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Uetersener Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:27 Uhr

Konsolidierung an der Rosenstadtschule : Kein Geld für benötigte Fachkraft

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Rosenstadtschule beklagt den Personalmangel in der Schulsozialarbeit. Ein Trainingsraum kann nicht besetzt werden.

Uetersen | Aufgrund der Konsolidierungspflicht kann sich Uetersen eine pädagogische Fachkraft zur Besetzung des Trainingsraumes an der Rosenstadtschule nicht leisten. Stattdessen wurde im Bildungsausschuss beschlossen, dass Verwaltung und Rosenstadtschule gemeinsam ein Konzept erarbeiten, um eventuelle Fördermittel abzurufen.

„Ein Trainingsraum ist für Regelschüler gedacht, die im Unterricht an ihre Grenzen stoßen, sich nicht konzentrieren können und ständig gegen die Regeln verstoßen“, erklärte Konrektorin Isabell Schnitzler, „sie werden dort pädagogisch betreut, damit sich ihr Verhalten bessert.“ Ihr Kollege, Konrektor Frank Renken, ergänzte: „Das ist eine gute Möglichkeit, die Schüler nachhaltig zu beeinflussen.“

In der Schulsozialarbeit sei die Rosenstadtschule „grenzenlos unterbesetzt“, so Renken. Die Pinneberger Kooperationsschule „GuGs im Quellental“ verfüge über insgesamt 1,7 Stellen, hier habe sich das Schulklima auch entscheidend verbessert, die Rosenstadtschule beschäftige dagegen nur eine Halbtagskraft. Dabei hat die Gemeinschaftsschule sowohl ein DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) als auch viele Förderschüler.

Personal ist Landessache

Bürgervorsteher Adolf Bergmann (CDU) stellte im Bildungsausschuss klar, dass die personelle Ausstattung der Schulen Landessache sei: „Für den Personalschlüssel ist Kiel zuständig.“ Daher handele es sich bei der Aufstockung der Schulsozialarbeit um eine freiwillige Leistung der Stadt. Die gesetzlichen Richtlinien zur Haushaltskonsolidierung sehen jedoch vor, „dass bei Übernahme neuer, freiwilliger Leistungen oder der Ausweitung bestehender freiwilliger Aufgaben die finanziellen Mehrbelastungen durch zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen in gleicher Höhe kompensiert werden“, so Anja Stange aus der Verwaltung. Durch die Einstellung eines halbtags tätigen Erziehers für den Trainingsraum würden Jahrespersonalkosten in Höhe von 26  000 Euro anfallen, die Stadt Uetersen müsse diesen Betrag dann an anderer Stelle kompensieren.

Warum die Besetzung des Trainingsraumes nicht durch Verfügungsstunden des Lehrerkollegiums abgedeckt werden könne, wollte SPD-Ratsherr Benjamin Wirth wissen. Auch Jens Ewald von den Grünen berichtete, seine Frau sei an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn tätig, wo „der Trainingsraum komplett besetzt von Lehrern wird“.

Um eine positive Entwicklung in der Persönlichkeit des Schülers zu erreichen, so Konrektorin Schnitzler, sei es jedoch sehr wichtig, dass stets die gleiche Person ihn begleitete und nicht mehrere. Angedacht ist eine Besetzung des Raums von der zweiten bis zur fünften oder von der dritten bis zur sechsten Stunde, denn „morgens gibt es erfahrungsgemäß weniger Störungen“, so Renken.

Gemeinsam ein Projekt entwickeln

Von Heike Baumann (SPD), der Vorsitzenden des Bildungsausschusses, stammt die Idee, dass Schule und Verwaltung gemeinsam ein förderfähiges Projekt entwickeln und damit an den Kreis herantreten. Im Bereich „Integration“ seien noch Fördermittel abrufbar, so Verwaltungsmitarbeiterin Stange. Bürgervorsteher Bergmann forderte, die Uetersener Politik müsse sich im Bildungsbereich gegen die engen Personalvorgaben aus Kiel wehren.

Für die Rosenstadtschule ist das Ergebnis der Sitzung indes unbefriedigend: „Für uns ist es schwer zu ertragen, dass da auf Landesebene verwiesen wird, denn wir sitzen jetzt hier in der Patsche“, resümierte Renken.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 09:45 Uhr

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