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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 15:48 Uhr

Bahnverkehr auf Sylt : Tinnum an der Grenze

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Keine schnelle Verbesserung am Bahnübergang Königskamp zu erwarten

Hochsaison auf Sylt – für den Ortsteil Tinnum eine ganz besondere Herausforderung. Aufgrund der zentralen Lage gibt es praktisch keinen Zug, kein Auto und noch nicht mal ein Flugzeug, das bei der An- und Abreise nicht Tinnumer Gemeindegebiet queren muss. Zum massiven Ärgernis hat sich der Bahnverkehr entwickelt – mit einem Flaschenhals am Bahnübergang Königskamp.

Ursachen gibt es viele: die Umstellung auf halbstündige Abfahrtzeiten seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015, die Einführung des „Sylt Shuttle Plus“ für die Personenbeförderung, der Probebetrieb der Autozüge von RDC. Kein Wunder, dass Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer am Bahnübergang Königskamp mehr als häufig vor einer geschlossenen Schranke stehen und erst nach Durchfahrt mehrerer Züge ihren Weg fortsetzen können. Davon sind auch viele Schulkinder betroffen.

Eine leichte Besserung erhofft sich Ortsbeirats-Vorsitzender Manfred Uekermann von einer Erweiterung des Gleises 5 auf dem Bahnhof Westerland, die die Bahn noch in diesem Jahr in Angriff nehmen will. „Dann fallen pro Abfahrt des Sylt Shuttle Plus zwei Rangierfahrten weg.“ Auf weitere Erleichterungen werden die Tinnumer aber noch warten müssen. Erst nach der Umstellung auf ein elektronisches Stellwerk im Jahr 2020 oder 2021 könnte der Flaschenhals durch eine zusätzliche Weiche, die zwei Gleise verbindet, aufgelöst werden, erläuterte Uekermann. Dadurch ließen sich die Rangierbewegungen am Königskamp auf die Hälfte oder sogar noch weniger reduzieren.

Bis dahin seien es die kleinen Dinge, die das Leben für die Anwohner der Bahn erleichtern: Leisere Lautsprecher-Durchsagen, Loks, deren Motoren im Stillstand abgestellt werden, erneuertes Wagenmaterial und der Austausch eines der am stärksten befahrenen Gleise, das auf einer Länge von rund 30 Metern mehrere schadhafte Stellen aufweist. Abgeblitzt ist die DB Netz AG beim Ortsbeirat allerdings mit ihrem Ansinnen, den Bahnübergang Königskamp ersatzlos zu schließen. Nun erwarten die Gemeindevertreter Alternativvorschläge von der Bahn. Eine Brücke war schon 2007 diskutiert, aber als nicht realistisch wieder verworfen worden.

Uekermann stellte klar, dass der Bahnverkehr an der Belastungsgrenze ist – genauso wie die Anwohner, die noch zusätzlich durch den Umleitungsverkehr zur Autoverladung gebeutelt sind. Bis alle Baustellen an den Straßen aufgehoben sind, werde es mit Glück Mai 2017 werden, mit Pech September.

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erstellt am 06.Aug.2016 | 05:30 Uhr

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