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Lokales

08. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Zwischen Punsch und Polizei : Taschendiebe auf Weihnachtsmärkten: So können Sie sich schützen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Weihnachtsmärkte im Norden locken Tausende von Besuchern an. Doch im Gedränge tummeln sich auch ungebetene Gäste.

Sie rempeln die Opfer an, greifen ihnen von hinten in die Hosentasche oder schnappen sich in einem unaufmerksamen Moment die Handtasche. Oft geht es so schnell, dass der Diebstahl nicht einmal bemerkt wird. Und wenn, dann ist es längst zu spät. Weihnachtsmärkte sind für Langfinger ein gefundenes Fressen. Zu zweit oder in kleineren Gruppen suchen sie im dichten Gedränge zwischen Punschbuden und Bratwurstständen nach Opfern.

Die Adventszeit ist auch die Zeit der Langfinger, besonders wegen der vielen Menschenansammlungen. „Weihnachtsmärkte bieten für Taschendiebe jedes Jahr eine günstige Gelegenheit auf Erfolg“, warnt Torsten Jäger, Geschäftsleiter der Polizeigewerkschaft Schleswig-Holstein. Den Dieben komme besonders das Gedränge auf den Märkten zugute. „Taschendiebe suchen die Enge, da bieten sich die Gänge zwischen den Buden auf dem Weihnachtsmarkt geradezu an“, sagt erklärt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Während der Tat herrsche unter den Taschendieben oft Arbeitsteilung. Während einer das Opfer anrempelt, seinen Punsch verschüttet oder den Mantel des Opfers mit Ketchup beschmiert, fasst ein anderer in den Mantel oder schneidet die Tasche auf und reicht die Beute an einen Dritten weiter. Der wiederum verschwindet dann schnell damit in der Menge. Das Opfer hat deshalb kaum eine Chance, den Diebstahl rechtzeitig zu bemerken.

In anderen Fällen beobachten die Diebe die Opfer vorher. Werden das Handy oder die Geldbörse dann einen Moment abgelegt, zum Beispiel zum Bezahlen, schnappen sie unbemerkt zu. Umso schwerer ist es, die Diebe im Nachhinein zu schnappen. „Werden die Diebe nicht auf frischer Tat ertappt, sind sie meist nur schwer ausfindig zu machen – zumal die Opfer den Verlust meist erst spät bemerken und die Täter in vielen Fällen nicht beschreiben können“, sagt Klotter.

Bei den Tätern handle es sich laut Polizei in den meisten Fällen um professionelle Diebe, die auch international agierten. Manchmal ließen sie sich schon am typisch suchenden Blick erkennen, sagt Klotter: „Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute, wie der Hand- oder Umhängetasche.“

Die Polizei setzt in der Adventszeit auf verstärkte Präsenz auf den Weihnachtsmärkten – sowohl sichtbare als auch Zivilstreifen, weiß Torsten Jäger.

Die Langfinger können aber nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt selbst lauern, sondern auch in den angrenzenden Geschäften oder in den Bussen, mit denen die Besucher sich auf den Heimweg machen. Hier haben Diebe ebenfalls ein leichtes Spiel: Beschwipst von Punsch oder Bowle sind die Opfer oft unaufmerksam und somit leichte Beute.

Besucher könnten laut Jäger aber dazu beitragen, nicht zu Opfern zu werden – durch ihr Verhalten. Dazu gehöre, nicht übermäßig viel Alkohol zu trinken und seine Wertsachen dicht am Körper zu tragen. Die Warnungen und Tipps der Polizei scheinen Erfolg zu haben. Insgesamt scheint der Trend der Taschendiebstähle in Schleswig-Holstein abzunehmen. Laut Polizeistatistik wurden im Jahr 2015 knapp 2000 Taten registriert – 2014 waren es noch 2615. Wie viele der Täter tatsächlich auf Weihnachtsmärkten zugeschlagen haben, lässt sich nicht sagen, da die Taten nicht gesondert erfasst werden.

So können Sie sich schützen

 

Geldbörse nicht füllen

Wer auf den Weihnachtsmarkt geht, sollte nur so viel Bargeld mitnehmen, wie er tatsächlich benötigt. Möglicherweise reicht es auch, nur Bargeld mitzunehmen und das Portemonnaie mit den Geldkarten zu Hause zu lassen.

Alle Taschen nutzen

Wer doch Geld, Papiere und Zahlungskarten mitnehmen möchte, sollte alles auf verschiedene Taschen verteilen. Am besten geeignet für die sichere Aufbewahrung sind verschlossene Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper. Kein guter Platz für die Geldbörse ist hingegen die Gesäßtasche der Hose.

Umhängetaschen umdrehen

Wer eine Umhängetasche dabei hat, trägt sie am besten mit der Verschlussseite zum Körper. Handtaschen oder Jacken niemals unbeaufsichtigt aufhängen. Wird es eng, sollten Besucher besonders auf ihre Wertsachen achten, am besten behält man Körperkontakt zur Tasche. Misstrauisch sollte werden, wer angerempelt wird.

Alkoholkonsum einschränken

Trotz Feierlaune sollten Besucher auf den Weihnachtsmärkten ihren Alkoholkonsum soweit einschränken, dass die eigene Aufmerksamkeit nicht leidet. Betrunkene Gäste lassen sich leichter ablenken, sind für Diebe einfache Beute.

Aufmerksam sein

Am besten nicht nur die eigenen Wertgegenstände im Blick haben, sondern auch auf andere Menschen achten. Wer eine Straftat beobachtet, sollte sofort die Polizei alarmieren. Nur so können Diebe gefasst werden.

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