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Uetersener Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Salzsäure ausgetreten : ABC-Einsatz in der meldorfer Papierfabrik

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der ABC-Dienst des Kreises und die Tornescher Feuerwehr waren sechs Stunden im Einsatz.

Tornesch | Für die Einsatzkräfte des ABC-Dienstes/Löschzug Gefahrgut des Kreisfeuerwehrverbandes war der gestrige Einsatz in der Meldorfer Papierfabrik ein „normaler Einsatz“. Und doch dauerte er gut sechs Stunden und umfasste alle Vorkehrungen, um von Menschen und der Umwelt möglichen Schaden abzuwenden.

Gegen 11 Uhr war die Feuerwehr zur Meldorfer Papierfabrik an die Esinger Straße gerufen worden. Aus einem 5000 Liter-Behälter tropfte Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure). Festgestellt wurde ein undichtes Ventil.

Gemeindewehrführer und Einsatzleiter Dirk Lolies zog unverzüglich die speziell ausgebildeten Feuerwehrleute des ABC-Dienstes des Kreises hinzu. Unter Atemschutz in Schutzanzügen versahen die 20 Einsatzkräfte abwechselnd ihren Dienst beim Abpumpen der Salzsäure in mitgebrachte Intermediate Bulk Container (Gefahrgutcontainer). Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen war unter Atemschutz und in den Vollschutzanzügen nur ein jeweils etwa 30-minütiger Einsatz möglich.

Für das Abpumpen wurde das in der Meldorfer Papierfabrik vorhandene Leitungssystem genutzt. Da die Gefahrgutcontainer jeweils etwa 800 Liter der Salzsäure aufnehmen konnten, dauerte das Abpumpen bis etwa 17 Uhr. Gebraucht wird in der Meldorfer Papierfarbrik die Salzsäure zum Aufbereiten des Kesselwassers, das eine hohe Reinheit aufweisen muss.

ABC-Dienst-Gruppenführer Daniel Mordhorst (l.) und Zugführer Erich Arndt (r.) mit zwei Feuerwehrleuten, die sich für ihren Einsatz in leichten Schutzanzügen zum Abpumpen der Salzsäure vorbereiteten.
ABC-Dienst-Gruppenführer Daniel Mordhorst (l.) und Zugführer Erich Arndt (r.) mit zwei Feuerwehrleuten, die sich für ihren Einsatz in leichten Schutzanzügen zum Abpumpen der Salzsäure vorbereiteten. Foto: Kaufmann
 

„Sicherheit steht für uns an erster Stelle“, so Geschäftsführer Martin Pflug. Ihm und seinen Mitarbeitern wurde von Dr. Detlef Werner, Fachberater Chemie des Löschzuges Gefahrgut und Mitglied der Feuerwehr Tornesch, vorbildliches Verhalten bei der Bewertung der betrieblichen Störung und der sofortigen Hinzuziehung von Fachkräften bescheinigt. Menschen und Umwelt kamen nicht zu Schaden. „Wir haben bei unseren Luftmessungen keine Belastung der Umwelt festgestellt“, sagte Detlef Werner. Bei Regenwetter hätte die Situation anders sein können. Denn an feuchter Luft bildet Chlorwasserstoffgas einen Nebel aus feinen Salzsäure-Tröpfchen.

Die 20 Kameraden der Tornescher Feuerwehr hatten den öffentlichen Parkplatz vor der Meldorfer Papierfabrik abgesperrt. Als Vertreter des Kreis-Fachdienstes Umwelt war Hans Nachtsheim, ebenfalls Fachberater Chemie des ABC-Dienstes, vor Ort.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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