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Uetersener Nachrichten

02. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Klimaschutz : Das eigene Verhalten überprüfen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Gesprächsabend in Uetersen: Die Klimanauten profitieren vom Erfahrungsaustausch.

Uetersen | Sie kommen bereits seit geraumer Zeit zusammen, die „Klimanauten“. Ein Treffen fand während der Interkulturellen Woche statt. Die Gruppe stellte ihre Ergebnisse einem interessierten Publikum im Rathaus vor. Klimaschutz im eigenen Haushalt, das betrifft die Bereiche Lebensmittel, Energie- und Wasserverbrauch, Müll und Mobilität. „Klimanauten“ ist ein Programm der Heinrich Böll Stiftung. In „Abendgesellschaften für Ressourcenschutz in Reichweite“ entwickeln Nachbarn und Freunde gemeinsam, was sie durch besonnenes Verhalten zum Klimaschutz beitragen können. Die Idee dazu hatte Gerlinde Gröger, angestiftet durch ihren in Berlin lebenden Sohn Julian. Ihre elf Mitstreiter gewann Gröger in der Nachbarschaft, aber auch durch einen erfolgreichen Aufruf in der UeNa. Mit einem Informationsordner der Stiftung als Leitfaden, überprüften die engagierten Bürger ihre alltäglichen Handlungsweisen.

Moderiert von Gerlinde Gröger, stellten die Mitglieder der Klimanauten den Gästen die Ergebnisse ihres Erfahrungsaustauschs vor. Rückfragen und Diskussionen waren ausdrücklich erwünscht. Lebensmittel, da war sich die Klimanauten-Gruppe schnell einig, sollte man regional und saisonal einkaufen, um klimaschädliche Transportwege zu vermeiden. „Wir sind hier mit Bauernhöfen, dem Markt, örtlichen Schlachtereien und Obsthöfen ganz gut ausgestattet“, resümierte Sabine Wolf, räumte aber auch ein, dass sich das manche Leute nicht leisten können. Die Uetersener Klimanauten sprachen sich dafür aus, wenig Fleisch zu essen, denn das sei der beste Klimaschutz. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass auch der Anbau von Soja klimatechnische Probleme aufwirft.

Um den Stromverbrauch zu Hause zu reduzieren, sollte man den Verbrauch seiner alten Geräte durch Messgeräte, die zwischen Gerät und Steckdose geschaltet werden, überprüfen, empfahl Klimanaut Karl-Heinz Schlüter. Auch versteckten Stand-by-Betrieben kommt man so auf die Schliche. Anhand einer Grafik illustrierte er, dass Waschmaschinen den höchsten Verbrauch beim Erhitzen des Wassers haben. „Man sollte sich fragen: Ist die 90-Grad-Wäsche wirklich nötig?“, meinte Schlüter.

Energieberater Michael Hell zeigte dem Publikum, wie man mittels eines Oberflächentemperaturmessgeräts oder einer Thermographiekamera Schwachstellen in der Wärmedämmung von Häusern ausfindig machen kann, „denn nur neun Prozent der Energie, die in Haushalten verbraucht wird, ist Strom. Wärme hingegen macht 85 Prozent aus“, so der Ingenieur. Durch Dämmmaterial wie Styropor lasse sich die Energieeffizienz deutlich steigern, hierfür gebe es auch Fördermittel.

Verpackungsmüll zu vermeiden, hierfür warb Wolfgang Gröger. „Viele Lebensmittelhändler akzeptieren es schon, wenn man seine Tupper-Dose mitbringt“, so Gröger. Statt Dinge einfach wegzuwerfen, kann man sie reparieren, spenden, schenken oder verkaufen. Statt immer mehr Dinge zu kaufen, kann man sie in der Nachbarschaft teilen. „Wir sollten Produkte länger verwenden, denn Methan, ein Gas das bei der Verrottung von Müll entsteht, wirkt beim Treibhauseffekt 21-mal stärker als CO²“, so Gröger. Die Klimanauten haben daher eine gruppeninterne Liste erstellt mit Sachen, die sie sich untereinander leihen. SPD-Politikerin Heike Baumann erläuterte ihre Entscheidung, einen mit Erdgas betriebenen Pkw anzuschaffen. „Der Wagen kostet 1,3-mal so viel wie ein Benzinfahrzeug, aber der Treibstoff ist günstiger. Im Laufe des Lebens dieses Autos habe ich eine positive Bilanz“, so Baumann.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 12:14 Uhr

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