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Sylter Rundschau

26. März 2017 | 19:09 Uhr

Kolumne Strandgut : Was am Ende wirklich zählt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Rundschau-Redakteurin Julia Nieß schreibt in ihrer Kolumne über besondere Sylter Gastfreundschaft.

Am liebsten schreibe ich Geschichten, die ans Herz gehen. Artikel, die Sie, liebe Leser der Sylter Rundschau, am Frühstückstisch, auf dem Sofa oder in der Badewanne für kurze Zeit auf eine Reise mitnehmen – zu einem besonderen Menschen, einem besonderen Ort oder zu einem besonderen Ereignis. Daher war es kein Wunder, dass die Geschichte über die 20 New Yorker Feuerwehrleute, die vor 15 Jahren mit ihren Angehörigen nach Sylt kamen, um sich hier von den Terroranschlägen vom 11. September zu erholen, auf meinem Schreibtisch landete (wir berichteten).

Und während ich mich immer weiter in das Thema einlas, Fotos sichtete und mit Beteiligten sprach, geschah auch mit mir etwas: Ich wurde mehr und mehr dankbar, dass ich auf dieser Insel lebe. Denn die schrecklichen Anschläge spielen in der Geschichte nur eine untergeordnete Rolle. Es ist vielmehr eine Erzählung über Sylter Gastfreundschaft. Eine Geschichte, in der nur wenige Tage ausreichten, um Fremde zu guten Freunden zu machen. Eine Geschichte, die Kreistagspräsident Heinz Maurus auch heute noch so berührt, dass er vor einigen Tagen persönlich in die Redaktion kam – mit einem dicken Aktenordner unter dem Arm, in dem er alles über den Besuch vor 15 Jahren aufgehoben hat: sauber ausgeschnittene Zeitungsartikel, persönliche Briefe und sogar einen ganzen Stapel Fax-Sendeberichte.

„Gastfreundschaft ist in der DNA der Sylter fest verankert“ wurde mir gesagt. Und ja, auch ich war – wie so viele andere hier – erst einmal fremd auf der Insel. Und auch ich erlebte Gastfreundschaft, die mich zum Bleiben bewog. Da kann das Meer noch so blau, der Strand noch so lang, die Heide noch so violett und der Himmel noch so weit und klar sein: Was am Ende wirklich zählt, ist das Miteinander. Und gerade in diesem Punkt und fernab von der sonst üblichen plakativen Berichterstattung über die „Insel der Schönen und Reichen“ zeigt die Insel in solchen Momenten, was sie in ihrem sandigen Herzen ist: ein wahrer Freund.

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von
erstellt am 04.Mär.2017 | 05:55 Uhr

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