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Uetersener Nachrichten

30. April 2017 | 03:11 Uhr

Treffen : Grüner Besuch aus Brüssel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auf der Wahlkampftour von Hamburg nach Lübeck legte die Europapolitikerin der Grünen, Rebecca Harms, einen Zwischenstopp im Kreis Pinneberg ein, um auf Einladung der Grünen aus Halstenbek und dem Kreis über das Thema Pflanzenschutz und andere europäische Themen zu diskutieren. Ebenfalls gekommen waren Bernd Voss, Landwirt und europa- und agrarpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Resy de Ruijsscher, Bio-Landwirtin und Sprecherin der Kreisgrünen und Helmuth Kruse, der Vorsitzende des Umweltausschusses des Kreistages. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ines Strehlau, der Grünen Landtagsabgeordneten aus Halstenbek.

Gleich zu Anfang warb Rebecca Harms offensiv für die europäische Idee: Deutschland hat nach dem zweiten Weltkrieg massiv internationale Unterstützung der anderen Länder erfahren. Der Frieden in den Ländern der europäischen Union sei kein Zufall, sondern Ergebnis einer gezielten gemeinsamen Europapolitik. Von der europäischen Solidarität profitiere Deutschland auch heute noch, unter anderem mit einer starken Wirtschaft. Rebecca Harms ist aber nicht nur eine erfahrene Europapolitikerin, sie ist auch gelernte Baumschulgärtnerin, und so war der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln natürlich das zentrale Thema der Diskussion. Eines jener Pflanzenschutzmittel ist Basamid-Granulat. Es wird bei Rosengewächsen bei Bodenmüdigkeit eingesetzt. Zwar ist es in Deutschland grundsätzlich verboten, es kann aber jährlich über eine Ausnahmeregelung zugelassen werden. „Es gibt im Moment keine praktische Alternative zum Basamid-Granulat gegen Bodenmüdigkeit“, stellte Rebecca Harms fachkundig fest, sah aber auch, dass der dauerhafte und intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln keine Lösung sei. Sie berichtete von anderen Anbaugebieten in Europa, wie zum Beispiel solchen in Spanien, wo große Produktionsflächen für den Gemüseanbau nicht mehr nutzbar seien und auch der Einsatz von immer mehr Pflanzenschutzmitteln keine Rettung war. Die Betriebe mussten auf andere Flächen ausweichen.

„Fachwissen und wirtschaftliches Potenzial der Baumschulbetriebe, das hier im Kreis geballt vorhanden ist, darf nicht für das Land verloren gehen“, meinte Bernd Voß, aber dass auch Pinneberger Baumschulen bereits jetzt Flächen in größerer Entfernung zu Hamburg suchen, sei Realität. Hinsichtlich der Vergiftung der Umwelt gab Rebecca Harms zu bedenken, dass in der Baumschulwirtschaft der Einsatz von Chemikalien im Vergleich zu ihrer Lehrzeit erheblich verringert und die Anwendungsbestimmungen drastisch verschärft wurden. Auch sei die Genehmigungspraxis in Schleswig-Holstein vergleichsweise restriktiv, allerdings kommt ein erheblicher Anteil des Basamids im Kreis Pinneberg in der Baumschulwirtschaft zur Anwendung. Die Hoffnung ruht nun auf der Entwicklung alternativer Verfahren.

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erstellt am 05.Mai.2014 | 21:40 Uhr

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