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Sylter Rundschau

27. März 2017 | 18:22 Uhr

Rathausumbau auf Sylt : Zukunft der Spielbank bleibt ungewiss

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Gemeindevertreter bringen weiteres Vorgehen für den Rathausumbau auf den Weg. Die endgültige Entscheidung, auch fürs Casino, soll aber erst 2018 fallen.

Eine Entscheidung über den Verbleib der Spielbank Sylt im Westerländer Rathaus – und damit auch über ein mögliches Aus für das einzige Spielcasino auf der Insel – wird erst im Frühjahr 2018 fallen. Dies ist eines der Ergebnisse aus der Beratung und Beschlussfassung über die Empfehlungen des Arbeitskreises Verwaltungszusammenlegung in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Bereits vor Behandlung des Tagesordnungspunktes hatte sich Casino-Chef Knut Pauker, der umringt von einigen seiner Mitarbeiter im Publikum saß, in der Einwohnerfragestunde zu Wort gemeldet und nochmals vehement für den Erhalt des jetzigen Standorts und daraus resultierend der 18 Arbeitsplätze geworben. Pauker kritisierte insbesondere, dass in der Festlegung der Projektziele für den geplanten Rathausumbau und in der Aufgabenstellung an die Architekten die Position der Spielbank weder formuliert noch erkennbar wäre.

In der nachfolgenden Diskussion wurde deutlich, dass die Frage „Casino – ja oder nein?“ sehr wohl einer der zentralen Aspekte bei den Entscheidungen über die weitere Vorgehensweise zu den Großprojekten Verwaltungszusammenlegung und Rathausumbau ist. Wenn auch mit ganz unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Ansichten – je nach politischer Couleur. Für die CDU erneuerte Wolfgang Jensen die „deutliche Positionierung“ seiner Partei für den Verbleib der Spielbank im Rathausgebäude. Sein Fraktionskollege Kay Abeling, der Vorsitzende des Westerländer Ortsbeirats, sekundierte engagiert: „Das Casino gehört zum Tourismus, gehört zu Sylt.“ Ob Sylt Marketing, ISTS, Dehoga oder der Verein Sylter Unternehmer – alle maßgeblichen Insel-Institutionen seien sich einig in ihrem Votum pro Erhalt der Spielbank.

Anders sehen das die Sylter Sozialdemokraten: „Weiter eine Spielbank in Westerland, von uns aus gerne“, sagte Gerd Nielsen – „allerdings nicht zwingend im Rathaus.“ Der SPD-Fraktionschef forderte von Casino-Chef Pauker, flexibler zu agieren und für neue Gespräche offen zu sein, statt stur darauf zu beharren, entweder im Rathaus zu bleiben oder die Insel ganz verlassen zu müssen. Die Betreiber sollten zum Beispiel darüber nachdenken, den Standort in Richtung Promenade zu verlagern: „Da wäre eine Spielbank doch gerade für den Besuch von Touristen viel besser aufgehoben.“

Für Maria Andresen jedoch ist eine Entscheidung gegen einen weiteren Verbleib des Casinos in einem öffentlichen, den Bürgern dienenden Gebäude völlig klar: „Wir Grünen sind grundsätzlich gegen den Betrieb einer Spielbank im Rathaus Westerland.“ Dies fördere nur die Spielsucht und habe dort nichts zu suchen. Die Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen schlug dann auch den großen Bogen zu dem, worum es ihrer Ansicht nach im Wesentlichen gehe neben der Zentralisierung der Verwaltung sowie dem Umbau und der Erweiterung des Rathauses – nämlich um die Räumung des StOV-Geländes am Bahnweg zur Schaffung weiterer Dauerwohnungen für Insulaner, dem nächsten großen Wohnungsbauprojekt in der Gemeinde Sylt.

Eine Entscheidung über die Zukunft des Casino-Standortes und vor allem über die Ausgestaltung des neuen zentralen Inselrathauses wollen die Politiker erst treffen, wenn kommendes Jahr die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs vorliegen. Dann sollen auch die Bürger auf einer Einwohnerversammlung angehört und deren Vorschläge oder Bedenken berücksichtigt werden. Für den Wettbewerb wird es spätestens bis Sommer 2017 ein Ausschreibungsverfahren geben.

Vorgabe seien vier Varianten, die im Arbeitskreis nach intensiver Diskussion von mehr als 40 Vorschlägen ausgewählt wurden, erläuterte dessen Vorsitzender Klaus Jensen (SSW). Als gesetzte Projektziele gelten dabei der Abriss des Gebäudes der alten Feuerwache in der Norderstraße, stattdessen ein Anbau an das historische Rathaus sowie unter Umständen die Bebauung eines Flurstücks an der Ecke zum Hebbelweg. Insgesamt sollen die für die Verwaltung zu planenden Räume auf rund 4500 Quadratmeter in Alt- und Neubauten begrenzt werden. Auch die Einrichtung eines zentralen Bürgerservicezentrums gehört zum Muss. Das Ausschreibungsverfahren wird von einem externen Büro begleitet, dazu sind im Haushalt für 2017 100  000 Euro bereitgestellt.

Letztendlich votierten die Politiker bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung für diese Empfehlungen des Arbeitskreises. Mit Blick darauf, dass die endgültige Entscheidung erst im Frühjahr 2018 fallen wird, kündigte Bürgervorsteher Peter Schnittgard an, dass jetzt der Hauptausschuss für Zwischenlösungen, ausdrücklich auch für die Spielbank, gefordert sei.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 04:53 Uhr

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