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Uetersener Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Heist : Die Strommasten sind bald Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Schleswig-Holstein Netz AG ersetzt die Freileitungen zwischen Uetersen und Wedel durch Erdkabel.

Heist | Fast unbemerkt von Anwohnern und Passanten vollzieht sich zwischen Uetersen und Wedel Großes am Wegesrand: Der Energieversorger Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) verlegt seine 30-Kilovolt-Freileitung unter die Erde. Nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2017 werden 49 der 51 Mittelspannungsmasten abgebaut, nur zwei bleiben als Mobilfunkmasten in der Landschaft stehen.

Deshalb und auch weil die Erdarbeiten ohne große Verkehrsbehinderungen ausgeführt werden können, gibt es wenig kritischen Stimmen, weiß Volker Mielisch. „Doch nicht jedem kann man es recht machen“, lacht der stellvertretende Pressesprecher der SH Netz. Bei einem vergleichbaren Projekt wünschte sich ein Anwohner, dass die Masten bleiben, weil er die Vögel, die die Elektrokabel als Landeplatz nutzen, so gern beobachtete.

Das Auffälligste an dem aktuellen Vorhaben ist ein Materialdepot auf dem Grundstück am Heistmer Friedhof an der B431. Hier lagern die Leerrohre, die mit Hilfe eines Spülverfahrens in die Erde gebracht und in die in einem weiteren Arbeitsschritt die neuen Elektrokabel eingezogen werden.

Freileitung aus den 60er Jahren wird ersetzt

Die SH Netz ersetzt damit die zwölf Kilometer lange Freileitung aus den 60er Jahren durch ein 19 Kilometer langes Erdkabel. Der Längenunterschied ergibt sich aus der Trassenführung: Während die Freileitung in relativ geraden Abschnitten verläuft, folgt das Erdkabel Straßen und Wegen.

„Wir stören so wenig wie möglich“, so Mielisch. Berücksichtigt werden landwirtschaftliche Interessen und Umweltauflagen. Hier hat der Energieversorger, der in Schleswig-Holstein und Niedersachsen rund 50.000 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze, 15  000 Kilometer Gasnetze und 7  500 Kilometer Kommunikationsnetze betreibt und in annähernd 1000 Kommunen vertreten ist, aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt.

Umgesetzt wird die Maßnahme in vier Bauabschnitten: Bis Ende August wird an der Strecke zwischen den Umspannwerken in Moorrege und Heist gearbeitet. Im zweiten Bauabschnitt buddeln beziehungsweise spülen sich die Arbeiter bis Ende Oktober zum Umspannwerk Holm vor. Parallel laufen im September und Oktober die Bauarbeiten zwischen den Umspannwerken Uetersen und Moorrege mit der Unterquerung der Pinnau. Zwischen November und März ist der mit 6700 Metern längste und südlichste Abschnitt zwischen den Umspannwerken Holm und Wedel an der Reihe. „Der Freileitungsersatz gewährt unseren Kunden Versorgungssicherheit“, sagte Marcus Bumann.

Die Unterquerung der Pinnau stellt eine besondere Herausforderung dar.
Die Unterquerung der Pinnau stellt eine besondere Herausforderung dar. Foto: SH NetzAG
 

Für den Leiter des Netzcenters in Uetersen liegen die Vorteile der Erdverkabelung auf der Hand: Die neu verlegten Kabel sind gegen Blitzschlag, Sturm, Vereisung und umfallende Bäume geschützt. „Die Sanierung der Freileitung hätte 90  000 Euro gekostet. Die Erdverkabelung kostet rund drei Millionen Euro, dafür haben wir für die nächsten Jahrzehnte Ruhe“, so Mielisch. Vor allem Heist profitiert von der Verlegung in die Erde. Die Freileitung verläuft hier über dicht besiedeltem Gebiet. Eine besondere Herausforderung ist die Unterquerung der Pinnau. Nahe der Uetersener Deichstraße wird mit dem Spülverfahren zehn Meter unter dem Fluss ein 230 Meter langer Kabelkanal gebohrt .

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erstellt am 11.Aug.2016 | 12:05 Uhr

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