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Lokales

25. April 2017 | 14:34 Uhr

Teehaus am Gymnasium abgebrannt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

EinsatzTreffpunkt hatte Kultstatus bei den Schülern

Diese Nachricht dürfte Lehrer und Schüler gleichermaßen schockieren: Während sie gerade anfangen, ihre Osterferien zu genießen, hat ein Feuer das beliebte Teehaus auf dem Schulhof des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums vernichtet. Von dem Rückzugsort und Pausentreffpunkt mit Kultstatus ist nur noch ein Haufen Schutt übrig. Menschen wurden nicht verletzt. Die Kriminalpolizei sucht jetzt mit Hochdruck nach der Brandursache. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 10  000 Euro.

Im vergangenen Jahr wurde der 30. Geburtstag des Holzhäuschens und Identifikationsobjekts mit dem markanten roten Anstrich, das von einer Arbeitsgemeinschaft unterhalten und betreut wird, noch ganz groß gefeiert. Hier wurde gelernt, fanden Elternversammlungen statt, trafen sich die Schüler in der Mittagspause, um sich mit Getränken und belegten Brötchen zu versorgen. Denn auch das war das Teehaus: Cafeteria. Seinen Namen verdankt das 30 Quadratmeter große Gebäude den chinesischen und japanischen Zierelementen, die sich auch in der Architektur wiederfanden. Wie sehr das Häuschen der Schulgemeinschaft ans Herz gewachsen war, zeigte sich 2009: Vehement setzten sich vor allem die Schüler für den Erhalt ein, als in den politischen Gremien über einen Abriss nachgedacht wurde. Damals sollte das Teehaus einem Schulneubau weichen, wurde aber schließlich auf Druck der Jugendlichen an den Standort versetzt, an dem es bis zum Beginn der Osterferien noch stand. Immerhin 81  000 Euro kostete die Maßnahme, Geld, das die Stadt Quickborn allerdings nicht allein aufbringen musste.

Warum das Teehaus in Brand geriet, ist noch nicht klar. Fest steht: Gegen 22 Uhr am Montagabend lief der Alarm bei der Quickborner Feuerwehr auf, die mit 45 Leuten ausrückte. Mit insgesamten vier Strahlrohren bekämpften sie nicht nur das Feuer, sondern verhinderten auch, dass die Scheiben der benachbarten Schulgebäude durch die große Hitze platzten. „Der massive Löschangriff zeigte schnell Wirkung. Nach einer Stunde war das Feuer gelöscht“, teilte Torben Fehrs, Mitglied der Quickborner Wehr und Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, gestern mit. Zusammen mit dem Bürgermeister sei schließlich entschieden worden, die Ruine einzureißen. „Die Stützbalken waren instabil“, so Fehrs. Mit einem Schaumteppich verhinderten die Einsatzkräfte außerdem ein Aufflammen der Brandnester.

Auch Bürgermeister Thomas Köppl war während der Löscharbeiten an der Unglücksstelle, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. Er reagierte bestürzt: „Das Teehaus war für die Schule von großer Wichtigkeit. Da steckt viel Herzblut nicht nur von den aktuellen Schülern, sondern auch von Ehemaligen drin“, sagte er. Das Gebäude sei Schnittstelle zwischen Schülern, Lehrern und Eltern.

Der Verwaltungschef sprach sich für den Wiederaufbau aus, sein Herzenswunsch, wie er sagte. „Wir melden den Schaden jetzt bei der Versicherung an, und dann müssen die Schule und die Gremien entscheiden, wie es weitergeht.“ Köppl geht von Brandstiftung als Ursache des Feuers aus. Die Technik in dem Holzhaus sei neu gewesen, so dass er nicht an einen technischen Defekt glaube. „Außerdem gab es unmittelbar vor dem Brand einen Einbruchsversuch in den Biologieraum der Schule. Der wurde offenbar abgebrochen, als der Alarm losging“, sagte er. Gestern informierten Mitarbeiter des Rathauses auch Schulleiterin Angelika Lahrs über den Vorfall.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 16:19 Uhr

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