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Uetersener Nachrichten

08. Dezember 2016 | 21:19 Uhr

Gaumenfreuden auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

beurteilungBürgermeisterin Andrea Hansen hatte zum Testessen in die Uetersener Schulmensa an der Bleekerstraße eingeladen

Weil kein Koch zur Verfügung stand, die Mädchen und Jungen, die täglich den städtischen Kindergarten besuchen, aber eine warme Mahlzeit erhalten sollen, hatte Bürgermeisterin Andrea Hansen per Eilentscheidung einen Liefervertrag mit der Firma Dussmann abgeschlossen. Dussmann betreibt seit mehreren Jahren die Schulmensa. Und das reibungslos. Kann geliefertes Essen so frisch sein wie solche Gerichte, die vor Ort gekocht werden? Eltern hegten Zweifel und ließen das auch ihre politischen Vertreter wissen, denen sie mit auf den Weg gaben, sich um einen neuen Koch zu kümmern. Außerdem beinhalte das Kochen vor Ort einen pädagogischen Effekt. So hätten sich, bis zur Kündigung des Kita-Kochs Kinder am Zubereiten der Mahlzeiten beteiligt.

Dieser in der Öffentlichkeit ausgetragene Streit hat zur Verunsicherung aufseiten des Mensa-Betreibers geführt. Insofern hielt es Bürgermeisterin Andrea Hansen für geboten, sich zu Testzwecken mit Befürwortern und Kritikern zum Mittagessen in der Mensa zu verabreden. Ihrer Einladung folgten Alexej Stroh, Leiter der Ludwig-Meyn-Schule, Bürgervorsteher Adolf Bergmann und Jens Ewald (Grüne). Rosenstadt-Schulleiterin Gisela Leffers war ebenfalls eingeladen worden, allerdings zeitlich verhindert. Das Quartett stieß vor Ort auf Andreas Kelting (Foto), Vorsitzender der Elternvertretung an der Rosenstadtschule. Er wisse um die derzeitige Auseinandersetzung, lasse aber auf die Mensa nichts kommen. Kelting: „Es gibt qualitativ Hochwertiges zum angemessenen Preis.“ Für den Betrag von 4,30 Euro könne man sich satt essen. Täglich (montags bis donnerstags) gebe es eine Nudel- und eine Salatbar. Da könne man sich so oft bedienen, wie man wolle, so Kelting.

Jens Ewald, Mitglied der Grünen-Fraktion, war vor dem Essen bedeutend kritischer: Fakt sei, dass Dussmann sich an der KGSE in Elmshorn als Mensa-Betreiber nicht habe halten können. Ewald hatte sich während der politischen Debatte auf die Seite der Kita-Eltern geschlagen.

Mehrere Gerichte standen den Test-Essern zur Auswahl. So wie jeden Tag. Das Quartett war nicht lange alleine, immer mehr Schüler stießen dazu. Ewald gönnte sich einen frischen Salat und ein warmes Gericht. Nach einigen Bissen urteilte er: „Man kann nicht meckern. Das Essen ist fantastisch. Für ein Mensagericht ist das sehr gut.“ Auch der Nachtisch sei schmackhaft, gab er später zu Protokoll. Er sei durchaus in der Lage, seine Meinung zu ändern und seine Erfahrung auch zu verteidigen, sagte Ewald abschließend.


Gymnasium nimmt bis zu 1000 Essen ab


Schulleiter Stroh bekannte, dass er zwar unregelmäßiger Mensa-Gast sei, aber immerhin zwei- bis dreimal im Monat dort zu Mittag esse. Es sei immer gut gewesen. Stroh: „Manche Eltern stören sich an den Zusatzstoffen, die deklariert werden.“ Doch es gehe eben gewissenhaft und transparent zu. Er bezweifele, dass es eine solche Transparenz auch am heimischen Küchentisch gebe. Er sei froh, dass die Mensa da sei. Bis zu 1000 Essen würden in der Woche alleine über das Gymnasium gebucht. Der Besuch der Mensa ist für untere Jahrgänge verpflichtend. Weitere Schüler kommen von der Rosenstadtschule, allerdings, wie auch ältere Schüler des Gymnasiums, freiwillig.

Für Bürgervorsteher Bergmann stand fest, dass sich der ganze Streit nicht an der Kochkunst der Firma Dussmann entzündet hat, sondern daran, dass die Kita-Eltern eine Wiederbesetzung der vakanten Küchenchef-Stelle durchsetzen wollten und auch den pädagogischen Nutzen der Teilhabe der Kinder an der Zubereitung als wertvoll einschätzten. Das Mahl habe ihm sehr gut geschmeckt, urteilte Bergmann. Insbesondere lobte er den frischen Salat. Die Einladende selbst befand, dass die Gerichte gut gewürzt seien. Angemessen und kindgerecht. Der Zaziki sei nicht zu scharf gewürzt gewesen. Alexej Stroh informierte darüber, dass Gastschüler aus anderen Ländern regelmäßig begeistert von der Mensa seien und wünschte sich, dass wieder Ruhe einkehre. Am LMG sei man froh, über eine so gute Mensa verfügen zu können. Stroh regte an, sie auch freitags zu öffnen. Bedarf dafür gebe es.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 15:27 Uhr

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