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Uetersener Nachrichten

03. Dezember 2016 | 10:38 Uhr

Ein Gedächtnis für die Stadt : Nach Grabsteinaffäre und Hitler-Skandal: Bekommt Uetersen jetzt ein Stadtarchiv?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Politik berät im Hauptausschuss über die Einrichtung eines Stadtarchivs. Die Bürgermeisterin ist für Räume in der Stadtbücherei.

Uetersen | Zwei Ereignisse haben die Politiker im vergangenen Jahr so sehr erschüttert, dass sie sich jetzt ernsthaft damit befassen, ein Stadtarchiv aufzubauen. Zum einen war das die „Grabsteinaffäre“ auf dem Cäcilie-Bleeker-Park. Die Frage der Denkmalschützer des Kreises, wieviele Grabplatten denn von der Vernichtung durch den Bauhof betroffen waren, konnte niemand beantworten. Weil Unterlagen darüber nicht existierten oder nicht gefunden werden konnten.

Der weitere Vorfall betraf die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers. War sie nun aberkannt worden oder nicht? Auch darüber gab es im Rathaus keine Unterlagen. Insofern musste die Ratsversammlung im Dezember „nachhelfen“ und den Mutmaßungen von LMG-Schülern, die diesen Vorfall aufgedeckt hatten, einen Beschluss entgegensetzen, der die Ehrenbürgerschaft nun endgültig kassierte.

So etwas will man in Uetersen nun nicht noch einmal erleben. Daher hat der Hauptausschuss bereits am 8. März  das Thema eines einzurichtenden Stadtarchivs  behandelt. Insbesondere die SPD-Fraktion zeigte sich damals gut vorbereitet. Per Antrag wollten die Sozialdemokraten Fakten schaffen und ihre Forderung nach einem Archiv mit einzuplanenden Kosten untermauern. Doch wohin mit einer solchen Stätte? Die Verwaltung wurde gebeten, sich darüber Gedanken zu machen und einen konkreten  Beschlussvorschlag zu erarbeiten.

Und die Stadt hat geliefert. Wie bereits mitgeteilt, werden von Bürgermeisterin Andrea Hansen Räume in der Stadtbücherei favorisiert.   Denn: „Die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Stadtarchivs sollte für alle Altersgruppen zu möglichst vielen, auch unterschiedlichen Zeiten gewährleistet sein“, ist es der aktuellen Vorlage an die Politiker zu entnehmen. 

Nach Überzeugung der Verwaltung stehen an der Berliner Straße zumindest zwei Räume zur Verfügung. Folgen die Hauptausschussmitglieder heute Abend dieser Idee, dann werden sie zudem aufgefordert, 5000 Euro in den Nachtragshaushalt einzustellen. Mit diesen Investitionskosten ist zu rechnen, soll die Maßnahme noch in diesem Jahr beginnen.

Seit gestern liegt auch ein SPD-Antrag zum Thema vor.  Die Sozialdemokraten  möchten beschließen lassen, ein kommunales Archiv einzurichten. Im Nachtragshaushalt sollen dafür 50000 Euro für Sach- und  Personalkosten bereitgestellt werden. Zudem möchten die Sozialdemokraten erreichen, dass im Stellenplan eine halbe Personalstelle ausgewiesen wird. Weiterhin soll eine Arbeitsgruppe aus Selbstverwaltung und Verwaltung gebildet werden, die die Einrichtung des Stadtarchivs begleitet. Erhard Vogt, Antragsteller der Sozialdemokraten, sagt, dass ein Archiv seit 2000 zu den pflichtigen Aufgaben gehört. Die Einrichtung habe daher keine Auswirkung auf die Haushaltskonsolidierung. Sitzungsbeginn im Rathaus ist um 19 Uhr.

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