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Uetersener Nachrichten

10. Dezember 2016 | 04:15 Uhr

Uetersen : Das Bleekerstift als Bürgerkrankenhaus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Uetersenerin Jutta Lüdecke stellte dem Rat die Pläne des Architekten Walter Sauermilch vor.

Uetersen | Walter Sauermilch, Architekt aus Elmshorn, nutzte die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde, die der Tagesordnung der Ratsversammlung am Montagabend vorgeschaltet war, um sein Alternativprojekt zur beschlossenen Wohnbebauung an der Bleekerstraße, vorzustellen. Weil er Elmshorner Bürger ist und deshalb kein Fragerecht hatte, übernahm Jutta Lüdecke diesen Part. Die Uetersenerin, die Sauermilchs Pläne unterstützt, ist ehemalige Betriebsrätin des Krankenhauses Uetersen, das vor inzwischen zwölf Jahren geschlossen wurde. Sauermilch plant auf besagtem Grundstück, ein Bürgerkrankenhaus zu errichten (wir berichteten am Sonntag) und hat eine entsprechende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Der Appell von Lüdecke war der Appell des inzwischen 81 Jahre alten Architekten: Lasst der Menschlichkeit in der Medizin eine Chance! In Zeiten von diagnosebezogenen Fallgruppen für ein pauschaliertes Abrechnungsverfahren (DRG) stehe nicht unbedingt der Patient im Mittelpunkt. Es drehe sich alles um das Thema Geld, das schade der Gesundung des Patienten. Jutta Lüdecke wollte von den Politikern wissen, was diese von einer Revitalisierung des Krankenhauses halten.

Das Grundstück mit Gebäude befindet sich im Eigentum der RegioKliniken und soll verkauft werden. Es gibt bereits einen Investor, der als Partner der Stadt gilt. Heißt: Sobald der Konzern an besagte MTP Projektgesellschaft verkauft hat, kann von dieser Seite verwirklicht werden, was angekündigt wurde: der „Wohnpark am Bleekerstift Uetersen“ mit kleinteiligen Mehrfamilienhäusern in maximal dreigeschossiger Bauweise. Das sieht auch der vom Rat der Stadt bereits gefasste Aufstellungsbeschluss vor. Kann das alles noch gestoppt werden? Sauermilch könnte das Grundstück kaufen, hat aber derzeit kein Geld dafür. Auch ein Dritter könnte den Zuschlag der RegioKliniken erhalten.

Die Ratsversammlung selbst ist, was die Verkaufsverhandlungen betrifft, nicht im Boot. Daher konnte nur Grundsätzliches als Antwort auf Lüdeckes Frage folgen. Thorsten Berndt von den Grünen war der Idee eines Bürgerkrankenhauses nicht gänzlich abgeneigt: „Das Konzept von Herrn Sauermilch ist neu. Wir werden uns in der Fraktion damit befassen. Wenn es tragfähig ist, dann bringen wir das Thema noch einmal in die politische Beratung ein“, sagte er. Für CDU-Mann Andreas Stief stand fest, dass ein solches Gebäude „wohl nicht mehr in ein funktionierendes Krankenhaus verwandelt werden“ könne. Die CDU werde vorerst an ihren Plänen festhalten, um den Wohnungsbau zu forcieren, so der Fraktionschef.

Ingo Struve, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, schloss sich Stief an. „ Wir sind dabei ,Baurecht zu schaffen. Wir hätten dort allerdings gerne öffentlich geförderten Wohnraum gehabt.“ Bis auf das Schreiben von Herrn Sauermilch liege nichts vor. Insofern wolle man abwarten, was da komme. Für Hans-Dieter Witt, Vorsitzender der BfB-Fraktion, stand fest, dass „die Bebauung momentan Vorrang“ habe. Bürgervorsteher Adolf Bergmann sagte in Richtung des planenden Architekten: „Lassen Sie uns das Konzept doch einfach zukommen.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 12:15 Uhr

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