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Uetersener Nachrichten

28. Februar 2017 | 15:22 Uhr

KViP : Er rollt mit Volt und Watt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kameras der TV-Teams surrten, Mikrofone der Hörfunkreporter wedelten durch die Luft, Fotoapparate der schreibenden Zunft blitzten um die Wette. Ungewöhnlich viele Medienvertreter waren gestern nach Uetersen in die Bahnstraße zur Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) gekommen. Zusammen mit KViP-Geschäftsführer Jürgen Lamla und Landrat Oliver Stolz sowie Gästen aus hiesiger Politik, Verwaltung und Wirtschaft wollten sie eine Sternstunde für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erleben: Die KViP stellte den deutschlandweit ersten Elektrobus namens Euracom 600 in ihren Liniendienst.

„Er rollt mit Volt“ und „vollelektrisch, abgasfrei, leise“ steht in großen Lettern, umflogen von Schmetterlingen, auf dem zwölf Meter langen Bus, der ausschließlich mit Ökostrom betrieben wird und bei zwölf Akkus und einem 130 kW Elektroantrieb eine durchschnittliche Reichweite von 250 Kilometern hat. Er soll ab sofort abwechselnd auf verschiedenen Linien zunächst für eine halbjährige Erprobung eingesetzt werden.

„Wir leiten mit dem heutigen Tag ein neues Zeitalter im ÖPNV Deutschlands ein und beteiligen uns damit auch an den anspruchsvollen politischen Umweltzielen unseres Hauptgesellschafters, dem Kreis Pinneberg“, sagte Jürgen Lamla bei seiner Begrüßung. Dieser Schritt sei der KViP und dem Kreis aber nur mit kompetenten Partnern möglich gewesen: der Euracom GmbH als Entwickler und Fahrzeugbauer in Zusammenarbeit mit einer chinesischen Firma für Elektroantriebe, der E.on Hanse und der Schleswig-Holstein Netz AG für die Strom-Versorgung sowie der Fachhochschule Kiel für die wissenschaftliche und verkehrsplanerische Begleitung. Knapp drei Jahre hat die Entwicklung bei Eurocom gedauert. Die KViP entschied sich im Herbst 2011 für den Probeeinsatz.

Dass der Elektrobus nicht nur innovativ und umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist und den Sparbemühungen des Kreises entgegen kommt, erläuterte Landrat Oliver Stolz. Strom ist deutlich billiger als Dieselkraftstoff: 21 Cent gegenüber 41 Cent pro Kilowattstunde, die für einen Kilometer reicht. Etwa 25000 Euro Energiekosten jährlich können so eingespart werden. Außerdem entfallen Wartungskosten. Die höheren Anschaffungskosten für einen Elektrobus – mit 380000 Euro 100000 Euro mehr als für ein Dieselfahrzeug – würden sich nach drei Jahren amortisieren.

Aufladen können die Busfahrer die Litium-Eisenphosphat-Akkus über Nacht an der von der E.on eingerichteten Ladestation bei der KViP. „Dieser Anschluss“, so E.on-Vorstand Udo Bottländer, „soll uns mit intelligenter Zählertechnik wichtige Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Ladevorgang und Netzlast liefern, um Wind- und Solarstrom noch effizienter einsetzen zu können.“

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erstellt am 14.Mai.2012 | 21:03 Uhr

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