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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 13:48 Uhr

Schienenersatzverkehr auf Sylt : Vorbereitungen auf vier harte Tage

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei NOB, SVG und Ordnungsamt laufen die Planungen für das lange Wochenende mit Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten der Bahn.

Die Insel bereitet sich derzeit intensiv auf das „lange harte Bahnwochenende“ von Sonnabend, 5. November, bis Dienstag, 8. November, vor. In diesem Zeitraum werden gleich mehrere Bauarbeiten der DB Netz AG dazu führen, dass auf den Schienen für Insulaner, Berufspendler und auch Touristen so gut wie gar nichts mehr geht. Bürgermeister Nikolas Häckel nahm dafür sogar das Wort „Horror“ in den Mund (wir berichteten). Um das Schlimmste zu verhindern und um die unvermeidlichen Folgen von Gleis- und Bahnhofssperrungen sowie Zugausfällen so gut es geht zu bewältigen, haben sich vergangene Woche mehrfach Vertreter aller eingebundenen Institutionen getroffen. Vor allem ging es dabei um die Organisation des Schienenersatzverkehrs der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Denn vom 5. bis 8. November können sämtliche Züge des Personennahverkehrs nicht die Bahnsteige im Westerländer Bahnhof anfahren, weil dort insgesamt zwölf Weichen ausgetauscht und fast 2600 Meter Gleise erneuert werden.

Alle Fahrgäste der NOB müssen entweder bereits in Morsum oder in Keitum vom Zug in Busse umsteigen, die sie dann nach Westerland bringen. Die NOB hat bereits einen detaillierten Sonderfahrplan für die Strecke Hamburg-Altona nach Westerland und zurück veröffentlicht. Demnach gelten neben dem Schienenersatzverkehr, der zeitweise auch die Strecke zwischen Niebüll und Husum betrifft, auch geänderte Ankunfts- und Abfahrtszeiten: Bei NOB-Fahrten in Richtung Norden kommt es beispielsweise in Bredstedt häufig zum Aufenthalten von einer halben Stunde. Die Fahrzeit von Hamburg nach Westerland verlängert sich dadurch auf nahezu vier Stunden – falls es nicht zu anderweitigen Verspätungen kommt und falls der Umstieg in die Ersatzbusse reibungslos funktioniert.

Welcher NOB-Zug bis nach Keitum fährt oder ob die Reise bereits in Morsum enden muss, hänge jedoch nicht von den Bauarbeiten ab, sondern sei „umlaufbedingt“ festgelegt worden, erläuterte Kay Goetze, der Pressesprecher des Bahnunternehmens. Der Grund: Noch immer haben die als Fernverkehr eingestuften Autozüge Vorrang gegenüber den Personenzügen. Außerdem gibt es wegen der Durchfahrten des Sylt Shuttle im Keitumer Bahnhof nur begrenzte Wartezeiten. Insgesamt behindern die Baustellen den Bahnverkehr an der Westküste sogar bis zum 24. November. Alle Fernverkehrszüge enden deshalb schon in Hamburg-Altona, IC-Züge fahren Sylt in den knapp drei Wochen überhaupt nicht an.


Bis zu 16 Busse werden täglich im Einsatz sein


Die größte Herausforderung – darin sind sich alle Beteiligten einig – ist die vorausschauende Planung und reibungslose Abwicklung des Schienenersatzverkehrs zwischen Inselosten und Westerland. Vor allem für die beiden Arbeitstage 7. und 8. November, wenn Tausende Berufstätige zwischen Insel und Festland pendeln. Im Jahresdurchschnitt seien täglich 5000 bis 6000 Fahrgäste mit der NOB unterwegs, sagte Sprecher Kay Goetze. Wegen der zahlreichen Pendler lägen die meist frequentierten Zeiten werktags zwischen 5.30 und 8.30 Uhr in Richtung Insel sowie etwa von 16 bis 19 Uhr in der Gegenrichtung. Im Auftrag des Bahnunternehmens wird die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) an den vier kritischen Tagen bis zu 16 Busse bereitstellen, um Bahnreisende nach Westerland und wieder zurück nach Keitum oder Morsum zu bringen. Eingesetzt werden sowohl Linienbusse als auch Reisebusse, je nach Größe finden darin zwischen 50 und 100 Personen Platz. Sollte ein vollbesetzter NOB-Zug ankommen, könnten also mindestens acht Busse gleichzeitig notwendig sein, erläuterte Juliane Nissen-Hünding. Die SVG-Pressesprecherin weist darauf hin, dass leider nicht alle eingesetzten Busse einen Niederflureinstieg besitzen, auch eine Fahrradmitnahme sei nur hinten auf den Linienbussen möglich.

Endet ein NOB-Zug in Morsum, stehen die Ersatzbusse an der üblichen Haltestelle am Bahnhof und fahren dann über die K117 zunächst bis zur Haltestelle südlich des Keitumer Bahnhofs. Dort können auch alle Pendler aussteigen, deren Firmenfahrzeuge auf dem großen Parkplatz stehen, anschließend geht es ohne Halt weiter bis zum Bahnhof Westerland. Fährt die NOB bis nach Keitum, warten die Ersatzbusse in der dortigen Ladestraße auf ihre Fahrgäste Richtung Westen. In der Gegenrichtung wird es komplizierter: Weil an der K117 in Keitum nicht mehrere Busse hintereinander halten können und es zu gefährlich wäre, wenn Hunderte Personen gleichzeitig die Landstraße überqueren, fahren alle Busse ebenfalls bis zum Ausstieg Ladestraße, teilte das Ordnungsamt mit. Es ist also an den vier Tagen mit deutlich verstärktem Busverkehr durch das Dorf zu rechnen. Zusätzliche Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen Keitum und Morsum könnten nicht geschaffen werden, erklärte Stefanie Schultz vom Ordnungsamt. Die Vorhandenen seien ohnehin überlastet, außerdem müssten auch Rückstauräume für die wartenden Ersatzbusse geschaffen werden.


Pendlern wird empfohlen, Fahrgemeinschaften zu bilden


Stefanie Schultz bittet deshalb dringend alle Pendler, die ihre Firmenwagen sonst immer am Westerländer ZOB parken, diese Stellflächen weiterhin zu nutzen und entweder mit dem Ersatzbus zu fahren oder Fahrgemeinschaften in Richtung Osten zu bilden. Als Abstellmöglichkeit für Kraftfahrzeuge biete sich an den vier Tagen außerdem der Parkplatz West am Keitumer Kreisel an, sagte die Ordnungsamtsmitarbeiterin. „Der ist morgens und abends ohnehin meistens leer – und auch noch gebührenfrei.“

Folgen haben die Arbeiten im Bahnhof Westerland auch für die Autozüge: Vom 5. bis 11. November fährt der Sylt Shuttle nur stündlich statt halbstündlich. Konkurrent RDC stellt seinen Betrieb an diesen Tagen sogar ganz ein.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 05:20 Uhr

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