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Uetersener Nachrichten

07. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Ehrenamt in Heidgraben : Karl-Heinz Wittig gibt seine Kunst-AG nach fünf Jahren ab

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Fünf Jahre lang hatte er in ihren Räumen ehrenamtlich gearbeitet, betreute im Zuge des Ganztags einen Mal- und Kunstkurs, brachte den Grundschülern den Umgang mit Pinsel, Stift und Farbe bei.

Heidgraben | Leise hat er in der vergangenen Woche zum letzten Mal die Eingangstür hinter sich abgeschlossen, setzte sich noch einmal unter den großen Baum und blickte auf das Gebäude der Heidgrabener Grundschule: Fünf Jahre lang hatte er in ihren Räumen ehrenamtlich gearbeitet, betreute im Zuge des Ganztags einen Mal- und Kunstkurs, brachte den Grundschülern den Umgang mit Pinsel, Stift und Farbe bei. Nun hat sich der Uetersener Rentner Karl-Heinz Wittig auch in den Ehrenamts-Ruhestand verabschiedet − mit 79 Jahren.

Sein letztes Projekt war auch sein vielleicht spektakulärstes: Für eine Inszenierung des „Dschungelbuchs“ malte er mit den Kindern zusammen die Kulissen für das Ensemble der Theater-AG an der Grundschule, eine wunderschöne Collage aus Dschungelszenen, die im Besitz der Schule bleibt. Bis zu 2,20 Meter hoch und 1,50 Meter breit ist jedes der sechs Bilder. Die Arbeit wurde notgedrungen etwas ungerecht verteilt, denn wegen Zeitmangels stieg Wittig mit ein und steuerte gleich fünf Bilder bei. Das eine aber, das die Kinder gemeinsam gemalt haben, zeigt, was sie gelernt haben, wie gut sie inzwischen den Bildern ihrer Fantasie Ausdruck verleihen können.

„Ich habe damit angefangen, den Kindern das richtige Sehen beizubringen“, sagt der gebürtige Düsseldorfer, der das Malen für sich ebenfalls während der Schulzeit entdeckte. Bis heute liebt er dieses Ausdrucksmittel, nahm sich auch neben seinem kaufmännischen Beruf die Zeit, sich künstlerisch weiterzubilden. Sein Interesse gilt vor allem der chinesischen und japanischen Malerei. „Man muss ein Hobby haben“, sagt er. Wittig ist überzeugt, dass das Malen und Zeichnen zu 70 Prozent Handwerk ist, eine gewisse Begabung aber nicht schaden kann. „Es gibt eine ganze Reihe von Kindern, die Talent haben“, sagt er in der Rückschau.

Motivation an anstrengenden Schultagen

Die Herausforderung für ihn war, sie bei der Stange zu halten und auch nach anstrengenden Schultagen zu motivieren. Dabei kam ihm seine Erfahrung zugute. „Ich habe mich eigentlich immer ehrenamtlich engagiert und war schon als Schüler Jugendleiter in unserem Verein“, erinnert sich der leidenschaftliche Tennisspieler, der 1960 nach Norddeutschland kam, erst in Wedel lebte und später nach Uetersen zog. Auch die Erfahrung als Vater einer Tochter und Opa von zwei Enkelkindern floss in die Arbeit ein.

Den Einstieg in die Lehrtätigkeit fand er über Kunstkurse an der Volkshochschule. Später unterrichtete er an der Klaus-Groth-Schule in Tornesch, an der Moorwegschule in Wedel und an der Uetersener Friedrich-Ebert-Schule, bevor er schließlich nach Heidgraben kam. Sein langjähriges Engagement verbindet er mit der Hoffnung, dass bei den Schülern „etwas hängen bleibt, nämlich ein gewisses Kunst- und Kulturverständnis“.

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