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Uetersener Nachrichten

21. Februar 2017 | 06:16 Uhr

Vor 55 Jahren kam das Wasser : Mit Video: Als die Sturmflut SH erreichte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor 55 Jahren standen die Städte Uetersen, Wedel und Elmshorn unter Wasser. Auch die Haseldorfer Marsch war betroffen.

Uetersen/Elmshorn/Wedel | Die Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar im Jahr 1962 ist nach wie vor im festen Bewusstsein vieler Zeitzeugen verankert. Das Wasser überschwemmte damals weite Bereiche der Haseldorfer Marsch, nördlich von Hamburg, und machte auch vor den Kreis Pinneberger Städten Elmshorn (über die Krückau), Wedel und Uetersen nicht Halt. Die Flut verursachte damals große Schäden. Auch wenn es glücklicherweise keine Toten im Kreisgebiet gegeben hat.

Das, was sich vor genau 55 Jahren ereignete, war mit Abstand eine der schwersten Sturmfluten in der Geschichte der gesamten norddeutschen Westküste. Weite Bereiche des Nordens soffen sprichwörtlich ab und wurden überflutet. Insgesamt gab es 340 Tote zu beklagen, die meisten davon in Hamburg-Wilhelmsburg.

Auch die Moltkestraße stand 1962 unter Wasser.  Auch die Moltkestraße in Uetersen stand 1962 unter Wasser.
Auch die Moltkestraße in Uetersen stand 1962 unter Wasser. Foto: uen

Das Hochwasser, das sich im gesamten Elberaum breit machte, erreichte am 17. Februar 1962 im Haseldorfer Hafen mit 5,83 Meter über Normalnull (NN) seinen höchsten Stand. In Uetersen stieg das Wasser damals immerhin auf die Marke von 4,09 Metern über Normalnull.

Der Grund für die Überflutung weiter Teile der Marsch aber auch der Städte Elmshorn und Uetersen ist darauf zurückzuführen, dass diese Niederungen im Bereich der Pinnau und Krückau damals noch nicht von Sperrwerken geschützt waren. So drückte das Wasser der Elbe unaufhörlich in die Flüsse hinein. Die Stichhäfen beider Städte konnten das viele Wasser nicht mehr aufnehmen, und so ergoss es sich von dort in die jeweilige Innenstadt.

Auf Grund der rechtzeitigen Warnung der Bevölkerung und dem rechtzeitigen Alarmieren der Einsatzkräfte waren im Kreisgebiet Menschenleben glücklicherweise nicht zu beklagen. Dennoch war die Not der Bürger groß. Die Schäden an Gebäuden, öffentlichen Straßen und auch an Bahngleisen waren allerdings vergleichbar mit denen in Hamburg.

Die Uetersener Innenstadt ist nur noch per Boot erreichbar gewesen, immerhin konnte so die Versorgung der Anwohner sichergestellt werden. Dennoch sind durch den Ausfall mehrerer Klärwerke Seuchen in der Rosenstadt nicht auszuschließen gewesen.

Die Sturmflut machte auch vor Elmshorn nicht Halt. Das Foto aus der Flutnacht zeigt die Holstenstraße. Die Aufnahme entstand um 0.30 Uhr, als das Wasser begann, in die Elmshorner City zu laufen. Wenigspäter fiel in der ganzen Stadt der Strom aus. Der Höchststand des Hochwassers (5,08 Meter NN) wurde gegen 3 Uhr erreicht.

Die Sturmflut machte auch vor Elmshorn nicht Halt. Das Foto aus der Flutnacht zeigt die Holstenstraße. Die Aufnahme entstand um 0.30 Uhr, als das Wasser begann, in die Elmshorner City zu laufen. Wenigspäter fiel in der ganzen Stadt der Strom aus. Der Höchststand des Hochwassers (5,08 Meter NN) wurde gegen 3 Uhr erreicht.

Jedoch war es zum Glück möglich, die Stromversorgung des Uetersener Krankenhauses an der Bleekersstraße aufrechtzuerhalten. Nur durch den gemeinsamen Einsatz der Bundeswehr (Marseille-Kaserne Appen), den Deichwehren und Freiwilligen Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und vieler weiterer freiwilligen Helfer konnten noch größere Schäden und weitreichendere Überflutungen verhindert werden.

Die Hochwassermmarke am Pressehaus der Uetersener-Nachrichten.

Die Hochwassermmarke am Pressehaus der Uetersener-Nachrichten.

Eine vorläufige Übersicht der materiellen Auswirkungen (außer den Deichschäden) der Hochwasserkatastrophe im Bereich des Kreises Pinneberg wurde damals mit etwa 30 Millionen DM beziffert.

Bereits am 12. Februar 1962 war die gesamte deutsche Nordseeküste von einer Sturmflut betroffen, die mit Wasserständen von zwei Metern über NN jedoch kaum Schäden verursachte.

Auch die elbnahen Bereiche am Stadtrand zu Hamburg waren von der Flut betroffen. In Wedel stieg das Wasser ebenfalls bis in die Stadt. In der Rolandstadt waren vor allem die Bereich um die Mühlenstraße und um die Schulauer Straße betroffen. Zwischen den Bereichen Altwedel und Schulau konnten die Menschen zeitweise nur noch per Boot verkehren.

Das Foto zeigt Wedel nach der Sturmflut. Der Fotograf blickt aus Richtung des Rathausplatzes.

Das Foto zeigt Wedel nach der Sturmflut. Der Fotograf blickt aus Richtung des Rathausplatzes.

 
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erstellt am 17.Feb.2017 | 18:30 Uhr

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