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Uetersener Nachrichten

10. Dezember 2016 | 19:36 Uhr

Gespräch : Der Kreis braucht Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kreis Pinneberg drückt bei der Schaffung von Wohnraum aufs Tempo. „Der Bedarf an Wohnungen steigt stark an. Deshalb ist es jetzt Zeit, die durch die Regionalplanung angelegten Fesseln vorzeitig zu lösen“, sagte Landrat Oliver Stolz gestern bei einem Treffen mit Landes- und Bundespolitikern der SPD.

Die hohe Zahl der Migranten, dazu immer mehr Hamburger, die im Umland der Metropole nach bezahlbarem Wohnraum suchen: Der Druck auf den Wohnungsmarkt im Kreis Pinneberg ist groß, die Zahl der Neubauten hält mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt. „Wir brauchen nicht nur mehr sozialen Wohnungsbau, sondern auch mehr nicht öffentlich geförderten Wohnraum“, sagte Landrat Oliver Stolz, der Land, Städte und Gemeinden aufforderte, ihre Anstrengungen zu erhöhen.

Wasser auf die Mühlen vieler Kommunalpolitiker: Stolz will eine vorzeitige Überarbeitung der Regionalplanung, die den Kommunen die Grenzen der Entwicklung vorschreibt. An diesem Regelwerk scheiterten in der Vergangenheit manche Bauvorhaben vor allem in ländlichen Kommunen. Bei dem Vorstoß weiß er sowohl den SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann als auch den Wohnungsbau-Experten der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Hölck, an seiner Seite, der ebenfalls eine Anpassung der Instrumente und damit eine Überarbeitung des Regionalplanes forderte.

Hölck erinnerte zudem an die Wohnungsbauprogramme der Landesregierung und appellierte an die Kommunen, die damit verbundenen Möglichkeiten eines erleichterten Bauens zu nutzen. Voraussetzung dafür: Die Kommunen müssten freie Grundstücke zur Verfügung stellen, so Landrat Oliver Stolz. Dabei hat der Kreis Pinneberger Verwaltungschef vor allem die kleineren Gemeinden im Blick und nicht allein die Städte, in denen Bauplätze ohnehin inzwischen knapp sind.

Das Schleswig-Holsteinische Innenministerium kommt in einer Studie aus dem Jahr 2010 zu dem Ergebnis, dass allein im Kreis Pinneberg bis zum Jahr 2025 mindestens 15000 Wohnungen neu zu bauen sind, um den Bedarf zu decken. Das sind 9100 Neubauwohnungen, 4530 Ersatzbauten und eine neu zu schaffende Leerstandreserve von 1450 Wohneinheiten. Das Pestel-Institut in Hannover ermittelte im vergangenen Jahr zudem im Auftrag der Bauwirtschaft den Bedarf an Sozialwohnungen (UeNa berichteten). Der lag unter anderem durch den Zuzug von Flüchtlingen bei mehr als 3000 Einheiten. Gebaut wurden schließlich aber nur etwas mehr als 1300 Einheiten.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 20:20 Uhr

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