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Uetersener Nachrichten

07. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Unterkunftsfrage in Uetersen : Andrea Hansen sorgt sich um Obdachlose

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Uetersen | Auf eine zügige Übergangslösung zur Erweiterung der Obdachlosenunterkünfte hatte Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD,) gehofft, als sie eine Vorlage in den Bauausschuss einbrachte, nach der am Tornescher Weg auf einem leerstehenden Grundstück der Stadt fünf angemietete Wohn-Boxen aufgestellt werden sollten. „Wir brauchen jetzt eine Lösung“, appellierte die Bürgermeisterin an die Ausschussmitglieder. Die Zahl der Obdachlosen sei stark angestiegen, so dass die 36 Unterbringungsmöglichkeiten in Uetersen nicht mehr ausreichten.

Durch anstehende Zwangsräumungen seien weitere Wohnungslose zu erwarten, die Stadt sei verpflichtet, diese unterzubringen. Die Ausschussmitglieder vertagten die Entscheidung trotzdem auf die nächste Sitzung im Juni.

Aus allen Fraktionen wurde die Frage laut, wieso die derzeit nicht ausgeschöpften Kapazitäten an Flüchtlingsunterkünften nicht für die Unterbringung der Obdachlosen verwendet werden können. „Asylbewerber und Obdachlose zu mischen, ist nicht einfach“, erläuterte Hansen. „Ich habe mal mit Obdachlosen gearbeitet und kann daher aus Erfahrung sagen: Es hatte einen Grund, warum es so gekommen ist.“ Deshalb plant die Bürgermeisterin auch, in den Wohn-Boxen, ähnlich denen für die Flüchtlingsunterbringung, statt drei Menschen nach Möglichkeit nur eine Person unterzubringen.

„Obdachlose brauchen mehr Platz um sich herum“, so die Bürgermeisterin. Entgegen dieser Auffassung war es für Ratsherr Matthias Nowatzki (CDU) nicht schlüssig, warum Wohnungslose anders behandelt werden sollten. Bernd Pyssa (CDU) wies darauf hin, dass zusätzlich zu den Mietkosten für die Container Erschließungskosten für das Grundstück entstünden. Aus der SPD-Fraktion wurde kritisiert, dass es sich um eine temporäre Lösung mit hohen Kosten handele. Es wurde vorgeschlagen, ein festes Haus zu bauen. „Wir haben dafür keine Zeit“, entgegnete Hansen angesichts verstärkter Wohnungsräumungen.

In diesem Jahr konnte schon vier hilfesuchenden Personen in Uetersen keine angemessene Unterkunft mehr angeboten werden. Bernd Möbius (Grüne) befand: „Dann hätte Frau Hansen den Antrag früher stellen müssen.“ Es müsse zunächst geprüft werden, ob noch Wohnfläche in städtischem Eigentum frei sei. „Ich bitte um Vertagung, ich kann das heute nicht entscheiden“, so Möbius.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 13:00 Uhr

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