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Neues Theaterstück : Vorhang auf für die Westerländer Speeldeel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Ostersonntag stellt die Theatergruppe ihr neues Stück „Veer sünd dree toveel in´t Bett" vor.

„To Hölp! Wüllt ji mi ümbringen?“ schreit Stefan Heymann (Jupp Malkowsky). „Dat is keen slechte Idee!“, kontert Michael Simon (Knud Remmer), während er seinen Kollegen durch das Zimmer jagt, obwohl der vom Hexenschuss geplagt ist. Die beiden Kollegen mögen sich nicht besonders, trotzdem müssen sie sich ein Zimmer und sogar ein Bett teilen. Die Bestattungsmesse, an der sie teilnehmen, ist gut besucht und somit sind die Unterkunftskapazitäten in der Stadt erschöpft. Der spießige Stefan und der draufgängerische Michael, das passt nicht gut zusammen. Als letzterer gleich am ersten Tag auf der Messe ausfällt, weil er sein gestohlenes Cabriolet samt rosafarbenem Sarg suchen muss, bekommt Stefan Unterstützung vom Standnachbarn Ulf Hamacher (Kalli Witte). Obwohl Ulf homosexuell ist, hat er sich die hübsche Hostess Martina (Tatjana Kunz/Gesa Michaelsen) gemietet, um nicht allein zu sein.


„Rünner mit de Büx, rünner mit de Büx“, rufen sie im Chor


Und die hätte der Luftikus Stefan auch gern am Haken, obwohl zu Hause seine Freundin wartet. Diese erfährt alles von Stefan, genüsslich berichtet er der Daheimgebliebenen am Telefon, was ihr Freund während der Messetage so treibt. Dadurch schürt er das angespannte Verhältnis noch mehr, und dies führt zu Szenen, welche dem Zuschauer Lachtränen in die Augen treiben. Zum Beispiel, als Michael mit einem Hechtsprung auf seinen Widersacher springt, um ihn zu würgen. Oder die Szene, als das Kleeblatt Strip-Poker spielt. Ulf würde sich nur zu gern von ein paar Teilen seiner Kleidung trennen, gewinnt aber ständig. Ausgerechnet der prüde Stefan sitzt bald nur noch in Unterhose am Tisch und der Rest fordert auch die. „Rünner mit de Büx, rünner mit de Büx!“, rufen sie im Chor. Er weigert sich und flüchtet verzweifelt ins Bad: „Kümmt nicht in Fraag! Ik speel nich mehr mit jo!“ Alkohol, skurrile „Bettszenen“ und viel nackte Männerhaut sind der Leitfaden, doch letztendlich sind es das temperamentvolle Spiel und die köstliche Mimik der Akteure, welche die Komödie ausmachen. Auch Regina Malkowsky ist es gewohnt, eine tragende Rolle zu spielen, diesmal jedoch fehlt sie auf der Bühne. „Das ist schon irgendwie doof“, gibt sie zu. Dennoch geht es ohne sie nicht: Sie ist Souffleuse, Schallmacherin und zuständig für die Ansagen zwischen den Szenen. „Kurz gesagt, sie ist Mädchen für alles“, ruft ihr Mann Jupp aus dem Hintergrund. Regina hat nämlich ihre Augen und Ohren überall, spricht Kritik und Zuspruch gleichermaßen ehrlich aus. Sie ist halt ein Profi. Während einer Probe verlor sie jedoch einmal den Faden als Souffleuse. Knud Remmer rief verwundert: „Regina! Gib mir ein Stichwort!“ Sie erklärte unumwunden: „Oh, ich weiß die Stelle nicht. Euer Spiel hat mich gerade ganz und gar in seinen Bann gezogen.“ Ein schöneres Kompliment könnten die Theaterspieler wohl kaum bekommen.

„Veer sünd dree toveel in´t Bett“, Komödie von Frank Pinkus und Nick Walsh, Premiere am Ostersonntag um 20 Uhr im Alten Kursaal Westerland, Eintritt: 10 Euro im Vorverkauf, 12 Euro an der Abendkasse


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