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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 10:42 Uhr

Pflegeheime auf Sylt : Wohin mit den acht Menschen aus dem Pflegeheim?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bürgervorsteher Peter Schnittgard (CDU) und Gerd Nielsen (SPD) wollen an Johannitern festhalten. Am Montag berät der Sozialausschuss.

Acht Bewohner leben derzeit noch im Pflegeheim in der Steinmannstraße – doch die Einrichtung schließt zum Monatsende. Auf verschiedenen Ebenen und hinter verschlossenen Türen wird derzeit um eine Lösung des Problems gerungen, das wurde auch am Dienstagabend im Hauptausschuss deutlich. Doch ob die acht Bewohner vor einem Umzug aufs Festland bewahrt werden können, ist nach wie vor nicht klar.

Im Kreuzfeuer der Kritik stehen vor allem die Johanniter, die das Pflegeheim in der Steinmannstraße betreiben. Bürgervorsteher Peter Schnittgard (CDU)  nimmt die Organisation in Schutz: „Die Johanniter bekommen nicht ausreichend Personal – das ist die Misere.“ Dabei müsse die Gemeinde helfen, etwa mit bundesweiten Stellenanzeigen und mit der Unterstützung der Pflegekräfte bei der Suche nach Wohnraum und nach Kindergartenplätzen. Die Johanniter müssten mit übertariflicher Bezahlung der Pflegekräfte ihren Teil beitragen. „Im täglichen Betrieb können wir nicht Einfluss nehmen – da müssen wir vollsten Einsatz von den Johannitern erwarten,“  sagte der Bürgervorsteher.   „Ich bin nicht gegen die Johanniter, sondern dafür, dass man sie unterstützt.“

Die Gemeinde Sylt hätte die beiden Gebäude in der Steinmannstraße und dem Wenningstedter Weg nicht für zwölf Millionen Euro gekauft, wenn „wir uns nicht mitverantwortlich für die alten Menschen gefühlt hätten,“ erklärte Schnittgard. Der Mangel an Pflegekräften sei aber ein Problem in ganz Schleswig-Holstein – „wir sind da keine Ausnahme.“

Ein Antrag der SWG-Fraktion geht einen Schritt weiter: Die Wählergemeinschaft um den Fraktionsvorsitzenden Erik Kennel schlägt die Gründung eines gemeindeeigenen Unternehmens zum Betrieb der beiden Altenpflegeeinrichtungen  vor – oder aber die Vergabe der Altenpflege an andere soziale Träger.

„Bitte keine Schnellschüsse“, warnte dagegen gestern SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Nielsen.  „Das sind sicher alles gute Ansätze und Ideen. Aber im Moment haben wir mit den Johannitern einen Partner, den wir dazu gebracht haben, beide Einrichtungen zu übernehmen.“   Für die meisten der acht alten Menschen seien Pflegeplätze auf dem Festland gefunden worden  – und sie hätten eine Rückfahrkarte, wenn hier wieder Plätze frei werden. „Das ist nicht schön, aber im Moment nicht zu ändern.“

Von den Johannitern kamen gestern Signale für eine Entspannung der Personalsituation im Wenningstedter Weg. „Unsere bundesweite Fachkräftekampagne hat gefruchtet“, freute sich Pressesprecherin Regina Villavicencio. „Wir können ab diesem Monat auf Sylt sukzessive Personal einstellen und die Qualität in der Pflege sichern.“

Mit den verschiedenen Standpunkten wird sich nun am Montag der Sozial- und Gesundheitsausschuss beschäftigen. Ausschussmitglieder und Besucher können sich auf einen interessanten Abend einstellen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Bericht von KLM-Chef Marcus Kopplin über die Situation der beiden Seniorenheime.   Lennart Sandvoss vom Pflegestützpunkt des Kreises Nordfriesland wird das Thema „Zukunft der pflegerischen Versorgung auf Sylt“ mit neuen statistischen Daten untermauern. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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