illustrierte Schmidt die Situation.

Im Meldeverhalten der Bürger registrierte die Polizei in den letzten Jahren starke Veränderungen, vor allem wegen der Omnipräsenz von Handys zu jeder Zeit und an jedem Ort. „Das Problem dabei ist häufig, dass die Anrufer gar nicht genau wissen, wo sie gerade sind“, so Schmidt. Am Ende des Abends fühlten sich die Gemeindechefs gut informiert, und Barbara Ostmeier war mit dieser zweiten Begegnung der Polizei mit den Bürgermeistern so zufrieden, dass sie erwägt, daraus eine regelmäßig wiederkehrende Einrichtung zu machen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 12:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen