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Uetersener Nachrichten

04. Dezember 2016 | 17:25 Uhr

Es stinkt und fault im Bleekerstift

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

regio-kliniken Der Marder ist aktiv / Im Keller steht das Wasser fünf Zentimeter hoch / Kein Interesse mehr am Abrissobjekt?

Es riecht faulig im ehemaligen Krankenhaus an der Bleekerstraße. Das Gebäude gehört dem Kreis Pinneberg (25 Prozent), beziehungsweise den Regio-Kliniken, die wiederum Teil des Sana-Konzerns sind. Man hat nach dem Umzug der Geschäftsführung und dem Auszug der Schwesternschule offenbar kein Interesse mehr an dem Objekt, und lässt es daher augenscheinlich verfallen.

Sebastian Kimstädt, Sprecher der Regio-Kliniken sagte, als er im UeNa-Gespräch darüber informiert wurde, dass im Untergeschoss des Gebäudes das Wasser fünf Zentimeter hoch steht, dass das Gebäude zum Verkauf stehe. Es habe eben einen Grund dafür gegeben, dass die Kliniken das Gebäude vor zwei Jahre verlassen hätten und nach Elmshorn umgezogen seien. Kimstädt spricht hinsichtlich des Wassers von einem „bekannten Problem“. Es hänge mit einem Vordach zusammen. Bei Starkregen dringe darüber immer wieder Wasser in das Gebäude. Doch der Grund könnte auch eine defekte Drainage-Pumpe sein. Ein Pumpgeräusch wie in der Vergangenheit ist derzeit nicht zu hören. Der Pressesprecher erinnerte daran, dass das Haus abgerissen werden soll. Daher halte man sich mit Investitionen zurück.

Wie bereits berichtet, führen die Regio-Kliniken derzeit Verkaufsverhandlungen. Ein Interessent ist die MTP Projektgesellschaft um den Uetersener Architekten Maik Timm. Der will auf dem 8  000 Quadratmeter großen Grundstück 40 moderne Wohneinheiten mit Tiefgarage entstehen lassen (wir berichteten). Timm möchte das Gebäude abreißen, allerdings nur die später angebauten Flügel. Das Hauptgebäude möchte er stehen lassen und stilgerecht sanieren.


Fernsehteam dreht dort Arztfilme


Doch im Bleekerstift fault es nicht nur. Es stinkt dort auch. Zum Ärger auch von Fernsehteams, die die Location seit geraumer Zeit nutzen, um dort Arztfilme zu drehen. Mindestens ein Marder lebt in dem früheren Krankenhaus. Seine Hinterlassenschaften sind überall zu sehen und riechen. Auch gräbt er sich ungestört durch die Deckenverkleidungen. Das Bleekerstift hat das Tier ganz offensichtlich zu seinem Lieblingsgebäude erkoren, treibt nachts ungestört sein Unwesen und verzehrt dabei − so wie das Wasser − den Wert des historischen Gebäudeteils. Und dabei soll das Haus gerade meistbietend verkauft werden. Angeblich stehen die Investoren Schlange, trotz eines bereits gefassten Aufstellungsbeschlusses, der „satte Gewinne“ kaum zulässt. Es ist bereits vorgegeben, wie dort gebaut werden darf: Luftig, kleinteilig und ressourcenschonend. Inwieweit das stehende Wasser dem zu erhaltenden Gebäudeteil bereits geschadet hat, kann nur vermutet werden. Am Ende müssen das baufachliche Untersuchungen ans Licht bringen.


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erstellt am 12.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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