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Sylter Rundschau

06. Dezember 2016 | 17:09 Uhr

Presseschau : Wegen Gabriele Pauli: Deutschland spricht über die Bürgermeisterwahl auf Sylt

vom
Aus der Onlineredaktion

Sechs Kandidaten treten an. Darunter ist CSU-Rebellin Gabriele Pauli. Das sorgt deutschlandweit für Aufsehen. Zahlreiche Medien berichten.

Sylt | Gabriele Pauli will es noch einmal wissen: Die Bayerin wurde als CSU-Politikerin und Fürther Landrätin bekannt, am Sonntag will sie Bürgermeisterin von Sylt werden. Damit sorgt sie für großes Medieninteresse.

Journalisten aus ganz Deutschland waren in den vergangenen Tagen auf der Insel. Jeder wollte ein Interview mit Gabriele Pauli. Einen Tag vor der Wahl haben zahlreiche Medien ihre Beiträge veröffentlicht. shz.de mit einer Presseschau:

Spiegel Online: „Pauli will Meer“

„Sylt ist paradiesisch“, zitiert Spiegel Online Gabriele Pauli. „Wer sich hier verliebt hat, der bleibt.“ Manch ein Sylter sei über diese Aussagen Paulis verwundert gewesen, schreibt das größte deutsche Nachrichtenportal. An die Politikerin mit Glamourfaktor erinnere nicht mehr viel.

Weiter heißt es: „Als Erfolg darf Pauli verbuchen, dass ihre Bürgermeisterkandidatur auf Sylt mittlerweile ernst genommen wird. Ob sie ein Begrüßungsgeld von 5000 Euro für Neugeborene als Mittel gegen den fehlenden Nachwuchs oder eine effizientere Verwaltung fordert - was Pauli sich in ihrem Wahlprogramm überlegt hat, wird diskutiert.“

Stern: „Zurück ins Amt über Westerland“

„Noch nie wurde bundesweit so viel über eine Bürgermeisterwahl auf der bei den Schönen und Reichen beliebten Insel berichtet wie vor der Abstimmung am Sonntag“, konstatiert die Online-Ausgabe des Sterns.

Weiter heißt es: „Aus München nach Tinnum - für Pauli scheint dies der einzige Weg, um noch einmal politisch Fuß fassen zu können. Nach der Landtagswahl 2013 hatte sie ihr Mandat verloren und musste damit auch ihre politische Karriere in Bayern beenden.“

Süddeutsche Zeitung: „Bayerische Zugereiste auf der Schickimicki-Insel“

Die Journalisten der Süddeutschen Zeitung kennen Gabriele Pauli noch aus ihrer Zeit als Abgeordnete im bayerischen Landtag und Stoiber-Kritikerin. Nun sei Pauli auf die „Schickimicki-Insel“ Sylt gezogen, heißt es bei der Online-Ausgabe sz.de.

Weitere Zitate:

„Die Sylter selbst betrachten jeden Kandidaten streng und aufmerksam, weil sie mit der Wahl die Zukunft im Kampf gegen Platznot, überteuerten Wohnraum und Abwanderungen verbinden; auch wenn der Sylter Bürgermeister eher eine Art Geschäftsführer-Posten bekleidet, der vor den Beschlüssen des Gemeinde-Parlaments mehr Pflichten als Einflussmöglichkeiten hat. Der ganze große Rest der Republik aber schaut vor allem auf Gabriele Pauli, 57, die Medienfigur aus Bayern, die seit ein paar Jahren immer wieder mit mehr oder weniger schrägen Kampagnen auf sich aufmerksam macht.“

„Es gibt keine Wahlprognosen auf Sylt. Keiner weiß, wie es steht im Kampf ums Westerländer Rathaus. Nur die groben Linien sind klar. Drei Sylter, Lars Schmidt, Bernd Reinartz und Nikolas Häckel, stehen im Wettbewerb mit einem Trio aus Zugereisten, aus dem die B-Prominente Gabriele Pauli heraussticht. Es geht bei dieser Wahl auch um die Frage, ob die Sylter ihren eigenen Kräften vertrauen. Oder ob sie eine Hilfe wollen, die aus einer anderen Welt kommt.“

n-tv: „Latex-Lady will Sylt regieren“

Auf der Internetseite des Nachrichtensenders ntv wurde ein Interview mit Pauli veröffentlicht. Die letzte Frage zielt auf Fotos von Gabriele Pauli ab, die die Bürgermeisterkandidaten mit Latex-Handschuhen zeigen. Ob deshalb mehr als 800 Sylter zu einer Infoveranstaltung gekommen seien, will der Journalist wissen. Paulis Antwort: „Hier auf Sylt macht meine Prominenz wenig aus. Für die Bürger ist es unerheblich, warum sich die überregionale Presse für mich interessiert. Ob sie es gut meint mit mir oder schlecht, das geht größtenteils an ihnen vorbei. Unseriöse Presseberichte der Vergangenheit sind hier egal. Für die Menschen hier zählt, dass ich 18-jährige Verwaltungserfahrung als Landrätin habe und mein Programm für Sylt, dass ich auf den Veranstaltungen vertrete.“

Badische Zeitung: „Latexrebellin Gabriele Pauli möchte Bürgermeisterin werden“

Auch ein Reporter der Badischen Zeitung hat die Infoveranstaltung mit 800 Zuhörern besucht und eine Reportage darüber geschrieben. Sein Eindruck: Nicht alle Sylter halten Paulis Kandidatur für eine gute Idee.

