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„Es gibt keine Musterlösung“ : Amtsleiter Norbert Weißenfels informiert über die digitale Stadt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Datensicherheit ist dabei ein wichtiges Thema.

Tornesch | Ob beim Breitbandausbau oder dem Bürgerservice über das Internet − was den Weg zur digitalen Stadt betrifft, gilt Norderstedt als Vorreiter. Über Details zum Thema des sogenannten E-Government konnten sich die Mitglieder des Tornescher Hauptausschusses am Montagabend informieren. Norbert Weißenfels, Amtsleiter Digitale Dienste der Stadt Norderstedt, nahm dafür an der Sitzung teil. Er betonte, dass bei aller Technik stets der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse und es für die Umsetzung der digitalen Ziele keine Musterlösung gebe.

Beim E-Government gehe es um die Optimierung von Prozessen und Infrastruktur, erläuterte Weißenfels zu Beginn seines rund 20-minütigen Vortrags. Wichtig sei, dass zielgruppenorientiert gearbeitet werde. „Was ist für die Bürger, was für die Verwaltung wichtig?“ − diese Fragen müssten beantwortet werden, so Weißenfels. Der Amtsleiter aus Norderstedt betonte, dass eine digitale Strategie erstellt werden müsse, die unter anderem die Schwerpunkte klar definiere. „Es gibt keine Musterlösung“, machte Weißenfels deutlich. Doch Städte und Kommunen könnten voneinander lernen. Eines müsse jedoch klar sein: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, nicht die Technik.“ Deswegen müsse laut Weißenfels immer geschaut werden, wie sich die Bürger auf dem Weg zur digitalen Stadt am besten mitnehmen ließen.

Sechs Handlungsfelder stellte der Norderstedter Verwaltungsmitarbeiter vor: Wirtschaft und Arbeit, Staat und Verwaltung, Gesundheit und Soziales, Verkehr und Mobilität, Bildung und Kultur sowie Umwelt und Energie. Alle würden Möglichkeiten zur Digitalisierung bieten. So könnten etwa moderne Bürgerservices dafür sorgen, dass der Gang ins Amt zur Ausnahme werde, erläuterte Weißenfels.

Auf die Nachfrage von CDU-Ratsherr Henry Stümer, der als Gast an der Sitzung teilnahm, nach Funktionsbeispielen, berichtete der Amtsleiter, dass die Stadt Norderstedt gute Erfahrungen mit dem Angebot, Briefwahlunterlagen online zu beantragen, gemacht habe. In welchen Bereichen die Digitalisierung rentabel sei, wollte SPD-Vertreter Manfred Fäcke wissen. „Im Abfallbereich, bei der digitalen Anordnung von Rechnungen“, so Weißenfels.

Ein wichtiges Thema am Montagabend war die Datensicherheit, die gleich von mehreren Ausschussmitgliedern angesprochen wurde. Weißenfels erläuterte, dass es ein gesichertes Behördennetz gebe, dass zudem vom Internet getrennt sei. Grundsätzlich müsse die Datensicherheit durch externe Anbieter gewährleistet werden, betonte der Vertreter der Stadt Norderstedt.

Sind Norderstedt und Tornesch vergleichbar?

„Wie wird die Digitalisierung finanziert?“, wollte Andreas Quast (CDU) wissen. Weißenfels berichtete, dass Norderstedt Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro vom Bund erhalten habe, der Rest über den Haushalt der Stadt abgedeckt werden müsse.

Mehr Digitalisierung gleich weniger Arbeitsplätze. Diese Befürchtung schwingt häufig mit, wenn es um die digitale Zukunft geht. Entsprechend wollte Manfred Mörker von der SPD wissen, ob künftig mehr oder weniger Mitarbeiter benötigt würden. „Es wird eine Verschiebung geben“, sagte Weißenfels. Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter seien sicher, solche die leicht standardisierbar seien, würden wegfallen. „Aber ich glaube nicht, dass die Gesamtzahl sinken wird“, so Weißenfels.

Fast 80.000 Einwohner hat Norderstedt − und damit rund sechsmal so viele wie Tornesch. Entsprechend gebe es einen „großen Unterschied“ zwischen den Städten, betonte Mörker. Das betreffe auch den Gang zum Amt. „Wartezeiten gibt es hier fast nicht“, sagte der Sozialdemokrat. Ein Bild davon, wie weit Norderstedt auf dem Weg zur digitalen Stadt fortgeschritten ist, können sich die Mitglieder der Tornescher Projektgruppe zum Thema Digitalisierung demnächst machen. Verwaltungsmitarbeiterin Inga Ries kündigte an, dass es einen Gegenbesuch geben wird.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 17:06 Uhr

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