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Sylter Rundschau

08. Dezember 2016 | 17:12 Uhr

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger : Sylter Seenotretter ziehen erste Bilanz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Einsatzkräfte der DGzRS sind bis Oktober zu insgesamt 41 Einsätze gestartet. Außerdem wurden mehr als einhundert Kontrollfahrten durchgeführt.

Schiffbrüchige aus Seenot retten, Menschen aus Gefahren befreien, Verletzte und Kranke versorgen: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt und als Retter in der Not sind die Freiwilligen Helfer von der Insel nicht mehr wegzudenken.

Das Jahr 2016 war für die Sylter Seenotretter bisher ereignisreich: „Unsere beiden Stationen auf Sylt haben in den ersten neuneinhalb Monaten dieses Jahres insgesamt 41 Einsätze registriert“, weiß Christian Stipeldey, Sprecher der DGzRS in Bremen. „36 davon entfielen auf die Station List. Dies ist schon jetzt ein Einsatz mehr als im gesamten Jahr 2015.“ Fünf weitere Einsätze hätten die freiwilligen Seenotretter der Station Hörnum gefahren, so Stipeldey. Die meisten Einsätze der Seenotretter erfolgten wegen auf Grund gelaufener Schiffe oder Motorproblemen bei Hobby- und Berufsschiffen, sagte der Sprecher der DGzRS.

Christian Koprek, seit 14 Jahren Seenotretter und in List stationiert, ist aus diesem Jahr vor allem ein Einsatz in Erinnerung geblieben. „Als in Dänemark die Sommerferien begannen, wurden wir zu einem Fischkutter gerufen, der vor der Insel Röm auf Sand gelaufen war“, erinnert er sich. Das Wetter war an diesem Tag schlecht, es herrschte Windstärke sieben bis acht aus Nordwest und die Wellen waren drei bis vier Meter hoch. „Er hatte seine beiden Kinder an Bord, etwa sieben und neun Jahre alt. Wäre das ein weniger robuster Holzkutter gewesen, wäre er von der starken Brandung zerdrückt worden.“ Die Lister Seenotretter konnten das Boot schließlich freischleppen und aus der Brandung herausziehen. Ebenfalls in Erinnerung geblieben ist ihm und seinem Kollegen Claus Dethlefs die Leichenbergung eines 23-jährigen Mannes, der zuvor eine Woche lang als vermisst galt. Der tote Mann wurde von der Besatzung des Rettungskreuzers Pidder Lüng zwei Kilometer nordöstlich vor List im Wattenmeer geborgen. „Das kommt natürlich nicht alle Tage vor“, sagt Dethlefs bedrückt und Koprek ergänzt: „Das ist kein nettes Thema, aber das gehört zu unseren Aufgaben leider auch dazu.“

Ansonsten werden die Seenotretter zu vielen Einsätzen gerufen, bei denen Spaziergänger im Meer Schwimmer oder Kiter sehen, die augenscheinlich keine Kraft mehr haben. Dass sie dadurch viele Leben retten, sei zwar schon etwas besonderes, aber „wir merken uns das alles gar nicht so. Das ist für uns halt Arbeit“, sagt Kropeck bescheiden.

„Gott sei Dank hatten wir in diesem Jahr bisher keine spektakulären Einsätze“, berichtet auch Michael Petersen, Vormann der Hörnumer DGzRS-Station. „Ein Segelschiff hatte sich festgefahren und musste vom Sand von uns freigeschleppt werden, ansonsten sind wir nur zu Übungs- und Kontrollfahrten ausgerückt“. Dass es in Hörnum weniger Einsätze als in anderen Stationen gebe, sei normal, erklärt DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. „Es gibt Stationen, die einen großen Segelhafen vor der Tür haben. Und wo sich viele Boote bewegen, gibt es auch viele Routineeinsätze wie Schleppaufgaben, Wassereinbruch oder festgefahrene Boote.“ Das sei in Hörnum allerdings nicht der Fall – „im Sylter Süden ist hauptsächlich die Berufsschifffahrt und Fischerei. Dabei passiert allerdings nicht so viel und das spiegelt die Statistik dann auch wieder.“

Zu den gefahrenen Einsätzen der Sylter Seenotretter kämen zusätzlich 133 Kontrollfahrten im Revier vor der Insel, wovon 117 auf den Seenotrettungskreuzer „Pidder Lüng“ aus List und 16 auf das Seenotrettungsboot „Horst Heiner Kneten“ der Station Hörnum entfielen. „Von größeren Unglücken sind die Gewässer rund um Sylt in diesem Jahr glücklicherweise verschont geblieben.“


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erstellt am 01.Nov.2016 | 05:33 Uhr

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