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Waldorfpädagogik in Uetersen : Projekt für Eltern und Kleinkinder

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das tägliche Geschehen im Waldorfkindergarten kann jetzt in einer Schnuppergruppe erlebt werden.

Uetersen | Was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff „Waldorfkindergarten“? Tanzt man dort seinen Namen? Oder wird dort gezeigt, wie das geht? Kathrin Jungbluth und Claudia Haese, beide Erzieherinnen des Waldorfkindergartens in Uetersen, können viel von Vorurteilen berichten. „Zu viel heile Welt, das hören wir oft“, sagen die beiden. Eltern haben jetzt Gelegenheit, die Pädagogik in einer Eltern-Kind-Gruppe in Uetersen kennenzulernen.

Wieso weckt der Begriff Waldorf nach wie vor bei vielen das Bild eines typischen Ökokindes, das in einer heilen Welt aufwachsen soll? „Der erste Eindruck kommt sicherlich daher, weil wir kein herkömmliches Spielzeug haben“, erzählen die Erzieherinnen. Und tatsächlich findet man in den Gruppenräumen viele Körbe mit Steinen, Holzstückchen oder Bändern. Es ist Spielzeug, das Kinder „mit allen Sinnen erleben können, um kreativ zu werden.“

Das Konzept des Waldorfkindergartens geht zurück auf die Lehren Rudolf Steiners (1861–1925), dem Begründer der Menschenkunde „Anthroposophie“ und des anthroposophischen Erziehungskonzepts − der Waldorfpädagogik. Der Natur- und Geisteswissenschaftler sah in jedem Kind eine einmalige, unantastbare Individualität. Im Zentrum seiner Pädagogik steht die Nachahmung. Kernelemente sind aber auch feste Rhythmen im Tages- und Wochenablauf, die den Kindern Sicherheit verleihen sollen, ebenso wie vielfältige Sinneserfahrungen, viel Bewegung und ein starker Bezug zu den Jahreszeiten. Der ganz normale Tag im Waldorfkindergarten verläuft wie folgt: Es ist 7.30 Uhr in der E.-L-Meyn-Straße 1a, die ersten Kinder trudeln ein. Jedes Kind wird begrüßt. Nach dem Umziehen steht das erste Freispiel auf dem Programm.

Im Garten kann getobt werden

An den Tischen kann gebastelt werden, es gibt Holzfiguren, die Puppen- oder die Kuschelecke. Die Erzieherinnen sind stille Beobachter, sie greifen nur bei Streitigkeiten ein. „Die Kinder sind frei, um nachzuahmen, was sie in der Welt der Erwachsenen beobachten. Der eine Junge wird zum Bauarbeiter, ein anderer zum Polizist, die Mädchen spielen gerne Frisör. Ein Stück Holz wird zum Handy oder einem Auto. Sie spielen uns nach und können sich daher leichter in der Erwachsenenwelt zurechtfinden“, argumentiert Jungbluth. Der Tag sei so strukturiert, dass sich Freispiel und rhythmisch-musikalische Teile abwechselten, häufig unterstützt von Gesang, „der die Kindern zur Ruhe bringt“, so die Erzieherinnen.

Nach dem Frühstück geht es hinaus in den Garten zum zweiten Freispiel. Auch dabei finden die Kinder nur wenig vorgefertigte Spielsachen. Nach einer Stunde ausgelassenen Tobens klingt der Vormittag ruhig aus: Während des Stuhlkreises werden Geschichten erzählt oder ein Spiel gespielt. Um 13 Uhr werden die Kinder von den Eltern abgeholt.

Im 30. Jahr seines Bestehens bietet der Waldorfkindergarten Uetersen ein befristetes Projekt für Eltern und Kind im Alter ab einem Jahr an - das „Waldorfprojekt“. Junge Eltern haben somit Gelegenheit, bis zum Sommer im Rahmen einer wöchentlichen, betreuten Eltern-Kind-Gruppe waldorfpädagogische Elemente kennenzulernen.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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