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Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 07:13 Uhr

Zipfeltreffen : Vertreter der deutschen Eckgemeinden treffen sich in Dresden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Beim Zipfeltreffen anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit erlebte auch die Sylter Delegation bedrückende Momente.

Die Gemeinde List hat am Wochenende ihre Partnerschaft mit den drei anderen deutschen Zipfelgemeinden bekräftigt. Im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Dresden trafen sich Vertreter der Orte, die an den äußersten Eckpunkten der Bundesrepublik liegen. Darunter neben List – das den nördlichsten Punkt markiert – Oberstdorf (in den Allgäuer Alpen und damit im Süden), Görlitz an der Lausitzer Neiße im Osten und Selfkant im Regierungsbezirk Köln. Höhepunkt des „Zipfeltreffens“ für die Sylter Delegation war der Besuch des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD).

„Wir haben viele Menschen auf unsere Insel aufmerksam machen können“, sagt der Lister Bürgermeister Ronald Benck zufrieden – auch wenn die Veranstaltung für die Sylter zunächst deutlich „zäher“ angelaufen sei als im vergangenen Jahr.

Besonders innig sei das Verhältnis der Lister zum südlichsten Zipfel der Republik, nach Oberstdorf, ergänzt Lists Kurdirektor Boris Ziegler. „Wir haben viel über die fehlenden Arbeitskräfte gesprochen und gemerkt, dass es hier Parallelen gibt.“

Wie berichtet waren die offiziellen Feierlichkeiten in der sächsischen Landeshauptstadt von einem großen Volksfest umrahmt worden. Alle 16 Bundesländer präsentierten sich auf der sogenannten Ländermeile inmitten der Dresdner Altstadt. An einem Infostand hatten sich die vier deutschen Randgemeinden als „Bundesland Nummer 17“ vorgestellt und gemeinsam um Urlauber geworben.

Auch wenn sich die Sprechchöre, Pfeifkonzerte und Rangeleien ausschließlich auf den zentralen Festakt am Montag konzentrierten, empfand es Lists Bürgermeister als bedrückende Situation. „Das war sehr beschämend“, so Ronald Benck, der die Demonstranten erlebt hatte. Allerdings habe er sich „in keinster Weise“ bedroht gefühlt, zumal ausreichend Polizeibeamte vor Ort gewesen seien. Allein ein „mulmiges Gefühl“ habe er verspürt.

Wie in Medienberichten zu sehen war, hatten mehrere Hundert Menschen die geladenen Politiker beim Empfang zur zentralen Einheitsfeier in Dresden lautstark beschimpft. Die Demonstranten, vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses, riefen am Montag vor dem weiträumig abgesperrten Verkehrsmuseum „Volksverräter“, „Haut ab“ und „Merkel muss weg“.

1999 hatten sich die östlichste, die westlichste, die südlichste und die nördlichste Gemeinde der Bundesrepublik zusammengeschlossen und den Zipfelbund gegründet. Mit 2200 Einwohnern ist List der kleinste Partner im Bunde. Selfkant nahe der holländischen Grenze zählt 8900 Einwohner, Oberstdorf rund 12  000 Einwohner und Görlitz etwa 80  000 Einwohner. Auch im kommenden Jahr soll ein Zipfeltreffen stattfinden.


Infos unter: www.zipfelbund.de

 

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erstellt am 05.Okt.2016 | 12:58 Uhr

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