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Uetersener Nachrichten

03. Dezember 2016 | 16:49 Uhr

Integration : Einfach mitnehmen und zeigen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bei einem Treffen der zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich auch in Heidgraben für die Betreuung und Integration von 30 Flüchtlingen einsetzen, wurde deutlich, wie wichtig für die aus Syrien und Afghanistan kommenden Flüchtlinge der Erwerb der deutschen Sprache ist. „Das Interesse ist groß. Alle sind bei der VHS Tornesch-Uetersen für einen Kurs angemeldet“, so Irmgard Voß, Koordinatorin der Flüchtlingsbetreuer in der Gemeinde.

Zusätzlich und für einige Flüchtlinge bislang die einzige Möglichkeit, Deutsch zu lernen, bieten Flüchtlingsbetreuer Unterricht an. Ergebnis des Helfertreffens, an dem auch einige dieser Aktiven teilnahmen, ist das Ziel einer Vernetzung und der Einsatz identischen Lehrmaterials, das über die „Flüchtingsbetreuer-Kasse“ beschafft werden könnte. Als weitere Anregung einer der Sprachpatinnen wurde die Übereinkunft getroffen, für den Deutschunterricht das Sitzungszimmer im Gemeindezentrum zu nutzen. Der Zweite Stellvertretende Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen, der ebenfalls zum Team der Flüchtlingsbetreuer gehört, hatte diesen Vorschlag unterbreitet, nachdem der Wunsch aufgekommen war, auch vom Sprachniveau her gemischte Gruppen zu bilden und den Flüchtlingen zu ermöglichen, untereinander Kontakte zu schließen, sofern diese noch nicht bestehen.

Denn gerade die jungen Männer, die seit wenigen Wochen am Lerchenfeld wohnen, haben untereinander keinen familiären Zusammenhalt, so wie die Familien am Eichenweg oder die Familie an der Hauptstraße. Die jungen Männer sprechen kaum Deutsch oder Englisch. Als erfreulich wurde bei dem Helfertreffen bewertet, dass die meisten der in Heidgraben lebenden Flüchtlingskinder inzwischen dem Heidgrabener Sportverein angehören. Ihre Mitgliedschaft wird über Gutscheine der „Teilhabe“ bezahlt. Erwachsene müssen den Beitrag selbst entrichten, so Irmgard Voß. „Wenn nötig, müssten wir nach Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung suchen. Denn Sport ist eine gute Möglichkeit der Integration“, betonte sie. Auch das „Mitnehmen“, „Zeigen“ und „Erklären“ sei die beste Art der Hilfe und Integration. „Und dabei können wir darauf hinweisen, dass unser Leben auch viel Anstrengung erfordert und wir nicht alles geschenkt bekommen“, waren sich die ehrenamtlichen Helfer einig.

Mitglieder der drei syrischen Familien aus den Mobilheimen haben nach ehrenamtlichen Arbeitsmöglichkeiten gefragt. „Sie wollen sich einbringen, so wie bereits ein Syrier, der im Bauhof mitarbeitet und seine Frau, die in der Schulkantine hilft“, berichtet Irmgard Voß. Vorgeschlagen wurde eine Veranstaltung mit Flüchtlingen, bei der gegrillt und syrische, afghanische und deutsche Gerichte zubereitet werden könnten.

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erstellt am 24.Apr.2016 | 18:43 Uhr

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