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Sylter Rundschau

07. Dezember 2016 | 11:36 Uhr

Funnel : Windhose zeigt sich für wenige Minuten am Himmel über Sylt

vom

Eine "Funnel" ist Montagabend über Sylt gezogen. Schäden hat das Naturspektakel nicht hinterlassen.

Westerland | „Ich habe aus meinem Fenster geschaut, um die Wolken zu beobachten – und plötzlich taucht da so ein grauer Rüssel auf“, sagt Jörg Elias, Westerlands Wehrführer. Sofort habe er seine Kamera geholt, um das Naturschauspiel, das sich am Montag um kurz vor 20 Uhr für wenige Minuten über Sylt zeigte, zu fotografieren. Seine anfänglichen Befürchtungen, dass das Ende der Windhose den Boden berühren könne und sich zu einem Tornado entwickelt, bestätigten sich nicht. „Da haben wir echt nochmal Glück gehabt“, sagt Elias am Tag danach. Schäden habe das Himmels-Spektakel auf der Insel demnach nicht hinterlassen.

„Windhosen sind nichts Ungewöhnliches zu dieser Jahreszeit, da die Bedingungen dann gut sind“, sagt Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Große Temperaturunterschiede zwischen Boden und Himmel, Feuchtigkeit, die kondensiert sowie tief hängende Wolken begünstigten eine Wind,- oder Wasserhose. Wenn dann unterhalb der Wolke durch Wind eine Drehbewegung entsteht und gleichzeitig Luft kondensiert, bildet sich ein sichtbarer „Rüssel“, beschreibt der Experte. Diese Trichetrwolke nennt man Funnel.

Gefährlich sei dieser nur für die Luftfahrt. Erst wenn der Wirbel den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. Erst dann sind auch Menschen an Land in Gefahr, Bäume können entwurzelt und Häuser abgedeckt werden. „Der Ansatz dazu war auf Sylt zu 50 Prozent da – aber zum Rest fehlten zum Glück noch einige Faktoren“, sagt Hartig. Dass Tornados auch in Schleswig-Holstein trotz allem keine extreme Seltenheit sind, sagt Thomas Sävert in diesem Interview.

shz.de hat in einer Karte die bisher in Deutschland aufgetretenen Fälle zusammengetragen:

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erstellt am 02.Aug.2016 | 15:18 Uhr

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