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Uetersener Nachrichten

27. April 2017 | 13:07 Uhr

Luthers Worte im neuen Gewand

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

BibelübersetzungPropst Thomas Drope kam am Reformationstag tüchtig ins Schwitzen / Buch der Bücher ausgeliefert

Das Nachbeben des Reformators ist nach wie vor nicht verklungen. Damals, am 31. Oktober 1517, also vor 499 Jahren, als der Theologieprofessor Dr. Martin Luther seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hatte, löste der einstige Mönch katholischen Glaubens eine (weitere) Spaltung der Kirche aus, die bis heute, trotz verbreiteter Ökumene, deutlich ihre Nachwehen zeigt. Die Gemeinschaft der Christen ist immer noch in vielen Fragen der Auslegung der Heiligen Schrift uneins.

Mit seinem Thesenanschlag wollte Luther gegen die seiner Ansicht nach tagtäglich praktizierten Missbräuche beim Ablass und besonders beim geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen protestieren. Mehr nicht. Doch Rom zeigte sich unnachgiebig. Das Zerwürfnis mündete in der Übersetzung der Bibel durch Luther. Seine „starken Worte“ fanden viele Freunde. Des Reformators Übersetzungswerk besitzt Qualitäten, die frühere Werke nicht aufwiesen. So gelang es ihm, den schwerfälligen Stil der Vulgata (lateinische Bibelübersetzung) in eine Sprachform zu bringen, die sowohl der gesprochenen Sprache näher kam, als auch Eleganz besaß. Luthers Verdienste für die Entwicklung der deutschen Sprache ist diesbezüglich unumstritten.

Insofern war es kein leichtes Unterfangen zahlreicher Theologen, die Lutherbibel, nach zuletzt 1984, abermals zu redigieren. Ziel war es dabei, zu Luthers Sprache zurückkehren. Fast 12  000 der rund 31  000 Verse wurden geändert.

Und diese neue Heilige Schrift sollte alle evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden pünktlich zum Reformationstag (der am 31. Oktober gefeiert wird) erreichen. Propst Thomas Drope, zuständig für den ehemaligen Kirchenkreis Pinneberg, war es vorbehalten, jeder Predigtstätte in seinem Amtsbereich ein solches Buch im Wert von jeweils 200 Euro zu überbringen. Das tat Drope per Lastenfahrrad. Auch die Klosterkirchen- und die Erlöserkirchengemeinde erhielten eine neue Bibelübersetzung, aus der fortan, spätestens aber mit Beginn des Lutherjahres 2017, gepredigt und gelesen werden soll. In Empfang nahmen die neue Bibel für die Klosterkirchengemeinde die Pastoren Kirsten Ruwoldt und Joachim Gorsolke. Pastor Hild quittierte den Eingang für die Erlöserkirchengemeinde. Der Reformationstag 2017 ist übrigens ein staatlicher Feiertag. Damit soll der 500. Jahrestag des Thesenanschlags und die daraus resultierende Bedeutung für eine große Glaubensgemeinschaft gewürdigt werden.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 16:49 Uhr

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