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Sylter Rundschau

05. Dezember 2016 | 17:45 Uhr

Waffen und Idyllen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Christoph Freier, Sylter Goldschmied und Künstler, präsentiert neue Arbeiten als Hommage an antike japanische Schwert-Schmiede

Wenn man Christoph Freier von seinen neuen Arbeiten erzählen lässt, entführt er einen in eine Zeit, ein Land und eine Kunst, die den meisten Menschen hier fern und fremd ist. Es geht um die Edo-Zeit in Japan. Diese von 1603 bis 1868 umfassende Epoche, benannt nach dem damaligen Namen der Hauptstadt Edo (heute Tokio), ist gekennzeichnet als die längste Friedenszeit der japanischen Geschichte. Friedvoll, ja idyllisch sind auch die Motive, die in dieser Epoche von den japanischen Künstlern gewählt wurden, wenn sie den Auftrag hatten, die Schwerter und Messer der Samurai oder die wenigen Schmuckstücke für die Geishas zu gestalten.

Klare Regeln ließen für die zierenden Elemente auf den Waffen, Gürteln oder Knöpfen nur wenig Raum. Doch den wussten die Kunsthandwerker der Edo-Zeit mit bis heute faszinierenden Reichtum an vielfältigen Dekoren oder bildlichen Darstellungen von idyllischen Naturszenen zu nutzen.

Bereits auf seinen ersten Japanreisen vor fast drei Jahrzehnten entdeckte Christoph Freier die Kunst auf den Schwertern der Edo-Zeit, begann einzelne Elemente wie Griffe, Verbindungsteile, Beimesser, Gürtelschnallen oder Verschlüsse zu sammeln und sich mit den Zierwerken auf ihnen zu beschäftigen.

Jetzt hat er diese Sammelstücke zu Vorlagen und Elementen seiner neuen Schmuckkollektion gemacht. Dort, wo er Dekore aus der Pflanzen-, Tier- oder Meereswelt entdeckte, nahm er von ihnen Abdrücke, um sie in Gold zu gießen und als Anhänger, Broschen oder Ringen zu verarbeiten. Manches Fundstück aus seiner Sammlung – wie etwa kleine, reich verzierte Messergriffe – hat Freier in Gold gefasst, mit antiken Diamanten als Abschlüsse versehen und zu Kettenanhängern gewandelt. So sind teils schwere, massive Goldringe für Männer wie auch sehr fragile wirkende Preziosen entstanden, die auch ohne jeden historischen Hintergrund oder die Kenntnis der Entstehungsgeschichte der Stücke ihren ästhetischen Reiz entwickeln.

Dem Künstler Christoph Freier sind sie darüber hinaus aber von einer tieferen Bedeutung. „Die Arbeiten der japanischen Meister haben mich tief berührt und fasziniert, seit dem Tag, als ich sie erstmals in Händen halten durfte. Mit großem Respekt verneige ich mich vor ihnen und ihrem handwerklichem Können. Meine Ringe und Anhänger sollen eine Hommage sein an ihre Kunst, die ich nach mehr als 200 Jahren auf meine Art interpretiert und neu belebt habe.“


>Unter dem Titel „Geishas & Samurai“ lädt Christoph Freier am kommenden Sonntag, 28. August, von 11 bis 17 Uhr zur Matinee in seine Werkstatt, Erich-Johannsen-Wai 1 in Keitum.


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erstellt am 25.Aug.2016 | 09:43 Uhr

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