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Uetersener Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Eine Freundschaft für das Leben

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Deutsch-französische KontakteTreffen in Heidgraben zwischen Familien Sörensen, Tesch, Laurent und Jean

Stimmengewirr in Deutsch und Französisch herrscht in diesen Tagen am Tisch der Familien Sörensen und Engelbrecht an der Bergstraße. Bei ihnen und bei der Famlie des Ehrenbürgermeisters Udo Tesch sind Freunde zu Besuch, die den Grundstein zur Partnerschaft Challes et Heidgraben mitgelegt haben: Die Familien Laurent und Jean.

Dass aus dem Schüleraustausch vor 31 Jahren eine bis heute währende Freundschaft zwischen ihren Familien und sogar eine Städtepartnerschaft entsteht, hätten Julia Engelbrecht, geborene Sörensen, und Jeanne Jean, geborene Laurent, damals nicht vermutet. Sie waren Schülerinnen im Alter von elf und dreizehn Jahren am Ludwig-Meyn-Gymnasium Uetersen beziehungsweise am Gymnasium in Le Mans, dem international bekannten Ort des 24-Stunden-Rennens für Sportwagen, und schrieben sich nach dem Schüleraustausch weiter fleißig Briefe. Auch ihre Eltern bekundeten Interesse an einem Kennenlernen. Und so reiste Familie Sörensen 1986 nach Challes, dem kleinen Ort in der Nähe von Le Mans, mehr als 1000 Kilometer entfernt von Heidgraben.

„Bei unserem Spaziergang durch den ländlichen Ort wurden wir überall freundlich begrüßt und wir stellten viele Ähnlichkeiten mit Heidgraben fest“, erinnert sich Marion Sörensen. Mit Marlene Laurent, Mutter von Jeanne, stellte sie sich die Frage, ob es nicht möglich wäre, zwischen mehreren Familien beider Orte Kontakte entstehen zu lassen. Als Marlene Laurent 1989 Bürgermeisterin von Challes geworden und einer Einladung der Familie Sörensen nach Heidgraben gefolgt war, nahm sie Kontakt mit Heidgrabens Bürgermeister Udo Tesch auf.


Grundlage für Ortspartnerschaft


„Er weilte zum Zeitpunkt unseres Besuches mit seiner Familie im Urlaub auf Sylt. Ich bin hingefahren und wir haben über Möglichkeiten einer Städtepartnerschaft gesprochen. Seitdem sind auch wir befreundet“, erzählt Marlene Laurent. Sie spricht sehr gut deutsch. Bis 2001 war sie Bürgermeisterin von Challes. 1993 hat sie die Urkunde des Partnerschaftsvertrages mit Udo Tesch in Challes, ein Jahr später in Heidgraben unterzeichnet. Seitdem findet jedes Jahr wechselseitig eine Partnerschaftswoche statt. Auch außerhalb der Partnerschaftswochen treffen sich die Familien Sörensen und Laurent/Jean sowie Tesch und Laurent, telefonieren und schicken Weihnachts- und Geburtstagsgrüße.

1998 hatte Marlene Laurent, die mit dem Kreis Pinneberger Verein Selenogradsk verabredet war, bei ihrem Kurzbesuch in Heidgraben das Brautkleid ihrer Tochter Jeanne im Koffer. Jeanne hatte im Juli 1997 ihren Sebastien geheiratet. Und da ihre Heidgrabener Freundin Julia so begeistert von dem Brautkleid war, stellte sie es ihr für die kirchliche Trauung zur Verfügung. „Es musste nur ein bisschen gekürzt werden, passte ansonsten perfekt. Genau so ein Kleid hätte ich mir auch ausgesucht“, schwärmt Julia Engelbrecht noch heute von dem Kleid. „Und ich freute mich, dass sie mein Hochzeitskleid haben wollte. Das ist ein Zeichen großer Vertrautheit“, merkt Jeanne an.


Gemeinsames Blättern in den Fotoalben


Beim Besuch in diesen Tagen wurde natürlich auch in den Fotoalben mit den Aufnahmen der Trauung und Hochzeitsfeier von Julia und Peter Engelbrecht, an der auch die Freunde aus Challes teilnahmen und Marlene Laurent als Challer Bürgermeisterin eine Ansprache hielt, geblättert.

Nicht nur durch das Tragen ein- und desselben Hochzeitskleides haben Julia Engelbrecht und Jeanne Jean ihre Freundschaft vertieft. Sie sind auch durch die Geburtsdaten und Namen ihrer Kinder in ganz besonderer Weise miteinander für immer verbunden. So wurde am 8. August 1999 Matthias Jean geboren, der als zweiten Namen Peter, wie Julia Engelbrechts Mann mit Vornamen heißt, erhielt. Fast auf den Tag genau drei Jahre später, am 7. August, kam Hakon Engelbrecht zur Welt.

Auch die am 22. Mai 2004 geborene Mathilde Jean steht mit Geburtsdatum und zweitem Vornamen in besonderer Beziehung zur Freundin ihrer Mutter aus Heidgraben. Sie hat einen Tag vor Julia Engelbrecht Geburtstag und trägt deren Vornamen als zweiten Namen. Das Wiedersehen in Heidgraben in „großer Familie“ wurde, wie bei vorangegangenen Treffen in Heidgraben, wieder mit einem Matjesessen gekrönt. „Diese Freundschaft ist eine Bereicherung. Trotz großer Entfernung nehmen wir gegenseitig Anteil und sind füreinander da“, so Marion Sörensen.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 16:39 Uhr

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