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Uetersener Nachrichten

02. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Kita-Verpflegung in Uetersen : Der Hauptausschuss watscht Bürgermeisterin Hansen ab

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Geliefert statt frisch gekocht: Eilentscheidung der Verwaltungschefin zur Kita-Verpflegung missbilligt.

Uetersen | Die Rosenstadt kommt nicht zur Ruhe. Derzeit gibt es große Differenzen zwischen der Bürgermeisterin und der Selbstverwaltung. Nach der kritisierten Eilentscheidung von Andrea Hansen, einen Wachdienst mit dem Schutz der Wohnboxen am Esinger Steinweg zu beauftragen (Kosten rund 160.000 Euro pro Jahr), stand am Dienstagabend eine weitere Eilentscheidung der Bürgermeisterin im Brennpunkt der Hauptausschusssitzung: Hansen hatte, weil im Mai dieses Jahres der Koch der Kindertagesstätte Herderstraße gekündigt hatte, per Eilentscheidung verfügt, mit der Firma Dussmann, der Betreiberin der Uetersener Schulmensa, einen Vertrag über die Dauer eines Jahres zu vereinbaren. Das Essen sollte von dort kommen. Diese Entscheidung ärgerte alle Fraktionen. Im Hauptausschuss verfügten sie, den Vertrag rückgängig zu machen und die Stelle des Kochs neu zu besetzen.

Von Elternvertretern war bereits während der Sitzung des Bildungsausschusses gesagt worden, das Essen sei weniger frisch als vor Ort zubereitet. Außerdem fehle der pädagogische Effekt, seien die Speisen im Kindergarten doch in Zusammenarbeit mit den Kindern hergestellt worden. Das jedoch war nicht der Hauptgrund der Politik, sich zu ärgern. Sie kritisierte insbesondere, nicht vorab eingebunden zu sein. Die Bürgermeisterin schaltete sich mit den Worten in die Debatte ein, dass es sich nach Recherchen der Kommunalaufsicht um ein Geschäft der laufenden Verwaltung handele, die Politik also nicht einzubeziehen sei.

Der Vorsitzende des Hauptausschusses, Andreas Stief (CDU) sollte einen Rechtsanwalt einschalten, um die Rechtmäßigkeit der Eilentscheidung und die Einhaltung des Vergaberechts prüfen zu lassen.

Der Vorsitzende des Hauptausschusses, Andreas Stief (CDU) sollte einen Rechtsanwalt einschalten, um die Rechtmäßigkeit der Eilentscheidung und die Einhaltung des Vergaberechts prüfen zu lassen.

Foto: UeNa

Analog des Geschehens beim Wachdienst beantragten CDU und BfB dennoch zu beschließen, das Vorgehen der Bürgermeisterin − den Eilentscheid − „aufs Schärfste“ zu missbilligen. Zudem sollte der Vorsitzende des Hauptausschusses, Andreas Stief (CDU) beauftragt werden, einen Rechtsanwalt einzuschalten, um die Rechtmäßigkeit dieser Eilentscheidung und die Einhaltung des Vergaberechts prüfen zu lassen. Die Missbilligung wurde von CDU, BfB und den Grünen mitgetragen, die Einschaltung des Rechtsbeistands von CDU und BfB − der Ausschussmehrheit. Die SPD-Fraktion stimmte jeweils dagegen, sie erkannte einen Frontalangriff gegen die Bürgermeisterin, den sie nicht mittragen könne.

Weiter galt es zu klären, ob sich, wie einige Elternvertreter behaupteten, ein Koch auf die offene Stelle beworben hatte. Da es diesbezüglich keine Ausschreibung gegeben habe, so Andrea Hansen, hätte es sich um eine Initiativbewerbung handeln müssen. Der Sachverhalt konnte gestern Morgen geklärt werden. Andrea Hansen informierte unsere Zeitung, dass eine Bewerbung „in einer Außenstelle“ eingegangen sei. Diese hätte soeben das Rathaus erreicht. Darüber, ob der Kandidat für die Stelle geeignet sei, machte sie keine Angaben.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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