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Sylter Rundschau

28. September 2016 | 19:02 Uhr

Eiskalt am Wattenmeer : Wintereinbruch – und Sylt bibbert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Fieser Ostwind, fröstelnde Insel: So wurden Insulaner und Gäste vom Wintereinbruch eiskalt erwischt.

Seit drei Tagen herrschen auf Sylt Temperaturen unter Null – gefühlt ist es dank des eisigen Ostwinds noch deutlich kälter, als das Thermometer anzeigt. Für Anfang Januar durchaus normal - allerdings erwischte der jähe, zweistellige Temperatursturz trotz Vorhersage einige Menschen und Maschinen auf dem falschen Fuß. „Vielen Autobatterien, die vorher schon schlapp waren, gibt die Kälte den letzten Rest“ sagt Christof Nielsen vom Autohaus Renault. Seine Mitarbeiter mussten dieser Tage diverse Male ausrücken, um Starthilfe zu geben. Nebenan im Parkhaus verweigerte ein zugeschneiter Mercedes den Dienst. „Jetzt lasse ich ihn abholen, der kommt in die Schrottpresse“ sagte sein Besitzer resignierend.

Derweil staute sich die Schlange zum Autozug Richtung Norden gestern Vormittag in Westerland, einige Wartende nutzten die Zeit und kippten Frostschutzmittel in Kühler und Scheibenwaschanlage. Bei Reifen Thomsen in Tinnum herrschte Hochkonjunktur. Vor ein paar Tagen gab es noch Platz im Terminkalender, nun sieht das anders aus. „Rund 20 Prozent unserer Kundschaft zögert den Wechsel auf Winterreifen bis zum ersten Schnee hinaus“ sagte Filialleiter Robert Rubritius. Dazu kommen platte Reifen, weil Fahrer auf Glatteis gegen den Bordstein geknallt sind.

Auch in den Modegeschäften sorgte der plötzliche Wintereinbruch für belebte Umkleiden: Plötzlich sind warme Jacken, Mützen und Handschuhe so gefragt wie nie zuvor in diesem Winter. „Dabei wollten wir uns nun eigentlich aufs Frühjahrsgeschäft konzentrieren“ sagt Horst Arno Gülcher von Steffi-Moden. In der Apotheke sind Wärmeumschläge und Erkältungsmedikamente die Renner: Vor allem, weil viele Menschen falsch atmen - durch den Mund. „Bei Kälte immer durch die Nase atmen, dann kommt die Luft erwärmt in die Bronchien“ empfehlen die Insel-Apotheker.

Wen es nicht erwischt hat, der genießt die kalten Tage trotz fiesem Ostwind draußen: Auf den Terrassen der Cafés herrscht trotz der Kälte Hochbetrieb. Dick eingepackt sitzen hier die Besucher unter Heizstrahlern. „Die Gäste trinken vermehrt Glühwein, Rumgrog und Lumumba. Und der Renner ist Eiergrog!“ sagt „Diavolo“-Betreiber Ahmad aus der Friedrichstraße. Trost für Frostbeulen: Spätestens ab Freitag wird es Tag und Nacht wieder über null Grad bleiben. Bis dahin heißt es: Abwarten und Teepunsch trinken.

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