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Uetersener Nachrichten

10. Dezember 2016 | 19:41 Uhr

Kaum Diskussion über Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einwohnerversammlung Neben dem Für und Wider von Neubau und Sanierung wurde auch über die Soccerhalle gesprochen

Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger der Stadt, darunter gut ein Drittel Kommunalpolitiker, waren der Einladung zur Einwohnerversammlung in das Rathaus gefolgt. Damit wurde deutlich, dass das Bürgerinteresse, sich damit zu beschäftigen, ob nun das Rathaus saniert oder ein neues Rathaus im Ortszentrum gebaut werden sollte, gering ist. Das hatte Bürgervorsteher Peter Daniel (SPD) bereits im Mai geahnt, als im Hauptausschuss darüber debattiert wurde, ob eine Einwohnerversammlung einberufen werden sollte.

CDU und FDP lehnten eine Einwohnerversammlung zu einem Zeitpunkt ohne konkrete Planungen zur Ortskerngestaltung ab, die Sozialdemokraten hielten jedoch an ihrem Anliegen, die Bürger in den Entscheidungsprozess Rathaussanierung oder Neubau einzubinden, fest. Die Informationen zu möglichen Kosten für eine Sanierung und für einen Neubau am Standort des ehemaligen Pennymarktes an der Willy-Meyer-Straße gab Bürgermeister Roland Krügel. Bevor er das Hauptthema des Abends anriss, unternahm er in Wort und Bild noch einen Ausflug zu den aktuellen Bauprojekten und zum Gewerbegebiet Oha, gab Infos zum defekten Fahrstuhl und betonte zum Thema Bahnanbindung: „Wir sollten uns nicht zu sehr auf das dritte Gleis konzentrieren, weil man uns sonst bis dahin vertröstet. Wir müssen weiter an der Forderung nach zwei Zügen zum Hauptbahnhof und zwei Zügen nach Altona in der Stunde dranbleiben. Denn der Minister hatte zugesichert, dass, wenn mehr Geld zur Verfügung steht, wir mehr Zughalte bekommen. Daran werden wir ihn erinnern“, so Roland Krügel.

In seinen Ausführungen zum Rathaus nannte er die von einem Planungsbüro ermittelten Kosten für eine Sanierung in Höhe von 2,3 Millionen Euro und Neubaukosten auf dem im Eigentum der Stadt befindlichen Grundstück an der Willy-Meyer-Straße in Höhe von 7,8 beziehungsweise 9,2 Millionen Euro. Auch auf die Vor- und Nachteile von Neubau und Sanierung ging er ein. Vorteilen eines Neubaus, wie zentraler Standort in Bahnhofsnähe, stehen als Nachteile die höheren Kosten, das Fehlen von Parkplätzen, das durch eine Tiefgarage ausgeglichen werden müsste sowie die Notwendigkeit des Ankaufs der Fläche der Neuendorfer Versicherung gegenüber.

„Ein weiterer Punkt ist, was machen wir mit dem alten Rathaus? Die weitere Nutzung müsste geklärt und zudem der Gebietstausch mit Uetersen rückgängig gemacht werden“, so Krügel. Denn das ehemalige Schleswag-Gebäude, in das die Tornescher Verwaltung vor 15 Jahren eingezogen ist, stand auf Uetersener Gebiet.

„Ich denke, wir führen hier eine Luxusdiskussion. Ist es nicht das Beste, das Rathaus am jetzigen Standort zu sanieren und im Ortszentrum einen schönen Platz zum Verweilen zu schaffen? Die Maxime muss doch sein, die Kosten niedrig zu halten“, betonte Wilfried Brumm in der sich anschließenden kurzen Diskussion. Ein anderer Bürger regte die Schaffung eines Bürgerbüros im Ortszentrum an, woraufhin der Bürgermeister deutlich machte, dass es seit 15 Jahren einen „Wir-kommen-ins-Haus-Service“ bei der Verwaltung gibt. „Das wissen viele Bürger nur nicht. Und wir sind auch nicht nur zu den Öffnungszeiten im Rathaus erreichbar, sondern auch nach Vereinbarung.“ Als Nachteil des aktuellen Standorts führte Roland Krügel jedoch auch die „zur Zeit schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln“ an.

Ein anderer Bürger gab zu bedenken, dass die Kosten für einen Neubau sicher noch höher werden als jetzt angegeben und die Sanierung bis zur Fertigstellung eines Neubaus sicher in Angriff genommen werden müsste. Krügel bestätigte, dass dringend notwendige Sanierungsarbeiten für den Brand- und Arbeitsschutz etwa 1,5 Millionen Euro umfassen und für den weiteren Rathausbetrieb realisiert werden müssten.


Krügel hat Anforderungen an Nachfolger


Zwei Themen − Auslastung der Soccerhalle des Torneums und die starke Verkehrsbelastung des Baumschulenweges − wurden von Bürgern ergänzend zur Tagesordnung vorgebracht. „Sie sind angetreten, Tornesch schuldenfrei zu hinterlassen. Mit dem Torneum wird Ihnen das nicht gelingen. Heißt das, Sie treten nochmal bei der nächsten Bürgermeisterwahl an?“, fragte Holger Stoß. „Das werden keine Konsumschulden sein. Ich habe zwar gesagt, ich trete nicht wieder an, aber ich weiß ja nicht, wer da so kommt. Gewisse Mindestanforderungen an meine Nachfolger habe ich dann doch“, so das Schlusswort des Bürgermeisters auf der Einwohnerversammlung.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 12:47 Uhr

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