Ein Auszug des Textes: „Wenn sie zehn Millionen Euro hätten, was würden sie damit für die Gemeinde Sylt machen?“, fragt der kauzige Moderator in die Kandidatenrunde. Kurzes Nachdenken. Natürlich, Wohnungsbau sagen einige. Er würde das Personal des Sylter Krankenhauses komplett austauschen, meint der Kandidat aus Aachen. Großes Gelächter, viel Zustimmung. „Und Sie, Frau Pauli?C Etwas längeres Nachdenken. „Ja, der Wohnungsmarkt. Aber wenn dann noch etwas für den Weihnachtsmarkt übrig bliebe...“ Gabriele Pauli kommt gar nicht dazu, den Satz zu Ende zu sprechen. „Die hat sie doch nicht alle“, schimpft das alte Pärchen hinten im Publikum. Viele stehen auf und gehen. Es ist kein guter Abend für Gabriele Pauli geworden.

Focus Online: „Neu-Sylterin Gabriele Pauli: ,Ich bin keine Showpolitikerin'“

Focus-Online-Redakteurin Sandra Tjong hat ein Interview mit Gabriele Pauli geführt. Darin will sie von der Bürgermeisterkandidaten unter anderem wissen, was passiert, wenn es mit der Wahl nicht klappt. Pauli: „Wenn ich kein politisches Mandat als Bürgermeisterin erhalte, setze ich ein Projekt fort dass ich jetzt ruhen ließ. Ich bin nicht süchtig nach Politik.“ Sie habe Angebote aus der Wirtschaft, gut vernetzte Frauen mit nachgewiesener Führungsfähigkeit und Verwaltungserfahrung seien begehrt.

Augsburger Allgemeine: „Ist Gabriele Pauli reif für die Insel?“

Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen denkt Gabriele Pauli über ihre eigenen Chancen bei der Bürgermeisterwahl nach. „Es ist schwer zu sagen, wie es ausgeht“, sagt Pauli. Vermutlich werde es am 11. Januar zu einer Stichwahl kommen. „Und da hab ich dann auch ganz gute Aussichten.“

„Ihre Zuversicht gründet sich vor allem auf einen Umstand: ihr Renommee als Kommunalpolitikerin. So umstritten Pauli als Landtagsabgeordnete und gescheiterte Bundespolitikerin auch war, so unbestritten sind ihre Leistungen als Landrätin im Landkreis Fürth (1990 bis 2008)“, schreiben die Journalisten aus Bayern.

Der Standard: Gabriele Pauli ist reif für die Insel

Sogar in Österreich wird über die Sylter Bürgermeisterwahl berichtet. Auf der standard.at hat sie es in die Rubrik „Kopf des Tages“ geschafft. Dort heißt es: „Bürgermeisterin der Nordseeinsel Sylt will Gabriele Pauli werden - sagt sie. Doch das Medieninteresse an ihrer Kandidatur ist so groß, dass man den Eindruck gewinnt, die 57-Jährige strebe nichts Geringeres als den CSU-Vorsitz an - ganz schlechter Scherz natürlich. CSU und Pauli, das war einmal, und es wird nie wieder kommen.“

Insgesamt stellen sich sechs Kandidaten am Sonntag in der 13.000-Einwohner-Gemeinde zur Wahl. Anders als ihre fünf Gegenkandidaten ist die 57-jährige Pauli deutschlandweit bekannt. In Erinnerung geblieben ist sie vor allem wegen ihrer Kritik an Edmund Stoiber. 2006 trat der Ex-CSU-Chef nach 14 Jahren als Ministerpräsident zurück - auch wegen Gabriele Pauli.

Seitdem wird sie von vielen nur noch die „CSU-Rebellin“ genannt. Politische Erfolge blieben danach aus: Eine eigene Kandidatur als CSU-Vorsitzende scheiterte. Mit den Freien Wählern zog sie zwar in den bayerischen Landtag und in den Europawahlkampf - überwarf sich aber mit ihnen. Auch ihrer 2009 gegründeten Partei, der Freien Union, war kein Erfolg beschieden.

Nun schaut ganz Deutschland auf die Sylt-Wahl am Sonntag. Die bisherige Amtsinhaberin Petra Reiber (parteilos) tritt nach fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr an. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, wird es am 11. Januar eine Stichwahl geben.

(mit dpa)

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erstellt am 13.Dez.2014 | 13:56 Uhr

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