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Sylter Rundschau

08. Dezember 2016 | 19:16 Uhr

Katastrophenschutz auf Sylt : Wegweisende Entscheidung für Halle 28

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In einer Katastrophenschutzrunde haben sich die Beteiligten für eine Überführung der Halle 28 in die Flughafen Sylt GmbH ausgesprochen

Der Souverän hat entschieden – beim Bürgerentscheid am 12. Juni stimmte die deutliche Mehrheit für den Erhalt der Hallen 25 und 28 auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorstes. Nun steht die Umsetzung dieses Votums aus. Um im Vorwege der kommenden politischen Beschlüsse ein breites Meinungsbild zu finden und die Ziele zu konkretisieren, hatte Nikolas Häckel als Bürgermeister der Gemeinde Sylt zu einem ein insulares Abstimmungsgespräch geladen, an dem rund 30 Teilnehmer mitwirkten. Vertreten waren dabei die Spitzen der Fraktionen der Gemeinde Sylt, der Bürgervorsteher, die Vorsitzenden des Haupt- und des Feuerschutzausschusses, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Amtes Landschaft Sylt, Vertreter der Hilfsorganisationen und der Feuerwehr, der Geschäftsführer des Flughafens Sylt, die Initiatoren des Bürgerentscheids und auch Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen.

„Wir wollen jetzt klar nach vorne blicken und den Willen der Bürger umsetzen“, betonte Nikolas Häckel eingangs und wünschte sich eine „offene, ehrliche Diskussion“. Diese blieb nicht aus und zeigte eine klare Richtung auf: Den weitgehenden Konsens der Runde fand der Vorschlag, die Halle 28 – die Halle 25 blieb auf Wunsch der Amtsgemeinden von der Diskussion weitgehend ausgeklammert – in das Betriebsvermögen der Flughafen Sylt GmbH zu überführen. Ein Plan, der auch den Zuspruch von Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven fand: „Das Baurecht ist auf dem Flughafen anders gelagert, zuständig ist dort die Luftfahrtbehörde. Ein informelles Vorgespräch ergab bei der Behörde ein grundsätzliches positives Feedback. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Halle und die Zufahrt durch einen Sicherheitszaun vom direkten Flughafen abgetrennt werden.“

Ein Vorschlag, der auch aus der Sicht von Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen „durchaus Charme hat. Wir müssten dann nicht die Landesplanung im Rahmen eines Zielabweichungsverfahren einbinden, das Vorhaben allerdings mit der Denkmalbehörde abstimmen.“ Zugleich, so eine weitere Stimme aus der Runde, sei die Halle 28 so geschützt vor einer möglichen Grundstücksspekulation. Peter Douven erklärte, dass die Halle für den Katastrophenschutz durchaus genutzt werden könne. „Die Details dazu würde die Lenkungsgruppe Gefahrenwehr beraten“, stellte Nikolas Häckel in Aussicht, verdeutlichte aber zugleich: „Wir bündeln heute lediglich Empfehlungen – die Entscheidung liegt bei den politischen Vertretern der Gemeinde Sylt.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jensen kündigte in diesem Zusammenhang an, dass seine Partei bei der am morgigen Dienstag, 5. Juli, stattfindenden gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses und des Feuerschutzausschusses den Antrag auf Überführung der Halle 28 in das Eigentum der Flughafen GmbH stellen werde.

Im Falle eines entsprechenden Beschlusses der Gemeindevertretung Sylt würden sich die Amtsgemeinden an den Kosten für die Sanierung der Halle 28 beteiligen, erklärte Lists Bürgermeister Ronald Benck; die Feuerwehren und das DRK teilten mit, dass ihre Mitglieder gerne ehrenamtliche Arbeitsstunden investieren würden.

„Ich freue mich sehr, dass wir in dieser Gesprächsrunde wieder die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen haben. Mir ist ein gutes Miteinander sehr wichtig, um uns gemeinsam den Herausforderungen der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes zu stellen“, erklärte Bürgermeister Häckel, der die Empfehlung am 5. Juli vorstellen wird und „auf eine wegweisende Entscheidung“ hofft. Die gemeinsame Sitzung von Haupt- und Feuerschutzausschuss beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des Westerländer Rathauses.

"Die Sitzung war sehr konstruktiv"

In einer Stellungnahme äußert sich Abrissgegner und Initiator des Bürgerentscheids Lars Schmidt zur Sitzung und zum weiteren Vorgehen:

"Die Sitzung am Freitag war sehr konstruktiv und von einem Konsens einer extrem breiten Mehrheit geprägt. Lediglich Gerd Nielsen von der SPD versuchte, fast schon verbohrt, darauf zu bestehen, dass der Bürger ja nur für den Erhalt der Hallen gestimmt habe, aber den zukünftigen Standort des Katastrophenschutzes ja gar nicht entscheiden könne und deshalb  eben auch keine zentrale Lösung dort umgesetzt werden solle.

Der Weg ist nach Freitag eigentlich absolut klar und die kostengünstigste Lösung: Beschluß zur Übertragung auf die Flughafen GmbH mit Nutzung der Halle 28 für Rettungsdienste und einen zentralen Katastrophenschutz. Das können wir Dienstag so im Hauptausschuss beschließen und danach in der kommenden Gemeindevertretung. Gesagt ist ansonsten alles, so wie es sich abzeichnet hat das jetzt auch eine Mehrheit, da einige Vertreter der Abrissbefürworter einzulenken scheinen. Demnach könnte die Sitzung am Dienstag in fünf Minuten mit positivem Ergebnis für unsere insulare Sicherheit zu Ende sein."

 


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erstellt am 03.Jul.2016 | 17:56 Uhr

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