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Sylter Rundschau

20. Dezember 2014 | 23:57 Uhr

Starkoch stirbt nach Schlägerei : Tödlicher Streit auf Sylt - Weil das Essen nicht schmeckte?

vom

Der japanische Koch Miki Nozawa starb nach einem Streit. Gerüchten zufolge waren Gäste unzufrieden mit dem Essen. Seine Familie vermutet einen rassistischen Hintergrund.

Westerland | Körperliche Auseinandersetzung mit Todesfolge: Der japanische Koch Miki Nozawa, der auf Sylt seit April den japanischen Imbiss Nozawa gleich neben der Ständigen Vertretung am Bahnhof betrieben hat, ist am Montagvormittag in der Nordseeklinik gestorben. Er war in der Nacht zu Sonntag in einen gewalttätigen Konflikt mit zwei anderen Männern geraten. Die Flensburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
In der Nacht zu Sonntag geriet der 57-Jährige in einer Table-Dance-Bar in Westerland in einen Streit mit zwei Männern (50 und 36 Jahre alt). Kurz nach zwei Uhr kam es zwischen den Männern zu einer körperlichen Auseinandersetzung vor der Bar in der Strandstraße, teilte die Flensburger Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt mit. Im Zuge dieses Konflikts erlitt Nozawa "schwerste Gehirnblutungen und innere Verletzungen", berichtete die Ex-Frau des Verstorbenen der Sylter Rundschau.

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"Er hätte niemals eine Prügelei angefangen"


Sie und Nozawas 15-jähriger Sohn waren am Sonntag von ihrem Wohnort Berlin auf die Insel gekommen und zeigten sich entsetzt: "Mein Ex-Mann war nicht aggressiv, ein absolut gutmütiger Mensch", betont seine ehemalige Frau, "er hätte niemals eine Prügelei angefangen." Sie ist besonders betroffen, dass auf der Insel das Gerücht kursiert, Nozawa sei von den beiden Männern deshalb verprügelt worden, weil sie mit dem Essen in seinem japanischen Imbiss nicht zufrieden waren. "Wir haben gehört, dass die Männer ihre zehn Euro für das Essen wiederbekommen wollten. Wir sehen das als rassistischen Akt." Schon früher sei Nozawa auf der Insel als "Schlitzauge" beschimpft worden.
Ob das wirklich der Hintergrund der Tat war, ist unklar - die Sylter Kriminalpolizei wollte zu dem Thema keine Auskunft geben. Auch bei der Staatsanwaltschaft in Flensburg hält man sich mit Einzelheiten bedeckt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Auseinandersetzung, des Tatherganges und der genauen Todesursache dauern an, heißt es dort. Die beiden tatverdächtigen Männer seien auf freiem Fuß.

"Für mich war er mehr als ein Mitarbeiter"


Auch Andreas Bernert, der die Ständige Vertretung in Westerland führt, zeigte sich am Montag betroffen. Er hatte den aus Tokio stammenden Nozawa vor gut vier Jahren auf die Insel geholt. Damals war Bernert noch Betreiber der Kampener Vogelkoje: "Und Miki hat das beste italienische Essen der Welt zubereitet - deshalb wollte ich, dass er zu mir kam." Nozawa, der bis 2007 in Flavio Briatores Nobel-Restaurant Billionaire auf Sardinien gekocht hatte, bereitete dann japanisch-italienische Fusion-Küche im Berliner Restaurant Mania zu, bevor er nach Sylt in die Vogelkoje kam.
Im Frühjahr diesen Jahres eröffnete Bernert dann den japanischen Imbiss neben der Ständigen Vertretung, den Nozawa betrieben hat. "Für mich war er mehr als ein Mitarbeiter", sagte der erschütterte Gastronom. Nozawas Leichnam soll nun in die Rechtsmedizin nach Kiel gebracht werden, sagte seine Familie. Sie wollen Nozawa in seinem Heimatland Japan beerdigen lassen.
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von
erstellt am 14.Mai.2013 | 05:25 Uhr

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