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Sylter Rundschau

21. Februar 2017 | 10:51 Uhr

Internet auf Sylt : Wo es in Westerland freies WLAN gibt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wo kommt man in der Innenstadt kostenlos ins WLAN? Die Sylter Rundschau hat gesucht.

Westerland | „Für uns ist eine funktionierende WLAN-Verbindung enorm wichtig“, sagt Norbert Lehner, und seine Frau Ruth nickt zustimmend. Einmal täglich fahren die beiden Urlauber extra von Rantum nach Westerland, um das kostenlose Netz am Westerländer Hauptstrand in Anspruch zu nehmen. „Unsere Tochter arbeitet als Diplomatin an der Deutschen Botschaft in Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan“, erzählt Lehner, „und für uns ist es sehr wichtig zu erfahren, ob es ihr gut geht. Da wir kein mobiles Datenpaket auf unserem Handy haben, sind wir daher auf das WLAN angewiesen.“

Freies WLAN ist in vielen Städten mittlerweile selbstverständlich - auch in Teilen Schleswig-Holsteins wie in Geesthacht und Kiel. Auch Touristen wären für eine Ausweitung des Netzes wohl dankbar.

Der Zugang zu Informationen und zu Möglichkeiten, diese selbst zu verbreiten, ist zum wichtigen Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Und auch die Sylter Politiker haben im jüngsten Hauptausschuss für ein größeres Angebot von freiem Internet in der Westerländer Innenstadt diskutiert. Aber die Realität sieht derzeit noch anders aus: Wer, wie das Ehepaar Lehner, auf drahtloses Internet im Urlaub angewiesen ist, um Mails zu checken, Online-Zeitung zu lesen oder mal ein Foto bei Facebook hochzuladen, wird in Westerland an vielen Orten zunächst enttäuscht.

Während es in den deutschen Großstädten in vielen Restaurants und Cafés ganz selbstverständlich freies WLAN gibt, hinkt die Insel noch etwas hinterher. „Eigentlich sollte freies WLAN auf der Insel flächendeckend zugänglich sein“, sagt Karl Max Hellner, Geschäftsführer von Hellner-Moden, der in seinem Geschäft auf der Friedrichstraße seit Kurzem freies WLAN anbietet. „Besonders, weil die Insel immer als Premium-Destination bezeichnet wird.“

Sylt aber rüstet aber nur langsam nach. Immerhin: Wer am Westerländer Bahnhof ankommt, hat ab Mitte Mai die Möglichkeit, im Bistro Entrée mit einem Passwort ins Internet zu gelangen. Allerdings nur als Gast des Cafés - einen offenen Hotspot gibt es auf dem Bahnhofsgelände bisher nicht. Anders als in 127 anderen deutschen Bahnhöfen, darunter auch Hamburg und Kiel.

Wer die Friedrichstraße Richtung Weststrand herunter bummelt, muss dennoch nicht völlig auf WLAN verzichten. Neben Hellner Moden und einigen gastronomischen Betrieben wie dem Bistro 78, dem Extrablatt aber auch dem Bierbrunnen in der Wilhelmstraße, bietet das Geschäft H. B. Jensen freies Internet mit unkompliziertem Zugang an: Ohne langes Registrieren gelangt man ruck zuck online.

„Wenn ein Herr in der Damenabteilung auf seinem Handy rumspielt, weise ich ihn ganz gerne auf das kostenlose Angebot hin“, sagt Oliver Boettiger, Geschäftsführer von H. B. Jensen. Die Abwicklung würde über die Initiative Freifunk erfolgen. Das ist Boettiger wichtig, da das Geschäft für die Seiten, die besucht werden, so nicht haftbar gemacht werden könne.

Der Geschäftsführer meint, es sei grundsätzlich wichtig, dem Kunden freies Internet anzubieten - auch in einem Waren- und Modehaus. „Ich sehe immer wieder, wie selbstverständlich das im Ausland gehandhabt wird. Gerade auf Sylt haben die Kunden ein großes Informationsbedürfnis und wollen sich im Internet über den Ort und die Umgebung informieren.“

Auch bei Hellner haftet über den Provider der Nutzer für die Seiten, die er im Internet aufsucht. Ein Risiko für den Geschäftsinhaber gebe es nicht, sagt Hellner. „Wir wollen uns modern aufstellen und Internet gehört einfach zum modernen Standard dazu“, so der Geschäftsführer, „man sieht die Gäste ja gerne mit den Handys im Internet spielen, da finde ich es wichtig, dass wir auch mit der Zeit gehen.“

Und auch am Strand ist kostenfreies Surfen nicht nur auf dem Wasser möglich: An der Strandpromenade in Westerland gibt es die Möglichkeit, sich in dem Bereich zwischen der Kinderbetreuungsstätte „Villa Kunterbunt“ und der Musikmuschel gratis in das WLAN-Netz „LAN1“ einzuloggen, ebenfalls ohne Anmeldung. Dieses Angebot werde gut genutzt, bestätigt auch Christine Kühn vom Insel Sylt Tourismus-Service. „Das WLAN-Netz im Zentralbereich der Promenade von Miramar bis zum nördlichen Übergang der Strandstraße wird nach wie vor sehr gut angenommen“, sagt sie, „eine weitere Ausweitung dieses kostenfreien Service ist jedoch nicht geplant.“

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erstellt am 18.Apr.2016 | 05:47 Uhr

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