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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

Reinhard Meyer auf Sylt : Tourismusinsel Sylt offiziell anerkannt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf seiner Inseltour überreichte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer eine wichtige Urkunde und informierte sich über Verkehrsprojekte sowie Umzugspläne.

Eine lange Liste mit teilweise brisanten Themen hatte der schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer bei seinem gestrigen Sylt-Besuch abzuarbeiten. Dies begann bereits bei der Anreise, für die der SPD-Politiker bewusst eine morgendliche Fahrt mit der Nord-Ostsee-Bahn ausgewählt hatte, um sich bei Vertretern der Pendler-Initiative über die Probleme des Bahnverkehrs zwischen dem Festland und der Insel zu informieren – siehe dazu unseren Bericht auf Seite 14.

War es nur Zufall oder hatten die Bahnplaner etwas nachgeholfen? Auf jeden Fall kam Meyer mit nur minimaler Verspätung in Westerland an und ließ sich dann nicht in einer schwarzen Dienstlimousine, sondern mit einem orangefarbenen Kastenwagen der Straßenmeisterei Leck über die Insel fahren. Erste Station war der Stützpunkt des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) am Königskamp. Dort erläuterte Bereichsleiter Heiko Tessenow den Stand der Sanierungsarbeiten der L 24. Seit Mitte Juli werden die Entwässerungseinrichtungen der Landesstraße erneuert, in den kommenden Wochen abschnittweise erste Asphaltschichten aufgetragen. Dazu seien erneut Vollsperrungen der jeweiligen Abschnitte nötig, über die der Landesbetrieb rechtzeitig informieren werde. Die endgültige Deckschicht kann zwar erst 2017 gefertigt werden, sagte Tessenow, aber im Winter soll die Strecke mit Geschwindigkeitsbegrenzungen befahrbar sein. Minister Meyer bat Anwohner und Urlauber weiter um Verständnis: Die Sanierung der Straße sei einerseits nur in den Sommermonaten möglich, andererseits dringend überfällig, um den gewachsenen Verkehr auf der Strecke auch in Zukunft bewältigen zu können. Die Fertigstellung des 3,9 Millionen Euro teuren Gesamtprojekts ist für das Frühjahr 2017 geplant.


Straßenmeisterei des Landes zieht zum Alten Tower


Meyer informierte sich auch über den geplanten Neubau des Stützpunkts der Straßenmeisterei am Alten Tower südlich der Sylter Werkstätten, den sich der LBV in Zukunft mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) teilen will. Mit dem 3,4 Millionen Euro teuren Neubau soll voraussichtlich im nächsten Jahr begonnen werden. Meyer zeigte sich zuversichtlich, dass die dafür nötigen Grundstücksverhandlungen mit der Gemeinde Sylt in den kommenden Wochen erfolgreich abgeschlossen werden können. „Bisher sind die Positionen noch nicht endgültig beieinander“, so der Minister. „Schließlich geht es nicht nur um Geld, sondern um gleich mehrere Liegenschaften der Landesbetriebe an verschiedenen Standorten auf der Insel, über deren künftige Nutzungen in Ruhe entschieden werden muss.“

Zweite Station der Minister-Tour war die Alte Post in Westerland. Meyer überreichte zunächst eine Urkunde an Sylt Marketing-Chef Moritz Luft, denn das Land erkennt die Nordseeinsel Sylt jetzt offiziell als Lokale Tourismusorganisation (LTO) an. Die enge Kooperation der Gemeinden Sylt, Hörnum, Kampen, List und Wenningstedt mit Sylt Marketing bestehe erfolgreich seit 2007, so der Minister. „Mit der Bildung lokaler Organisationen wollen wir im Rahmen der Tourismus-Strategie Schleswig-Holstein 2025 die Aufgabenverteilung im Land klarer regeln und die touristischen Strukturen zugleich verschlanken, um gemeinsam schlagkräftiger zu werden“, betonte Meyer und erinnerte daran, dass die Tourismusstrategie des Landes vorsehe, sämtliche lokalen Strukturen flächendeckend in LTOs zusammen zu fassen. Das setze bestimmte Mindestgrößen voraus, um über entsprechende Gesamt-Etats verfügen zu können. Auch setze die Tourismus-Förderung mittlerweile ihre Schwerpunkte auf größere regionale Einheiten. Deshalb sei die Mitgliedschaft einer Kommune in einer LTO als Voraussetzung für eine öffentliche Förderung definiert.

Anschließend traf sich der Minister zu einem internen Gespräch mit den Vertretern des Vereins Sylter Unternehmer, des Dehoga, der Sylter Politik und mit SMG-Chef Moritz Luft. Erneut ging es die Probleme auf der Schiene im Nahverkehr und mit dem Autozug. Einer Bahnverbindung Flensburg-Niebüll erteilte Meyer dabei eine klare Absage: „Die Westküste darf nicht abgekoppelt werden. Es gibt wahrlich wichtigere Projekte.“ Der Flughafen Sylt dagegen müsse unbedingt erhalten bleiben, aber sein Profil stärken. Allerdings werde es von Landesseite „keine Unterstützung in Geld“ geben, so der Minister. Weiteres Thema war der Fachkräftemangel auf der Insel: Meyer sprach sich dafür aus, das Arbeitsmarktpaket mit all seinen Anreizen voll auszuschöpfen. Außerdem müsse dringend das Problem der Anrechnung von Personalwohnungen auf den Dauerwohnraum geklärt werden – das jedoch sei Sache des Innenministeriums und des Kreises Nordfriesland.


Projekt Lanserhof ist von öffentlichen Interesse


Um neue Arbeitskräfte und deren Unterbringung ging es unter anderem auch auf der letzten Station der Ministertour in List. Im ehemaligen Offiziersheim am Wattenmeer traf sich Reinhard Meyer mit Bürgermeister Ronald Benck sowie Geschäftsführern und Architekten des Unternehmens Lanserhof, das auf dem Gelände ein Medical Spa errichten will. Das Projekt sei von übergeordnetem öffentlichen Interesse und keine Konkurrenz für andere touristische Einrichtungen, sondern vielmehr „eine wunderbare Ergänzung für die Insel“, betonte der Minister. Allerdings gelte es, alles in enger Abstimmung mit den Naturschutz- und Denkmalschutzbehörden umzusetzen. Im Herbst würden die endgültigen Entwürfe öffentlich in der Gemeindevertretung vorgestellt, ergänzte Lists Bürgermeister Ronald Benck. Dann werde es auch darum gehen, wo der benötigte Wohnraum für die zirka 120 Lanserhof-Mitarbeiter entstehen soll. Vorgesehen seien ein dritter Block im Wohnprojekt Hermannsheim, aber ebenso eine Nutzung von Gebäuden auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule.

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erstellt am 24.Aug.2016 | 05:51 Uhr

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