zur Navigation springen

Uetersener Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:57 Uhr

Rund um die Uhr bereit : DRK Uetersen-Gruppe ist die jüngste Bereitschaft im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

500 Stunden ehrenamtliche Arbeit wird im Monat geleistet.

Uetersen | Schmerzensschreie hallen über die E.-L.-Meyn-Straße. Ein Mann sitzt zusammengesackt an einem Gartenzaun, scheint schwer verletzt zu sein. Doch Hilfe naht: Zwei junge Frauen in orangefarbenen Jacken eilen herbei. Mit beruhigender Stimme fragt die eine, was passiert ist, während die andere den Mann untersucht. Plötzlich sehen alle drei zu einem jungen Mann im weißen Hemd, der alles von Anfang an beobachtet hat. Er nickt anerkennend. Die vier silbernen Sterne an seinem Ärmel leuchten in der Abendsonne. Lachend springt der scheinbar Verletzte auf und räumt mit den Sanitäterinnen das Verbandsmaterial zusammen. Denn diese dramatische Szene war lediglich eine Übung. „So bereiten wir uns auf den Ernstfall vor“, erklärt der Mann mit den Sternen – Florian Schlüter, Leiter der Uetersener Sanitätsbereitschaft.

Die Bereitschaft gehört dem DRK-Ortsverein Uetersen an und kümmert sich um Sanitätsdienste sowie den Katastrophenschutz. Geschieht im Kreis Pinneberg ein Unglück, das die Kapazitäten der regulären Rettungskräfte übersteigt, werden die Sanitätsbereitschaften angefordert. Jede der insgesamt sieben DRK-Bereitschaftsgruppen im Kreisgebiet übernimmt dabei eine spezielle Funktion, die Uetersener sind für den Transport der Verletzten zuständig. „Wir sind rund um die Uhr einsatzbereit“, sagt Schlüter. Doch derartige Katastrophen passieren selten, ihren letzten Einsatz hatte die Uetersener Truppe 2014, als in Schenefeld ein Altenheim brannte.

Sanitätsdienst damit andere feiern können

Hauptsächlich leistet die DRK-Bereitschaft Sanitätsdienste auf Veranstaltungen in Uetersen, Tornesch sowie den umliegenden Marsch- und Geestgemeinden. „Vom Karneval über den Rosen-Cup bis zum Schleswig Holstein Musikfestival – wir sind immer dabei“, erzählt Schlüter. Zweck ist es hierbei, die Erstversorgung von Verletzten vor Ort sicher zu stellen. In der Regel bleiben Verletzungen glücklicherweise aus, trotzdem haben die DRK-Helfer während ihrer Dienste alle Hände voll zu tun. „Meistens weisen wir den Weg zum Klo, kleben Pflaster auf und verteilen Kühlpacks“, berichtet Schlüter. Selten dauere ein Sanitätsdienst weniger als vier, meistens mehr als acht Stunden. So verbringe man als Bereitschaftsmitglied gerade im Sommer viele Wochenenden damit, von morgens bis abends auf Reitturnieren zu sitzen. Doch auch, wenn längere Dienste sehr anstrengend sind, ist es Schlüter zufolge immer wieder erfreulich, den Menschen zu helfen. „Wir sind dafür da, damit andere unbesorgt feiern können“, konstatiert der Bereitschaftsleiter.

Die Sanitätsdienste der Uetersener Bereitschaft haben in den letzten Jahren stetig zugenommen, derzeit sind es rund 50 Einsätze pro Jahr. Allein im vergangenen Juli leisteten die Helfer 500 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Möglich geworden ist dies durch den enormen Mitgliederaufschwung in den letzten drei Jahren. Derzeit zählt die Uetersener Bereitschaft 30 Aktive, das Durchschnittsalter der Helfer liegt bei 22 Jahren. „Keine andere Bereitschaft im Kreis Pinneberg ist so jung, wie die in Uetersen“, weiß Gunda Tumforde. Sie gehört nicht nur der Uetersener Truppe an, sondern ist zudem stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin. „Weil alle so jung sind, ist die Gemeinschaft bei uns besonders eng“, findet Florian Schlüter. Das ist notwendig, denn im Ernstfall müssen sich alle aufeinander verlassen können. Damit dann jeder Handgriff sitzt, wird auf den Dienstabenden geübt – am Material, an den Fahrzeugen und eben auch aneinander.

Die Uetersener Sanitätsbereitschaft trifft sich jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat im Albert-Schweitzer-Haus (E.-L.-Meyn-Straße 1) um 20 Uhr zum Dienstabend. Die Treffen sind auch die ideale Anlaufstelle für potenzielle neue Helfer. „Mitmachen kann jeder ab 16 Jahren, der Zeit und Lust hat, zu helfen“, sagt Bereitschaftsleiter Florian Schlüter. Medizinische Vorkenntnisse seien nicht notwendig. Idealerweise melden sich Interessierte vor dem Treffen unter 04122-2164 oder per Email an florian.schlueter@drk-uetersen.de. Bevor jemand neu in die Bereitschaft aufgenommen wird, prüfen beide Seiten während einer halbjährigen Anwärterschaft, ob sie sich miteinander wohlfühlen. Ist das der Fall, beginnt die Ausbildung, die insgesamt 13 Wochenenden in Anspruch nimmt.  Ebenso sucht der DRK-Ortsverein Uetersen stetig neue passive Mitglieder, die ihn mit Fördergeldern unterstützen. Der Beitrag für eine Mitgliedschaft beträgt mindestens 18,41 Euro pro Jahr und wird sowohl für die Ausstattung der Bereitschaft als auch für die anderen Tätigkeiten des DRKs, etwa Blutspende-Aktionen, eingesetzt. Bei Interesse kann Thomas Stange, Erster Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Uetersen unter 04122-927146 kontaktiert werden.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 12:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen