zur Navigation springen

Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2016 | 03:26 Uhr

Rathaus in Tornesch : Die SPD will einen strengen Arbeits-Fahrplan

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was kommt - eine Sanierung oder ein Neubau in der Ortsmitte?Die Politik will die Entscheidung mit Thema Ortskerngestaltung verbinden.

Tornesch | Weniger die von der Verwaltung vorgelegten Kostenaufstellungen für eine Sanierung oder den möglichen Neubau eines Rathauses standen im Mittelpunkt der mehr als einstündigen Diskussion in der Sitzung des Hauptausschusses, sondern mehr die Frage, geht die Politik den Weg bis zur Einberufung einer Einwohnerversammlung zu dem Thema gemeinsam und in welchem Stadium der Meinungsbildung wird die Einwohnerversammlung einberufen.

Bürgermeister Roland Krügel bat die Politiker, die Einberufung einer Einwohnerversammlung nicht zu übereilen. „Wir haben bislang nur das Pennymarkt-Grundstück für einen Rathausneubau zur Verfügung. Für eine Alternative fehlen uns die Grundstücke bislang. Ein Rathausneubau ist eine Entscheidung für die nächsten 100 Jahre.“ Der Verwaltungschef warf den Politikern vor, dass bislang keine der Parteien eine Veranstaltung zum Thema Rathaus einberufen hat. „Dort könnte doch erst einmal geklärt werden, ob das Thema Neubau weitergeführt wird. Ich habe den Eindruck, dass sich die Politik vor einer Entscheidung drücken will.“ Der CDU-Ratsherr Henry Stümer regte in der Sitzung des Hauptausschusses an, sich Informationen zum Thema „elektronisches Rathaus“ einzuholen und führte Norderstedt als Beispiel an. „Dort hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Wir sollten uns in Norderstedt ansehen, wie so etwas funktionieren könnte.“

Das Interesse der Bürger an der Beratung im Hauptausschuss  war gering. Fünf  Bürger verfolgten von den Zuschauerreihen im Ratssaal aus die Diskussion. Etwa 2,4 Millionen Euro würde eine notwendige und nicht mehr über Jahre aufschiebbare Sanierung des Rathauses kosten. Ein Rathausneubau etwa auf dem Grundstück des ehemaligen Pennymarktes oder an anderer Stelle etwa 8 Millionen Euro. Das Pennymarkt-Grundstück gehört der Stadt, ein Neubau an anderer Stelle im Ortszentrum wäre noch mit dem Erwerb von Grundstücken verbunden. Ob die dafür notwendigen Verhandlungen von Erfolg gekrönt sein werden und welcher Zeitraum dafür veranschlagt werden muss, sind Faktoren, die eine Planung verzögern. „Wir sollten nicht an erster Stelle auf die Kosten schauen, sondern  darauf, welchen Vorteil ein Rathaus in der Innenstadt bringt. Die Arbeitsgruppe des Bauausschusses, die sich mit der Ortskerngestaltung beschäftigt, sollte auch das Thema Rathaus im Ortskern beleuchten“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Radon.

Sein Fraktionskollege Andreas Quast, Vorsitzender des Finanzausschusses regte an, nach einem Investor zu suchen, der ein Rathaus mit Geschäfts-, Veranstaltungs- und Wohnräumen in der Innenstadt errichten und der es an die Stadt vermieten würde.  

CDU-Ratsherr Henry Stümer, Vorsitzender des Bauausschusses, betonte hingegen: „Ein  Rathaus in der Stadtmitte war gestern. Statistiken sagen aus, dass Bürger nur alle zehn Jahre ihr Rathaus aufsuchen. Wozu brauchen wir ein Rathaus im Ortszentrum, wenn keiner hingeht. Wir haben hier eine Verwaltungsstelle und sollten sie sanieren.“ Nicht nur unter den Christdemokraten waren unterschiedliche Ansichten zum Rathaus-Thema auszumachen.

„Wir müssen die Mängel im  Verwaltungsgebäude, auch wenn wir ein Rathaus in der Innenstadt bauen sollten, trotzdem beseitigen. Und das hat nicht fünf Jahre Zeit“, merkte der SPD-Ratsherr und Vorsitzende des Umweltausschusses Ingo Früchtenicht an. Notwendig sind unter anderem energetische Sanierungen. Die Vorsitzende des Hauptausschusses und Vorsitzende der SPD-Fraktion Verena Fischer-Neumann sprach von einem „gewissen Termindruck“. Die Planungen für  das Ortszentrum und für ein Rathaus dort müssten zusammengeführt und die Einwohner einbezogen werden. „Wir brauchen Zahlen und eine Darstellung, wo ein Rathaus hinkommen  könnte“, sagte sie. Auch SPD-Mann Manfred Mörker betonte, dass, wenn ein Rathaus im Ortszentrum gewünscht sei, die Chance nicht vertan und bei den Planungen zum Ortszentrum berücksichtigt werden müsste. Die  Rathaus-Frage seine eine klassische Frage für eine Einwohnerversammlung. Bürgervorsteher Peter Daniel (SPD) befürchtete hingegen, dass  das Bürgerinteresse an der Mitentscheidung gering sein könnte.   

„Wir müssen  uns jetzt selber  Druck machen“, so Verena Fischer-Neumann. Anfang Juni  tagt die Arbeitsgruppe des Bauausschusses zur Innenstadtgestaltung. Die Ergebnisse dieser Beratung sollen bei der nächsten Hauptausschuss-Sitzung auf den Tisch.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen