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Uetersener Nachrichten

04. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Erst Schollen - dann Karpfen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Tradition 200 Schaulustige verfolgten am Sonnabend das große Abfisch-Spektakel am Birkenhain-Teich in Tornesch

Das hatte es beim traditionellen Abfischen des Teichs an der Tornescher Gaststätte „Birkenhain“ noch nicht oft gegeben: Das Gewässer war von einer etwa zwei Zentimeter starken Eisfläche bedeckt. So mussten die Helfer erst einmal die Schollen aufbrechen, bevor sie die Karpfen an Land ziehen konnten. Zehn Zentner der fleischigen Grätentiere holten Petrijünger des Sportangelvereins (SAV) Uetersen-Tornesch am Wochenende aus dem Teich an der Heimstättenstraße. Etwa 200 Schaulustige verfolgten das Spektakel, eine Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren zu einem kleinen Volksfest geworden ist.

Mit Stöcken und Schaufeln wurde die Eisdecke aufgestoßen. „Es war schon einmal schlimmer. Damals kam die Feuerwehr und spülte die Eisschollen mit Schläuchen in die hinterste Ecke des Teichs“, erinnerte sich Wolfgang Lohmann (66), der bereits seit Anfang der 1970er-Jahre beim Abfischen dabei ist. Anschließend zogen Helfer mit vereinten Kräften ein 30 Meter breites Netz zwei Mal durch das Gewässer. Darin verfingen sich außer Karpfen auch einige Weißfische und Schleie. „Die bleiben aber im Wasser“, so Lohmann. Die Grätentiere wurden in Plastikkisten zu einem großen Behälter am Ufer gebracht und dort zwischengelagert.

„Vorsicht, heiß und fettig“, warnten die Petrijünger, als sie die Fische in das Wasser plumpsen ließen. So mancher Zuschauer, der zu nahe am Rand des Beckens stand, erhielt eine kostenlose „Mini-Dusche“, denn die quicklebendigen Karpfen, manche davon mehrere Pfund schwer, zappelten munter weiter und ließen das Wasser hoch spritzen.


Gestern waren sie schon in der Pfanne


Etliche Fischliebhaber nahmen gleich mehrere Exemplare der Schuppentiere mit nach Hause. Helga Retzlaff war aus Uetersen gekommen und erstand zwei Karpfen. „Die kommen noch am Wochenende in die Pfanne. Wir treffen uns mit der ganzen Familie zum Fischessen“, verriet die Rentnerin. Petrijünger Daniel Irrgang betäubte die Tiere mit einem Holzschlägel und schnitt anschließend die Innereien fachgerecht heraus. Auf der Terrasse der Gaststätte hatten „Birkenhain“-Wirt Thorsten Cords und sein Team ein Zelt aufgebaut, in dem Erbsensuppe und Glühwein ausgeschenkt wurden. „Der Punsch schmeckt heute besonders gut, denn vor einem Jahr hatten wir fast frühlingshafte Temperaturen. Da wurde mehr Bier getrunken“, sagte Cords.

Großen Zuspruch fanden auch die frisch vor Ort geräucherten Forellen und Aale, die SAV-Hauptgewässerwart Michael Schliewe am Morgen vom Hamburger Fischmarkt geholt hatte. Auf der Speisekarte der Gaststätte steht ab sofort „Karpfen blau“. Zubereitet wird der Fisch auf klassische Art: gekocht, dazu Salzkartoffeln, Sahnemeerrettich und Buttersoße.


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erstellt am 14.Nov.2016 | 17:58 Uhr

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