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Uetersener Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:38 Uhr

Eilentscheidung in Uetersen : Die Schwierigkeit mit gutem Kita-Essen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Politik befasst sich mit einer Eilentscheidung der Bürgermeisterin. Andrea Hansen hatte diese während der Sommerferien getroffen, um die Mittagsverpflegung der Mädchen und Jungen im städtischen Kindergarten sicherzustellen.

Uetersen | Der Bildungsausschuss kommt heute Abend um 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses zusammen. Geleitet wird die Sitzung von Heike Baumann (SPD). Unter anderem werden sich die Politiker mit einer Eilentscheidung der Bürgermeisterin befassen. Andrea Hansen hatte diese während der Sommerferien getroffen, um die Mittagsverpflegung der Mädchen und Jungen im städtischen Kindergarten sicherzustellen.

Der Koch der Einrichtung an der Herderstraße hatte zum 1. Mai gekündigt. Übergangsweise wurde bis zur Schließungszeit des städtischen Kindergartens die Verpflegung durch eine Küchenhilfe sichergestellt. Die Verwaltung hatte parallel versucht, einen neuen Koch einzustellen. Doch traf die Bewerbung auf wenig Gegenliebe. Daher, so die Verwaltung, habe man im Sinne der zu versorgenden Kinder anders entschieden und die Firma Dussmann, Betreiberin der Schulmensa, ins Boot geholt. Und das per Eilentscheidung.

Die Firma hatte in einem anderen Gespräch mit der Verwaltung erklärt, dass die Anzahl der Mittagessen, ausgegeben an Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums und der Rosenstadtschule, rückläufig sei. Daher sei es absehbar, dass − so wie im Vertrag vorgesehen − von der Ausgleichszahlung Gebrauch gemacht werden müsse. Im Vertrag ist geregelt, dass montags bis donnerstags jeweils mindestens 250 Essen abgenommen werden müssen.

Von Januar bis Ende April dieses Jahres verzeichnete die Betreiberin bereits 182 weniger abgenommene Essen. Diese Menge ist zwar gering, dennoch schlägt sie mit jeweils zwei Euro zu Buche. Ein Euro Unterschuss bezahlt die Stadt, den zweiten Euro teilen sich die beiden Schulen im Verhältnis 70:30. Im städtischen Kindergarten profitieren derzeit 85 Mädchen und Jungen von der Mittagsverpflegung. Bis auf weiteres beliefert Dussmann die Kita jetzt mit einem frisch gekochten Hauptgericht, Knabbergemüse sowie einem Dessert. Die Anlieferung erfolgt mit Thermoboxen ab 11.30 Uhr. Der Abgabepreis beträgt 3,70 Euro pro Mahlzeit.

Unterschriftenliste soll übergeben werden

Die „gefühlt“ richtige Entscheidung der Bürgermeisterin stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Aktuell erarbeitet eine Elterngruppe eine Unterschriftenliste. Darüber möchte sie die Politiker bewegen, die Eilentscheidung der Bürgermeisterin zurückzunehmen beziehungsweise dafür zu sorgen, dass die Küche in der Kita wieder mit einem Koch ausgestattet wird. Begründet wird diese Forderung unter anderem mit der Behauptung, das Dussmann-Essen sei weniger frisch als das in der Kita-Küche zubereitete. Zudem könne es nicht angehen, dass die Stadt die Küche für 64.500 Euro renoviere, um sich dann von Dritten beliefern zu lassen. Die Stadt hat hingegen ausgerechnet, dass die Belieferung durch die Firma Dussmann im Vergleich zur Produktion vor Ort im Jahr 1000 Euro einspare.

Die Politiker nehmen die Entscheidung entweder zur Kenntnis oder verwerfen diese, beziehungsweise beschließen, das Mittagessen wieder über einen eigenen Koch sicherzustellen. Es ist geplant, die Unterschriftenliste heute Abend zu übergeben.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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