zur Navigation springen

Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 11:07 Uhr

Windsurf World Cup 2016 : „Wir wollen eine Vorzeigeveranstaltung sein“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview spricht der Veranstalter des Windsurf World Cups über Inspiration und seine zweite Heimat Sylt.

Bis zum 9. Oktober findet auf Sylt die größte Windsurf-Veranstaltung der Welt statt. Matthias Neumann, Geschäftsführer der ausrichtenden Agentur Act Agency, spricht im Interview über Inspiration, Veränderungen beim Mercedes-Benz Windsurf World Cup und seine zweite Heimat Sylt.

Der Windsurf World Cup Sylt geht in seine 34. Runde. Wie erfindet man sich nach all den Jahren immer wieder neu?
Das Wichtigste ist, nicht mit der Veranstaltung alt zu werden und sich Input von jungen Leuten zu holen. Das perfekte Barometer dafür lebt bei mir zuhause, ist 13 Jahre alt und heißt Sarah. Als ich mit meiner Tochter bei einer Feier tanzen wollte, hörte ich nur ein mitleidiges: „Oh, Papa!“. Ich sah, dass ich den neuesten Tanz-Stil nicht kenne, aber konnte Inspiration sammeln. Als Surfer bin ich außerdem oft mit Sportlern auf dem Wasser, die 30 Jahre jünger sind als ich und mich auf dem aktuellen Stand halten.

Wie oft schaffen Sie es als Geschäftsführer auf das Wasser?
Ich versuche, jeden Tag Sport zu machen. Ich mache viel Stand Up Paddling, und wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich Windsurfen. Wasser ist mein Element und wird mich mein Leben lang begleiten.

Woher kommt diese Leidenschaft?
Ich bin im niedersächsischen Hildesheim aufgewachsen und war mit zwei Jahren das erste Mal an der Ostsee. Mit meiner Mutter verbrachte ich den gesamten Sommer an der See, und als ich wieder ins Binnenland kam, wurde ich krank. Ich brauche diese Verbindung zum Wasser. Als passionierter Windsurfer habe ich beim ersten Windsurf World Cup auf Sylt teilgenommen.

Wie kam der Schritt vom Teilnehmer zum Ausrichter?
Mitte der 80er Jahre veranstaltete ich bereits den ersten Wettbewerb im Waveriding vor Westerland, und als der damalige Veranstalter des World Cup keinen Sponsor fand, bin ich dafür eingetreten. Das war der Grundstein für meine Firma – damals war ich Student.

Ist es nicht gewagt, eine solche Veranstaltung in die Hände eines Studenten zu legen?
Man sagt immer so schön: „Es war eine andere Zeit“, und das stimmt auch. So etwas wäre heute nicht mehr möglich, die Systeme sind viel komplexer geworden. Unsere über 100 Mitarbeiter sind in ihren Abteilungen absolute Vollprofis. Damals rockten Birgit Ballhause und ich mit Hilfe des Tourismus-Service die Veranstaltung alleine. Das ist heute nicht mehr denkbar.

Ihre Premiere als Ausrichter ist jetzt 26 Jahre her. Was sind die größten Veränderungen?
Das Schöne ist, dass der Sport der Kern der Veranstaltung geblieben ist. Das Windsurfen ist wesentlich radikaler geworden, viel akrobatischer und differenzierter. Der Event ist generisch gewachsen. Die größten Veränderungen finden jetzt auf dem Weg in die Digitalisierung statt, das legt mittlerweile den Maßstab für Großevents. Denn solche Veranstaltungen sind Plattformen geworden, die wir unseren Markenpartnern anbieten.

Wie sieht die Digitalisierung beim Windsurf World Cup Sylt aus?
Ein gutes Beispiel ist der Livestream, der in diesem Jahr am Brandenburger Strand in die gesamte Welt ausgestrahlt wird. So können Menschen überall die Faszination der Veranstaltung miterleben. Bei Veranstaltungen wie dem World Cup auf Gran Canaria gibt es über 100  000 Zuschauer, und diese Gemeinde wächst ständig. Was den Livestream besonders hervorhebt, ist die Interaktion mit den Zuschauern über die sozialen Netzwerke. Ich habe das beim Kitesurf World Cup auf Fehmarn erlebt, als ich ein Interview im Livestream gab und viel Feedback erhielt.

Ist der Livestream die Zukunft für den Windsurf World Cup?
Der Livestream wird eine sechsstellige Zuschauerzahl erreichen, auch weil wir uns auf tollen Plattformen wie sportdeutschland.tv und ran.de präsentieren dürfen. Außerdem läuft der Stream täglich ab 10 Uhr auch auf der Homepage der Veranstaltung und der World Tour. Das Ziel muss es sein, dass interessierte Sylter Unternehmen sich in Zukunft im Livestream präsentieren können.

Ebenfalls neu ist die Disziplin Foil.
Das Foil ist unsere Lebensversicherung bei der Veranstaltung, da die Fahrer durch die schwertartige Verlängerung unter dem Board schon bei wenig Wind starten können – das ist ganz neu im Windsurfen.

Was fällt Ihnen als Ausrichter nachts um drei Uhr vor der Veranstaltung ein?
Nichts. Wenn ich mich dabei ertappe, nachts über meine Arbeit nachzudenken, besinne ich mich darauf, dass es beileibe wichtigere Dinge im Leben gibt. Früher ist mir das aber öfter passiert. Aber dank meines Teams kann ich vor dem Event auf Sylt ruhig schlafen.

Wie lange ist Ihr Team mit der Vorbereitung auf den World Cup beschäftigt?
Wir arbeiten 365 Tage im Jahr an der Veranstaltung und planen jetzt bereits den World Cup 2017. Besonders die Sicherheitsfrage ist ein aktuelles Thema, das ist bei allen Events gestiegen. Wir sind darauf vorbereitet und wollen eine Vorzeigeveranstaltung auf Sylt sein.

Wie oft sind Sie auf der Insel?
Viel zu selten! Sylt und insbesondere der Brandenburger Strand sind meine zweite Heimat und meine ganz große Liebe. Hier hat für mich alles angefangen, was den Sport und meine gesamte berufliche Karriere betrifft.

Was sind Ihre Lieblingsorte auf Sylt?
Jetzt will ich keinen bevorzugen, aber ich bin wegen meiner Geschichte ein bekennender Fan vom Brandenburger Strand. Ich gehe außerdem sehr gerne an der Sansibar runter an den Strand, wo auch in der Hauptsaison keiner ist. In Kampen an der Sturmhaube und am Ellenbogen ist es auch wunderschön.



zur Startseite

von
erstellt am 01.Okt.2016 | 05:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen